Die mit den roten Polka-Dots


Auf Yayoi Kusama bin ich aufmerksam geworden im Rahmen der internationalen Tournee von Cyndi Lauper. Im Oktober letzten Jahres habe ich eins ihrer großartigen Konzerte in Berlin gesehen. Ihr Bühnenbild bestand zum Teil aus Videoprojektionen von Personen mit weißen Kleidungsstücken und roten Punkten darauf, wie ihr eigenes Outfit übrigens auch! Im Nachgang habe ich recherchiert und herausgefunden, dass Cyndi Lauper damit der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama gehuldigt hat. Cyndi Laupers Tour hieß „Girls just wanna have fun“, wie ihr Initialhit von damals. Und sie wollte jetzt Frauen, oder „Girls“, die sie inspiriert haben, honorieren. Yayoi Kusama ist eine von Cyndi Laupers „forever icons“. Weiterlesen

Munich Wallflowers – Ois Giasing

Ich habe euch schon oft vom „Halt 58“ am Kolumbusplatz und der Brückengalerie dort berichtet. Zuletzt, noch gar nicht so lang her, im Zusammenhang mit dem Unmut, den es immer wieder dort gibt wegen Randale und Ungepflegtheit (http://schwarzesbayern.info/kultur-neues-mural-am-kolumbusplatz/).

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Jacqueline muss wieder die Hufe schwingen!

Seit sicher war, dass es eine Fortsetzung von „Der Schuh des Manitu“ geben würde, wurde diskutiert. Kann man davon wirklich eine Fortsetzung machen? Kann man darüber noch lachen? Ist dieser Humor noch zeitgemäß? Und was wird aus unserer mittlerweile erreichten Wokeness? Diskussionen über kulturelle Aneignung und politische Korrektheit wurden entfacht. 2001 hat Michael Bully Herbig mit o.g. Film einen Riesenhit gelandet, ganz Deutschland hat gelacht. Ich war gespannt!

Geht gleich lustig los. Apachen-Häuptling Abahachi und sein Blutsbruder Ranger, wie schon im Original verkörpert von Bully Herbig und Christian Tramitz, legen los in feinstem Bayrisch. Mei, wie lang haben die beiden sich nicht mehr gesehen? Zuschauer*innen mutmaßen insgeheim, womöglich 24 Jahre? Nein, am Montag wars! Zotig geht’s hurtig weiter, die beiden ziehen durch den wilden Westen wie ein grantelndes altes Ehepaar, und schnell sind die beiden leider auch in einer mehr als kniffligen Situation. Weiterlesen

Musikalische Bewusstseinserweiterung

Und weiter geht’s für Schwarzes Bayern auf dem Free & Easy, heute habe ich mir aus dem wie immer sehr abwechslungsreichen Programm extremen Metal rausgesucht und freue mich da besonders auf den Headliner Wayfarer aus Colorado, die mir seit dem Album A romance with violence (Rezi hier) und vor allem der Tour mit The Ruins of Beverast im letzten Jahr sehr am Herzen liegen. Wie großartig, dass sie mit ihrem Black Metal mit Americana-Anleihen und ganz viel Weite jetzt Station beim Free & Easy machen! Mit im Gepäck haben sie ihre Landsleute von Inter Arma und Ayahuasca aus München und Köln, die ich beide bisher noch nicht live gesehen habe, ich bin gespannt. Auf ins Backstage! Weiterlesen

Gefahrengutrock

Und weiter geht’s für Schwarzes Bayern auf dem Free & Easy – im äußerst vielfältigen Programm ist jedes Jahr auch mindestens ein Abend mit Bands aus den Genres Psychedelic/Heavy/Seventies/Stoner vertreten, und auf diesen Abend freue ich mich immer ganz besonders (letztes Jahr waren zum Beispiel The Obsessed da, zusammen mit Siena Root, El Perro und Grand Massive). Vor allem, wenn die wunderbaren Wucan aus Dresden dafür angesagt sind, seit Jahren geliebte Stammgäste im Münchner Backstage (das erste Mal 2016 beim Under the Black Moon II) und live immer wieder ein Erlebnis. Die Opener Lenny Bruce & The Juniors sowie The Delayed sind mir beide noch unbekannt, und ich bin gespannt, was mich erwartet. Also, auf durch den Regen ins Backstage. Weiterlesen

Die kopflose Frau, der Stuhl mit dem Busen und der Badende ohne Seife

Der Augsburger Surrealist Wolfgang Lettl (*1919) hat bei seinem Tod 2008 mehr als 500 Bilder hinterlassen. Lettl war in der Welt unterwegs, später hatte er sogar mit seiner Frau einen Zweitwohnsitz in Italien, doch er sah sich immer als Augsburger. Er wollte, dass sein Werk der Stadt Augsburg erhalten bleiben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Aus diesem Grund wurde 1992 der Wolfgang Lettl – Verein zur Förderung surrealer Kunst e. V. gegründet. Zum 100. Geburtstag von Wolfgang Lettl wurde mitten in der Stadt das neue „LETTL-Museum“ eröffnet.

