The Cure in modern times
Years Of Shame ist ein französisches Duo, das in den Städten Paris und Rennes beheimatet ist. Sänger und Bassist Bern Evol und Gitarrist Brice Delourmel, der zusätzlich die Synthesizer übernimmt, betreiben außerdem die musikalischen Projekte Dead. und Giirls, die sich zwischen Cold Wave und Industrial bewegen. Mit Years Of Shame wagen sie ein neues Projekt, und ihr Debütalbum Primary ist nun bei Icy Cold Records erschienen. Primary, das erinnert mich zwangsläufig an den zweiten Track des legendären 1981er Albums Faith von The Cure. Ich bin also gespannt.
Und tatsächlich sind die Anleihen an die frühen The Cure beim Opener “Faces” unverkennbar. Die ruhige Wave-Atmosphäre, der leichte Nachhall auf der Gitarre, ein Stück weit auch der Gesang. Doch dass wir dennoch in modernen Zeiten leben wird spätestens mit dem anschließenden “Heat” deutlich dank Beat, Arrangement und der verfremdeten Stimme. “Violence” legt im Vergleich dazu nach einem ruhigen Beginn noch etwas an Tempo zu, wird aber vom im Kontrast stehenden ruhigen Gesang im Zaum gehalten. Das typische Bassspiel tritt bei “Primary choice” besonders deutlich hervor und wird von einer fast schon psychedelischen Gitarre flankiert. Der Gesang nimmt sich dem gegenüber etwas zurück, bleibt aber ausdrucksstark. Robert Smith meets The Soft Moon.
Bei “Trust” habe ich direkt zu Beginn zunächst “Atmosphere” von Joy Division im Ohr, dann The Cure und schließlich JE T’AIME, was in der Abfolge wirklich gut funktioniert. Mit “Echoes” hingegen werde ich nicht so richtig warm. Ich kann gar nicht genau sagen warum, denn das Stück ist jetzt nicht grundsätzlich anders als das übrige Album. Dafür nimmt mich der pumpende Beat in “Lights” sofort mit, ein High-Energy-Stück mit mysteriös geflüstertem Sprechgesang. Zum Abschluss führt “Terror” diese Energie fort und klingt ähnlich hingebungsvoll wie JE T’AIME.
Fazit: Years Of Shame feiern auf Primary alte und neue Helden wie The Cure und The Soft Moon, wie Joy Division und JE T’AIME. Dabei bewegen sie sich ganz in derem Kosmos zwischen Wave und Post Punk. Dabei kopieren sie aber nicht einfach, sondern entwickeln aus ihren Einflüssen heraus einen durchaus eigenen Sound mit einer tollen, dichten Atmosphäre. Ein schönes Werk, hört da mal rein.
Anspieltipps: Faces, Trust

Years Of Shame: Primary
Icy Cold Records, Vö. 06.02.2026
MP3 7,00 €, CD 10,00 €, LP 22,00 € erhätlich über Bandcamp
Links:
https://www.instagram.com/yearsofshame_band/
https://linktr.ee/yearsofshame
https://icycoldrecords.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/icycoldrecords/
https://www.instagram.com/icycoldrecords/
Tracklist:
01 Faces
02 Heat
03 Violence
04 Primary choice
05 Trust
06 Echoes
07 Lights
08 Terror
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