Band der Woche: molllust

Diese Woche bieten wir euch ein wenig Opernmetal aus Leipzig. molllust schaffen den Spagat zwischen Klassik und Metal und werkeln aktuell an ihrer nächsten Scheibe. Sängerin und Pianistin Janika war so lieb, unsere Fragen zu beantworten.

Wer verbirgt sich hinter molllust?
Ein gleichermaßen klassik- und metalliebender Haufen, der sich zur Mission gemacht hat, die beiden Genres zu vereinen. Für die Kompositionen ist hauptsächlich Janika Groß verantwortlich, die außerdem mit Sanges- und Tastenkunst zu hören ist. Ihre Tapeten aus schwarzen Kullern und Strichen verwandeln dann Frank Schumacher an Gesang und Gitarre, Lena Böhme an der Gitarre, Sandrine B. an der Violine, Alex Gat an der Viola, Imki Niemeyer am Kontrabass, Simon Johanning am E-Bass und Eric Böhme am Schlagzeug in Musik. Häufig trifft man außerdem zusätzliche Gastmusiker bei den Shows und auch auf Platte an.

Müsste man eure Musik in eine Schublade stecken und ein Genre-Etikett darauf kleben, welches wäre das?
Opera Metal. Wem das zu speziell ist: Symphonic Metal.

Beschreibt euren Sound mal außerhalb aller Genre-Schubladen:
Die Musik von molllust klingt, als hätte man Rachmaninow E-Gitarren und Metaldrums gegeben, in gelegentlichen Anflügen von Größenwahn Wagner, Apocalyptica und Brahms zum Tee eingeladen, sie gemeinsam komponieren lassen und Bach als Gastmusiker engagiert.

Aus welcher Stimmung heraus ergeben sich die besten Lieder?
Natürlich aus einer Stimmung in einer moll-Tonart! Möglichst mit ganz vielen bs! (Bandintern kommen zuweilen leichte Differenzen in der Klassikfraktion auf, wie viele bs es wirklich sein müssen. Die Gitarristen zucken mit den Achseln und stimmen ihre Instrumente um.)

Welches Instrument wird sicherlich NIE auf einem molllust-Album zu hören sein?
Dudelsack. Sollte das doch vorkommen, solltet ihr euch fragen, wer Janika entführt und sicher weggesperrt hat.

Welche Platte sollte man auflegen, wenn man morgens aus dem Bad spaziert und das wunderhübsche Mädchen/ der attraktive Typ von gestern Nacht noch im Bett liegt?
Am besten eine, die die betreffende Person auch mag, damit sie möglichst lange da bleibt.

Die gute Fee steht plötzlich vor euch und sagt, ihr hättet einen Wunsch frei. Was wünscht ihr euch?
Dass wir ein Wirtschaftssystem finden, in dem die Künste frei von wirtschaftlichem Druck Raum haben, sich voll zu entfalten. Dann könnten wir nämlich unserem Größenwahnsinn nachgehen, mit ganz vielen Musikern auf ganz großen Bühnen mit toller Akustik und tollem Licht geniale Shows mit grandiosen Bühnenaufbauten und Kostümen umzusetzen und wären nicht ständig in unserem Schaffen limitiert. Und obendrein könnten wir bei anderen Künstlern, denen das genauso geht, ihre Kreationen genießen!

Kein Alkohol ist bekanntlich auch keine Lösung – eine Alk-Kombination, nach der ihr ganz sicher keine Probleme mehr habt?
Gebt Janika ein Glas Wein und sie ist der friedlichste Mensch der Welt – denn dann befindet sie sich im Tiefschlaf.

molllust

Woran erkennt man einen Freund?
Dass man sich zu jeder Tages- und Nachtzeit (wenn es sein muss) bei ihm melden und seine Freude sowie sein Leid mit ihm teilen kann und er wahrhaft mit dem Herzen dabei ist. Und dass Gleiches genauso umgekehrt gilt.

Wer war der Held eurer Kindheit?
Als ich (Janika) ein ganz kleines Mädchen war, dachte ich, „Mozart“ ist ein Sammelbegriff für großartige Komponisten und man würde immer wen Mozart nennen, wenn er tolle Stücke geschrieben hat. In meinem Kopf entstand ein Zeitstrahl mit diversen Mozarts in diversen Epochen. Ich war dann ganz verblüfft, als ich herausfand, dass das nur eine Person war.

Was ist die peinlichste/überraschendste CD in eurem Regal?
Ich habe in der fünften Klasse von einem Verehrer mit vor Begeisterung leuchtenden Augen eine CD mit Schlumpfen-Tekkno geschenkt bekommen, die existiert tatsächlich noch. Dummerweise war sie der Grund dafür, dass mein kleiner Bruder ebenfalls glühender Verfechter von Kinder-Tekkno wurde und ich möchte nicht wissen, wie viele Jahre lang wir das Battle Klavier vs. Stereoanlage ausgetragen haben. Unsere Eltern sind fast verzweifelt, die saßen dazwischen und hatten dann Schlumpfen-Mozart-Tonleiter-Tekkno.

Was steht als Nächstes an – Tour? Studio? Auszeit? Ganz was anderes?
Es wird fleißig komponiert und an neuem Material gearbeitet, aber wir werden sicherlich auch 2018 die eine oder andere Bühne heimsuchen, während im stillen Kämmerlein das neue Werk weiter wächst.

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