30 Jahre später

schotten-dichtNach Schottendisco (Link zur Rezension) und Schottenrock (Link zur Rezension) folgt nun mit Schotten dicht der finale dritte Teil der Trilogie. Bobby Cassidy und Joey Miller von der mobilen Disco Heatwave kehren zurück, ebenso wie die geheimnisvollen The Miraculous Vespas und deren exzentrischer Manager Max Mojo. Nur sind in der Zwischenzeit dreißig Jahre vergangen, und die Schicksale der Beteiligten haben sie in alle Welt verschlagen. Ein Jubiläumskonzert zum 30-Jährigen soll sie alle wieder zusammenführen.

Bobby und Joey sollen dies auf einer abgelegenen schottischen Insel organisieren, und natürlich zieht Max Mojo wieder alle Strippen. Doch bevor es zu diesem wahnwitzigen Unternehmen kommt, beleuchtet David F. Ross die Schicksale der einzelnen Bandmitglieder von The Miraculous Vespas und natürlich Bobby und Joey. Der hat sich als Architekt vor allem in Asien einen Namen gemacht, wird aber langsam von den jüngeren Nachfolgern in seiner eigenen Firma auf den Altenteil abgedrängt. Bobby hingehen bleibt sich als DJ treu und feiert auf Ibiza Erfolge während der ersten Techno-Welle, doch sein Stern scheint danach stetig zu sinken. Die beiden ehemals besten Freunde sind heute heillos zerstritten und im Grunde genommen am Boden, bis – ja bis eben Max Mojo unverhofft bei ihnen anklopft mit der völlig utopisch erscheinenden Idee, im Vogelschutzgebiet einer abgelegenen schottischen Insel ohne Fähranleger das erwähnte Konzert zu veranstalten. Trotz anfänglicher Bedenken stürzen sie sich mit neuem Lebensmut in das Projekt, aber natürlich kommt es zu erheblichen Schwierigkeiten, und die Kosten explodieren. Wird das Unternehmen gelingen, oder wird es in einer großen Katastrophe enden?

Fazit: In Schotten dicht verknüpft David F. Ross die losen Fäden von Schottendisco und Schottenrock fachgerecht miteinander und klärt so alle Fragen, die in den ersten Teilen quasi als Cliffhanger offen geblieben sind. Der Sprung der Handlung von den Achtzigern in die Neuzeit ist konsequent und nachvollziehbar. Auch fehlt es nicht an Absurditäten, vor allem bei der Ibiza-Zeit bekommt man das Gefühl, dass Ross hautnah dabeigewesen ist. Nicht zuletzt wird das Buch wieder einmal von einem Soundtrack begleitet, der so einige Perlen bereithält. Alles in allem ein würdiges Finale, und irgendwie ist es schade, dass die Story nun vorbei ist.
Man kann Schotten dicht durchaus für sich alleine lesen, aber natürlich empfehle ich dringend, lieber die gesamte Trilogie zu lesen. Für Freunde der Achtziger, für Freunde von Trainspotting, und in dem Stil gehört auch die Schotten-Trilogie verfilmt.

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David F. Ross: Schotten dicht
Heyne Hardcore, Vö. 26.08.2019
Paperback mit Klappenbroschur, 464 Seiten
16,00 €, als Ebook 12,99 €, erhältlich über Randomhouse

Homepage: https://www.randomhouse.de/Paperback/Schotten-dicht/David-F-Ross/Heyne-Hardcore/e552140.rhd
https://www.randomhouse.de/Verlag/Heyne-Hardcore/30800.rhd

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