Erhabenheit

Kings & Queens ist eine gemeinsame EP des Drone-/Ambient-Künstlers .foundation (Jake Carter) und des Cellisten/Ambient-Komponisten Henrik Meierkord. Das Album verbindet tiefe Drone-Texturen, Granularsynthese, Feldaufnahmen sowie Cello und Violine. Sie entfalten sich langsam, nehmen uns mit auf eine hypnotische Reise, die sich zwischen weitläufigen Ambient-Klanglandschaften und intimen, emotionalen Streichern bewegt.

„Kings“ beginnt mit leisen Cellotönen, die sich steigern und immer mehr Raum einnehmen. Darunter und darüber setzt sich immer mehr die Drone-Musik. Ich musste mich auch erst einmal schlau machen: Drone-Musik ist ein minimalistischer Musikstil, der sich durch die Verwendung von anhaltenden Tönen, Noten oder Tonclustern definiert. Typisch für dieses Genre sind lange Tonfolgen mit relativ wenigen harmonischen Variationen in jedem Stück. Und genau durch das Zusammenspiel von Cello und Drone entsteht etwas Mächtiges, Weltumfassendes, das am Ende wieder entschwindet.
„Queens“: Das Weibliche tritt auf, langsam, fließend und mit allen musikalischen Elementen des vorangegangenen Tracks, nur weicher, perlender und flüsternder. Es geht Erhabenheit damit einher, ein Song zum Dahingleiten und -schreiten. Die Dame bewegt sich voran, wird größer, als man anfangs aus der Entfernung annehmen konnte. Sie grüßt zu allen Seiten und entschwindet nach fast sechs Minuten wieder wie sie aufgetreten ist.
„Sunflowers“ wiegen sich im Cello-Wind, umweht von der Drone-Musik. Ein magisches Drehen und Wenden, dem man sich gerne anschließen möchte. Nichts denken, nur hin- und herwiegen. Ich sitze hier, schließe die Augen, lausche und denke an nichts anderes. Das Cello umfängt mich, trägt mich mit sich fort. Die erzeugte Ambient-Atmosphäre ist einschmeichelnd und trotzdem droht da in der Ferne etwas. Plötzlich entschwinden die Töne, die Nacht senkt sich herab.
„Ancestors“, unsere Vorfahren erzählen uns durch Saiteninstrumente eine wehmütige Geschichte, durch die Drone-Textur steigen bedrohliche Schatten auf, alles wird aufgewirbelt und durcheinandergebracht, wodurch das Cello überdeckt wird. Die Geräusche bleiben zurück und verziehen sich gen Ende ins Ungewisse.

Was für eine erhabene Mixtur, die Kings & Queens wirkungsvoll einfängt. Die EP fesselt durch die Stille zwischen den Tönen und verbindet zwei musikalische Welten zu einem Klangraum, der emotionale Tiefen auslotet und lange nachhallt. Schließt die Augen, genießt und taucht ein in diese besondere Klangkulisse – und träumt eine Weile.

.foundation ist ein Ambient-, Drone- und Soundscape-Projekt des US-amerikanischen Künstlers Jake Carter. Das Projekt hat starke Wurzeln im Drone. Jedes Stück beginnt in der Regel mit einer „Grundlage“ und wird mithilfe von Granularsynthese und Resampling-Techniken aufgebaut. Harmonie und Melodie werden organisch eingewoben, um Themen rund um intensive Experimente und audio-generative Ansätze zu verbinden Weitere Infos erhaltet ihr unter https://null.foundation/.

Wer unser Webzine verfolgt, ist auch schon auf den Namen Henrik Meierkord (Henrik Meierkord im Interview  und Sound and Silence – Interview mit Henrik Meierkord) gestoßen. Für alle, die offen für Neues sind, ist hier eine Zusammenfassung: Der schwedische Musiker und Komponist lebt in Stockholm, sein Hauptinstrument ist das Cello, neben Viola, Kontrabass, Gitarre und anderen Instrumenten. Seine Musik schöpft aus Ambient- und neoklassischen Traditionen und verbindet meditative Klanglandschaften mit ausdrucksstarken Streichern, oft ergänzt durch Effekte und Synthesizer. Seine Kompositionen erforschen Zustände der Pause, des Traums und des Bewusstseins und zielen darauf ab, ein reflektierendes und immersives Hörerlebnis zu schaffen. Weitere Infos erhaltet ihr unter https://www.soundbread.se/.

Eine weitere Kooperation von Meierkord (s.a. Meierkord / Andersson featuring Ossler), die sich hören lassen kann.

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.foundation & Henrik Meierkord: Kings and Queens
Vö. 20. Februar 2026
Bandcamp 
z.B. Digitales Album: 5 €

Written and produced by Jake Carter & Henrik Meierkord
Jake Carter: Drones.
Henrik Meierkord: Cello, Violin
Mastered by Jake Carter
Cover art: illustration by Kay Nielsen from „East of the Sun and West of the Moon“ (1914)

Tracklist:
1. Kings
2. Queens
3. Sunflowers
4. Ancestors

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