carpe_noctem_logo2016Rein akustisch kommen die fünf Musiker der Band Carpe Noctem daher, sie bieten eine tolle Kombination aus Klassik, Pop und Rock. Die Jenaer haben am Freitag ihr Album Schattensaiten auf den Markt gebracht und generell richtig viel um die Ohren. Trotzdem waren sie so freundlich, unseren kleinen Fragebogen zu beantworten.

Wer verbirgt sich hinter Carpe Noctem?
In erster Linie fünf Jungs, die gemeinsam musizieren und vielleicht ein wenig den Leuten ihr Verständnis von Musik nahe bringen wollen.

Müsste man eure Musik in eine Schublade stecken und ein Genre-Etikett darauf kleben, welches wäre das?
Wir haben uns ziemlich am Anfang mal auf String Metal geeinigt. Wir finden, das beschreibt die Idee hinter unserer Band recht gut. Das Wort „Strings“ steht ja im Englischen nicht nur für Saiten im Allgemeinen, sondern auch für Streichinstrumente im Besonderen. Außerdem kennt der Hörer diese Schublade erstmal nicht. Dadurch ist er aufgefordert, sich Gedanken zu machen, was er unter der Bezeichnung versteht.

Beschreibt euren Sound mal außerhalb aller Genre-Schubladen: Die Musik von Carpe Noctem klingt wie …?
… eine Truppe von Lieblingsschwiegersöhnen mit langen Haaren … (Haha!)
Glaubt man unserem Pressetext könnte man sagen: „[Es ist ein] ständiger Wechsel von starken, rockigen, beinahe brutalen Elementen und leisen, besinnlichen, klassischen Parts“.

Aus welcher Stimmung heraus ergeben sich die besten Lieder?
Aus Liebe, Hass, Wut, Sanftmut, Zufriedenheit, Verzweiflung. Eigentlich aus jeder Stimmung, wenn sie ehrlich und intensiv ist. Die Qualität von Musik misst sich nicht an der Art der Emotion, die sie auslöst oder kanalisiert, sondern an deren Intensität.carpe_noctem_pressebild_2015-1

Welches Instrument wird sicherlich NIE auf einem Carpe Noctem-Album zu hören sein?
Sag niemals nie! Wir hatten schon Blockflöten, Dudelsäcke, Sänger und sogar E-Gitarren (!) auf der Bühne. Ins Album hat es noch keins dieser Instrumente geschafft. Fest in unsere Besetzung wird es aber wohl kaum ein weiteres Instrument schaffen.

Welche Platte sollte man auflegen, wenn man morgens aus dem Bad spaziert und das wunderhübsche Mädchen von gestern Nacht noch im Bett liegt?
(Allgemeines Lachen) Im Ernst? Diese Frage würde wohl jeder von uns anders beantworten.

Die gute Fee steht plötzlich vor euch und sagt, ihr hättet einen Wunsch frei. Was wünscht ihr euch?
Dass jedes Kind auf der Welt die Gelegenheit bekommt, in den verschiedensten Gruppen mit anderen zu musizieren. Denn diese Kinder wüchsen zu Menschen heran, die die Gegenseite zu respektieren gelernt haben und die Gewalt verabscheuen. Wir würden in einer besseren Welt leben.
Der Wunsch ist nicht ganz eigennützig, denn außerdem wüssten die Menschen den Wert von Kultur zu schätzen, und es gäbe in der Gesellschaft mehr Unterstützung für Bildung und Kultur.
Also für uns … (lachen).

Kein Alkohol ist bekanntlich auch keine Lösung – eine Alk-Kombination, nach der ihr ganz sicher keine Probleme mehr habt?
Wieder – unterschiedlich. Der eine kippt sich lieber zwei Liter Billigsangria hinter die Birne, der andere billigen Burbon. Aber auf ein gutes Pils-, Bock- oder Kellerbier haben wir uns noch immer geeinigt. Bei uns in der Band sind die Böhmen sehr beliebte Brauer.

Woran erkennt man einen Freund?
Am Beistand in den dunklen Stunden des Lebens.

Wer war der Held eurer Kindheit?
Diese Geschmacksfragen nehmen langsam Überhand – ich glaube, auf Mutti können sich 99 % der Weltbevölkerung einigen.

Was ist die peinlichste/überraschendste CD in eurem Regal?
Nun ja, Vivaldi, Bach, Beethoven und Dvorak sind bei uns offensichtlich nicht so überraschend und noch weniger sind sie peinlich. So Jugendsünden wie das Steuerlied von der Gerd-Show wären peinlich, aber die sind alle schon längst aussortiert und verbrannt.

Was steht als Nächstes an – Tour? Studio? Auszeit? Ganz was anderes?
Alles gleichzeitig – das läuft bei uns parallel, weil sich die Themenfelder gegenseitig so gut ergänzen. Bis zum Ende des Jahres haben wir noch ein Orchester-Projekt in Mainz und ein paar akustische Muggen in ganz Deutschland. Kurz nach Weihnachten supporten wir Coppelius in Annaberg auf dem Abschlusskonzert vor ihrer großen Pause. Für nächstes Jahr sind wir gerade in der Planung. Momentan machen wir das noch alles auf eigene Faust. Da kommen sicher diverse Auftritte, im Sommer wahrscheinlich auch wieder eine Runde Straßenmusik. Das bringt immer ein wenig Abwechslung rein.
Unser neues Album Schattensaiten ist ja seit diesem Freitag überall auf dem Markt.
Das nächste Album ist noch längst nicht ab zu sehen. Die ersten Stücke sind zwar schon in der Pipeline, aber sie brauchen noch eine Menge Arbeit und liebevolle Auseinandersetzung, bevor wir damit ins Studio gehen können. Dieses Jahr hatten wir uns das erste Mal alle gleichzeitig einen Monat völlig frei genommen von der Band. Das hat diesmal leider nicht zu 100 % geklappt, war aber für alle spürbar ein guter Ansatz. Das machen wir wohl wieder so.

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