Buch: Beate Maxian – Tod in der Hofburg

Realität trifft Fiktion

Maxian_BTod_in_der_HofburgDieses Jahr habe ich am 1. Januar das erste Mal die Übertragung des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins gesehen. Aber nicht nur mich begeisterte diese Aufführung, Sarah Pauli, die Journalistin des Wiener Boten aus der Wien-Krimireihe von Beate Maxian lässt sich im fünften Teil Tod in der Hofburg von der sich ihr bietenden Pracht auch beeindrucken, die sie live erleben darf. Leider endet ihr Konzerterlebnis fürchterlich, es werden zwei Menschen vor dem Eingang zum Konzerthaus niedergeschossen, vor den Augen der Journalistin und der anderen Konzertbesucher. Nach der allgemeinen und eigenen Panik interessiert sich die Journalistin natürlich dafür, warum diese Menschen ihr Leben verloren haben und was bzw. wer der Auslöser war.

Die Autorin versteht es in dem 2015 erschienenen Buch mehrere Handlungsstränge zusammenfließen zu lassen: Da ist das ältere Ehepaar, das in einer gediegenen Wohngegend lebt, man stößt auf dem Balkon zum Jahreswechsel an und lästert über die Nachbarschaft. Dann ist da noch die Cellistin, die gegenüber des Wiener Musikvereins am Konzerttag mit ihrem Instrument sitzt und spielt – wenn da nicht eine Merkwürdigkeit wäre und ihre Angst vor einem geheimen Club. Und dann gab es einige Zeit vor dem Neujahrskonzert diese große Explosion im Sisi-Museum in der Hofburg. Dabei kam eine Frau ums Leben, die Umstände und den Grund dafür konnte die Wiener Polizei noch nicht aufklären.

Mit dem Tod in der Hofburg verbindet Beate Maxian Wiener Attraktionen mit dem boshaften Blick über den Gartenzaun, sie lässt „Realität auf Fiktion“ (s. Seite 317) treffen, webt Mord und Kaltblütigkeit ein, ebenso lässt sie einen bei besonderen Momenten immer wieder lächeln, zum Beispiel wenn der österreichische Dialekt anklingt oder die Gedanken zur roten Unterwäsche des Mordopfers. Mit der Cellistin wurde eine Figur erdacht, bei der man sich nie sicher sein kann, was den weiteren Verlauf angeht. Nur gut, dass es Sarah Pauli gibt, die mit ihrem Spürsinn, ihrer Unnachgiebigkeit, ihrem persönlichen Umfeld und guten Kontakt zu Kommissar Stein und auch dank des Zufalls der Auflösung vieler Fragen auf die Spur kommt.

Es war wieder einmal sehr interessant und spannend zu lesen, welche Winkelzüge und Gedankengänge man zu Papier bringen kann, dies macht einen guten Krimi aus. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil der Sarah-Pauli-Krimireihe, der im Juli erscheinen soll, das lasse ich mir nicht entgehen.

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Beate Maxian: Tod in der Hofburg (Die Sarah Pauli Reihe – 5)
Goldmann Verl., 17.08.2015
384 Seiten
8,99 €
s.a. Mord in Schönbrunn

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