Band der Woche: Metusa

Pressebild_aussen_ohne_Logo_2015Aus der Nähe von Stuttgart kommt Metusa, eine Folk Rock Band, gegründet 2007, die in Kürze ihr neues Studioalbum veröffentlichen werden. Sie stehen auf die Gummibären-Bande und Havanna-Apfelsaftmischungen, proben in nebligen Vollmondnächten Saxophon und haben einen langen Weg zur Identitätsfindung hinter sich. Mehrere spannende Gründe, um Bandmitglied Verena ein wenig auszufragen: Metusa ist unsere neue Band der Woche!

Wer verbirgt sich hinter Metusa?
Metusa ist ein Kunstwort, das lange vor meiner Zeit aus Verzweiflung heraus entstanden ist. In den Anfangstagen der Band gab es wohl einige Probleme bei der Namensfindung. Verschiedene Vorschläge wurden meist nach kurzer Bedenkzeit oder Testphase wieder verworfen. Schließlich schloss sich die Band nach einem langen Auftrittswochenende im Bandbus ein und schwor, diesen nicht zuverlassen, bis ein Name gefunden sei. Da die Band damals gerne und viel Met trank (heute sind wir aus dem Getränk gewissermaßen herausgewachsen), entstand die Idee, den Honigwein im Bandnamen zu verewigen. Da Metallica leider schon belegt war, musste Metusa als Alternative herhalten und der Rest ist Geschichte.

Müsste man eure Musik in eine Schublade stecken und einGenre-Etikett darauf kleben, welches wäre das?
Ich hoffe, das ist eine große Schublade, denn es ist ein langes Etikett. In etwa „Fun-Pop-Rock-Punk-Folk“. Also leichtfüßiger angepunkter Rock mit erdigen Folkelementen.

Beschreibt euren Sound mal außerhalb aller Genre-Schubladen: Die Musik von Metusa klingt wie …?
Metusa darauf sind wir stolz. Wir sind nach langer Identitätsfindung (die natürlich nie abgeschlossen ist) langsam aber sicher bei uns selbst im Hier und Jetzt angekommen. Wir klingen einfach wie wir: von getragenen Folkballaden, mal deutschsprachig, mal traditionell irisch, schottisch oder sonst wie fremdländisch, über kernigen Rock mit einer Prise Pop und frechem Punk, darüber Dudelsäcke, Flöten, Geige, Nyckelharpa oder gar mal ein Akkordeon gelegt. Unsere Wurzeln in der Mittelaltermusik können und wollen wir nicht verleugnen, aber dieses Wurzelwerk hat doch sehr moderne Blüten geschlagen und eine – wie nicht nur wir finden – einzigartige Mischung erzeugt.

Aus welcher Stimmung heraus ergeben sich die besten Lieder?
Das lässt sich nicht verallgemeinern – die Muse schlägt zu, wann immer sie will. Meistens entsteht die Inspiration aus dem Wunsch ein bestimmtes Thema zu bearbeiten: Liebe, Frust, Trauer, Lebenslust … Emotionen haben generell sehr viel damit zu tun, und die sind schlüpfrig und schwer zu rationalisieren.

Welches Instrument wird sicherlich NIE auf einem Metusa-Albumzu hören sein?
Unser Instrumentarium ist extrem vielseitig. Ich denke, darin zeigt sich unsere Experimentierfreudigkeit und musikalische Abenteuerlust sehr gut. Deshalb sehe ich beim besten Willen keinen Grund irgendein Instrument von vorne herein auszuschließen. Ich spiele auf der Bühne auch mal eine Triangel oder eine Bassblockflöte, während Dominik, unser energetischer Frontmann, ein Solo auf der Nyckelharpa fidelt und heimlich von einem Cembalo-Solo träumt. Unser Schlagzeug ist nebenbei ein virtuoser Nasenflötist, die Dudelsackerin übt heimlich in nebligen Vollmondnächten Saxophon. Uns ist nichts zu schräg und nichts zu weit her geholt, wenn es der Musik dient. Also immer her damit!

Welche Platte sollte man auflegen, wenn man morgens aus dem Bad spaziert und das wunderhübsche Mädchen von gestern Nacht noch im Bett liegt?
„Rumours“ von Fleetwood Mac, musikalische Brillianz, Leichtigkeit und eine unglaubliche Mischung verschiedener Stile. Da startet man gut in den Tag, auch wenn im Bett eher ein Kerl liegt. Oder 38 Katzen.

Die gute Fee steht plötzlich vor euch und sagt, ihr hättet einen Wunsch frei. Was wünscht ihr euch?
Eine gigantische Bühne, monumentale Verstärker und Lichttürme, davor 40.000 Menschen, die ekstatisch Metusa-Sprechchöre brüllen. Ja, DAS wollen wir mal erleben. Damit kann man nichts falsch machen.

Kein Alkohol ist bekanntlich auch keine Lösung – eine Alk-Kombination, nach der ihr ganz sicher keine Probleme mehr habt?
Unser Evergreen hinter der Bühne ist Havanna Cola, weil er fast überall zu bekommen ist und allen schmeckt. (Übrigens auch ein guter Start in den Tag, wenn man mal kein Fleetwood Mac Album zur Hand hat.) Der Havanna spielt in der Mischung jedenfalls die entscheidende Rolle. Es gibt da zum Beispiel verheerende Geschichten über verhängnisvolle Havanna-Apfelsaftmischungen (HavannApfel) …

Woran erkennt man einen Freund?
Daran, dass er morgens um 5 an der Taverne mit dir HavannApfel trinkt, weil es sonst nichts mehr gibt und dir dann die Haare aus dem Gesicht hält, wenn das Teufelszeug wieder raus will.

Wer war der Held eurer Kindheit?
Da gab es viele! Metusa ist ja dafür bekannt, bisweilen schamlos in Nostalgie zu schwelgen. Da spielt man schon mal die Gummibären-Titelmelodie auf dem Dudelsack oder fordert das Publikum zum Mitsingen beim Chip-&-Chap-Song auf. Ich mag das gar nicht auf eine einzelne reale oder fiktive Figur beschränken. Es gab viele Helden, und das ist eigentlich schön so.

Was ist die peinlichste/überraschendste CD in eurem Regal?
Das mit der Peinlichkeit haben wir uns abgewöhnt. Man kann letztendlich in fast jeder Musikrichtung etwas finden, das man zumindest respektieren kann. Peinlich ist in meinen Augen nur Musik, die technisch schlampig und lieblos gemacht ist. Sicher wird man in meinem privaten CD-Regal keine Modern Talking CD finden. Aber die alten Kelly Family Platten haben noch ein warmes Fleckchen in meiner Sammlung. Das ist auch ein Stück Kindheit. Peinlich ist mir das nicht.

Was steht als Nächstes an – Tour? Studio? Auszeit? Ganz was anderes?
Wir haben den Winter über intensiv an unserem fünften Studioalbum Dreckfresser gearbeitet, das am 9. April erscheint. Jetzt stehen wir in den Startlöchern für die kommende Saison, haben einen randvollen Terminkalender und freuen uns tierisch auf die anstehenden Konzerte und Festivals. Wir werden dieses Jahr ordentlich Gas geben und viel Neues auf die Bühne bringen. Der ideale Zeitpunkt, um uns kennenzulernen oder wieder zu entdecken.

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