Und plötzlich ist alles anders …

Jeden Morgen nehmen sie denselben Zug nach London, die Passagiere in Wagen 3. Iona, eine Ratgeberkolumnistin und extravagante Erscheinung, hat sich sogar Namen für ihre Mitreisenden ausgedacht: Der-einsame-Teenager, Die-hübsche-Leseratte oder Der-arrogante-Breitbeinige. Als routinierte Pendler wechseln sie kein Wort miteinander. Bis sich der Breitbeinige eines Tages an einer Weintraube verschluckt und womöglich erstickt wäre, hätte ein junger Mann ihn nicht gerettet. Dieser Einsatz des Krankenpflegers Sanjay bewirkt ein Wunder: Die Menschen im Zug beginnen miteinander zu reden. Aus sechs Fremden, die nichts gemeinsam haben als ihren Arbeitsweg, wird eine Gemeinschaft, in der alle füreinander da sind. Denn Hilfe braucht jeder von ihnen auf die eine oder andere Weise.

Viele von uns kennen die Situation in einem Zug, man starrt vor sich hin, liest in seinem Buch, interessiert sich vielleicht für die Gespräche in seiner Umgebung. In der Regel spricht man nicht miteinander, egal ob in England oder Deutschland. Aber was wäre, wenn doch? Das beschreibt dieses wirklich lesenswerte und unterhaltsame Buch. Es wird nicht gespart an (unerfüllter) Liebe, an Dramatik und Ängsten, an Mitgefühl und Unterstützung, an Spaß und Freude. Besonders ist auch die Zugewandtheit der Menschen, die sich hier unversehens zusammenfinden. So unterschiedlich sie sind, so entstehen mit der Zeit Freundschaften und Hilfsangebote. Clare Pooley legt viel Gefühl in ihre Protagonisten, wie sie selbst beschreibt, nimmt sie hier Anleihen in ihrer nahen persönlichen Umgebung. Das Wunder von Bahnsteig 5 ist ein Mitfühl- bzw. Wohlfühlbuch, das vielleicht auch in einem selbst etwas auslöst.

Weitere Informationen zur Autorin finden Sie unter: clarepooley.com, @cpooleywriter und @clare_pooley

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Clare Pooley: Das Wunder von Bahnsteig 5
Aus dem Englischen von Stefanie Retterbush
Goldmann Verlag, Vö. 17.08.2022
400 Seiten
16 € Paperback
12,99 € eBook

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