Buch: Alan Parks – Blutiger Januar

Abgründe tun sich auf

Blutiger Januar von Alan ParksDer Leser ist mitten im düsteren, verrußten Glasgow, in einem blutigen Januar 1973. Detective Harry McCoy bekommt von einem Gefängnisinsassen den Tipp, dass eine junge Frau ermordet werden soll. Seine Ermittlungen dazu sind allerdings nicht zielführend, deshalb gibt er den nächtlichen Vergnügungen mit Janey, einer Prostituierten, und Speed den Vorzug. Das Erwachen am nächsten Tag ist hart, noch dazu, als sich die Ankündigung bewahrheitet und ein Jugendlicher am Bahnhof eine junge Frau und sich selbst erschießt. Harry und sein neuer Partner Wattie müssen dabei zusehen, sie haben keine Chance es zu verhindern. Umso mehr verbeißt sich McCoy danach in diesen Fall, hartnäckig und ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Zugute kommen ihm seine Kontakte zur Glasgower Unterwelt und sein verzweigtes Netz an Informanten. Der Detective geht oft eigene, unbürokratische Wege, muss einige (Tief-) Schläge hinnehmen. Aber der ungeklärte Fall und die sich daraus ergebenden Verbindungen zu anderen Verdächtigen, die ihre Lust am Töten noch nicht befriedigt haben, lassen ihn nicht los.

Das Debüt Blutiger Januar von Alan Parks ist ein absolut gelungener Noir-Krimi, er strotzt nur so vor Blut, Grausamkeiten, Drogen, Sex und unklaren Verzweigungen in einer absolut tristen Szenerie. Der neue Detective McCoy hat so seine Eigenheiten: Er kann kein Blut sehen und hat Erfahrung mit Drogen, sein verzwicktes Privatleben und seine kindliche Prägung, die in diesem Buch etwas gelüftet werden, sind nicht alltäglich. Harry ist ein Kerl mit Kanten, einer, der sich auch nicht scheut auszuteilen und einzustecken. Mit der Familie Dunlop hat er sich bereits in der Vergangenheit ein Feindbild geschaffen – das wird nicht besser mit diesem Fall. Mit seinen Vorgesetzten ist er meist nicht einer Meinung, aber seine Ermittlungserfolge geben ihm immer wieder recht.
Alan Parks Erzählstil ist packend, mitreißend, vor allem wenn man auf Krimis steht, bei denen es nicht zimperlich zugeht. Die zwei Seiten zu dem Überfall mit dem Schwert und den Folgen habe ich überblättert, das war mir zu grausam, aber das schadete dem weiteren Lesevergnügen nicht. Die Dialoge haben mir sehr gut gefallen, sie sind in jeder Situation geradeheraus und unverblümt. Noch sind nicht alle Rätsel um Harry gelöst, Wattie birgt auch noch Erzählbedarf. Blutiger Januar ist ein großartiger Noir-Krimi – wann gibt’s die Fortsetzung?

Info zum Autor (Quelle: Randomhouse): Alan Parks studierte an der Universität von Glasgow Philosophie. Nach dem Studium arbeitete er als Creative Director bei London Records und später bei Warner Music, wo er für Acts wie All Saints, New Order, The Streets oder Gnarls Barclay zuständig war. Heute lebt er in Glasgow und London. Blutiger Januar ist sein Debütroman und Auftakt einer Serie mit Detective McCoy.

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Alan Parks: Blutiger Januar
Heyne Hardcore, 03.09.2018
400 Seiten
€ 16,00

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