Es werden natürlich nicht immer alle Werke gleichzeitig ausgestellt, immer wieder gibt es verschiedene Themen in Sonderausstellungen. Aufmerksam bin ich geworden auf das munter klingende Motto: Der heitere Surrealismus. Weiterlesen

Geschichten aus dem Leben gegriffen

Als Schauspieler, Kabarettist und Musiker weiß Stephan Zinner: Das härteste Publikum wartet zuhause – die eigene Familie. Trotzdem stellt er sich gerne den Herausforderungen als Koch von trendigem Soulfood, Fahrdienstleiter, Christbaum-Chefeinkäufer, Heimwerker und Schwiegersohn. Dafür bekommt er zwar nicht immer Applaus, die Verletzungsgefahr ist hoch und die Gage niedrig, aber ein Lächeln ist eh‘ viel mehr wert. Da hält man sogar die Welt da draußen aus, voller Scheuklappenträger auf ihrem eiligen Weg zur Selbstoptimierung. Zinners Kurzgeschichten erzählen von kleinen Siegen und fulminanten Alltagspleiten zwischen Bühne, Baumarkt und Familientisch. Getragen vom rustikalen Feingeist eines genialen Unterhaltungskünstlers, versammeln sie sich zu einem von Florian Mitgutsch illustrierten Prachtexemplar von Buch. Weiterlesen

Ode an Individualität und Originalität

Überall in der Welt: Alle stecken inmitten einer riesigen Katastrophe. Das Internet verabschiedet sich, Fernsehsender bringen nichts mehr, Kalifornien versinkt im Meer, mitten in Deutschland bricht ein Vulkan aus! Hier in diesem Städtchen sind einige Menschen miteinander verbunden, doch sie wissen auch keinen Rat. Eine Straße, die man gestern noch überqueren konnte, gibt es heute nicht mehr, Autos sind in einen Krater gestürzt, das Krankenhaus ist voll von Patienten, doch das Personal taucht nicht mehr auf. Was aber plötzlich überall auftaucht, das ist Reklame für einen gewissen Chuck. „Danke für 39 tolle Jahre“ heißt es allerorten, doch keiner kennt diesen Chuck. Weiterlesen

All colours are beautiful!

 

Der Münchner Künstler Martin Blumöhr hat wieder losgelegt. In Untermenzing wurde eine ganze S-Bahnunterführung mit seinen bunten Sonnen, Blumen, Bäumen, Augen, Wellen und vielen kleinen Menschenfiguren verschönert. Einige Zeit hat er recherchiert, der Bezirksausschuss 23 hat dazu Informationen über geschichtliche Aspekte und architektonische, politische und kulturelle Merkmale von Untermenzing zur Verfügung gestellt. Die keltischen Fundstücke aus der Rueßstraße 47, die Frühgeschichte des Dorfes, die alte Ansicht des südlichen Dorfes, St. Martin und St. Michael, Maria Trost, die Dampfsäge, die Schmieden und Mühlen, das Hitlerjugendhaus, die Würmtal-Tracht und viel Zeitgeschichtliches und Kulturelles mehr aus der Gegend wurde in die künstlerische Komposition eingewoben. Weiterlesen

Gute Gespräche über gute Musik

Ich bin in einen Podcast hineingeschubst worden und tauche seitdem nicht mehr so richtig auf. Der Journalist, Musiker und Radiomoderator Peter Urban macht mit dem NDR-Musikjournalisten Ocke Bandixen einen Podcast. Der Eurovision-Song-Contest-Dinosaurier Urban und Bandixen, der sich selbst gemäßigter Unhold und Mensch mit mittleren Skrupeln nennt, die beiden reden über große Bands und Musiker*innen.
Man merkt gleich, Urban kennt alle und alles. Worüber er spricht hat Hand und Fuß, Bandixen erweitert sein eigenes Know How durch Fragen und gemeinsames darüber sprechen. Es ist kein „schwarzer“ Podcast, hier wird über David Bowie, Lou Reed, die Beatles und U2 genauso gesprochen wie über massentaugliche Popmusik von Madonna oder Taylor Swift. Weiterlesen