Buch: Eveline Schulze – Mord in der Backstube

Görlitzer Kriminalfälle

 Mord in der BackstubeSpielende Kinder entdecken im Keller einer Bäckerei im Görlitz der 60er Jahre eine verstümmelte Frauenleiche. Wer ist die Tote? Wie kommt sie in diesen Keller? Wer ist der Mörder und warum wurde sie so brutal zugerichtet?

Juli 1965: die elfjährige Roswitha Buder trifft sich mit ihrer Freundin zum gemeinsamen Altstoffsammeln. Die Mädchen teilen sich die Straßenseiten auf und wollen sich am Ende der Gasse wieder treffen, doch Roswitha verschwindet spurlos zwischen den Häusern. Bald gerät der seit Jugendtagen auffällige Kuno Peschel ins Visier der Polizei und tatsächlich wird kurz darauf das tote Mädchen, vergraben unter den Küchendielen von Peschels Wohnung gefunden…

Im Juni 1967 bezichtigt sich der Herrenschneider Karl Morche selbst, Jahre zuvor die ihm bis dahin unbekannte Verkäuferin Anna Hötzel vor der Weberkirche erschlagen zu haben. Ist Morche wirklich der Täter? Warum zeigt er sich nach so vielen Jahren selbst an? Wie kam es zu diesem grausamen Verbrechen?

Die 1950 in Görlitz geborene Eveline Schulze beschreibt in diesem Buch drei authentische Kriminalfälle aus ihrer Heimatstadt in den 60er Jahren. Teilweise blieben zu DDR-Zeiten diese Verbrechen der Bevölkerung unbekannt, denn in der DDR gab es laut Statistik so gut wie keine Gewaltverbrechen. Dadurch gestalten sich auch die Recherche und Aufarbeitung dieser Fälle aufgrund unvollständiger oder nicht mehr existierender Akten als sehr aufwendig und schwierig.
Die in den 80er Jahren selber bei der Volkspolizei tätige Eveline Schulze hat sich vor Jahren auf das Niederschreiben authentischer Kriminalfälle aus Zeiten der DDR spezialisiert. Wie in ihren vier anderen Büchern beschreibt sie auch in „Mord in der Backstube“ nicht nur die Ermittlungsarbeit der Volkspolizei, die Motive und die Persönlichkeit des Täters, sie gibt auch ein Stück Zeitgeschehen wieder, indem sie die damalige Lebensweise und Lebensumstände im Sozialismus beschreibt. Ihr Schreibstil ist keinesfalls reißerisch, eher nüchtern und sachlich und mag bei der Wiedergabe von Dialogen etwas zäh wirken. Dies liegt jedoch am Versuch von Eveline Schulze, auch Dialoge im DDR-typischen Jargon aufzuzeigen.

Mord in der Backstube“ ist auf jeden Fall ein angenehm zu lesendes Buch für zwischendurch. Es ist sehr kurzweilig, gut verständlich und bietet dem Leser neben den Kriminalgeschichten auch einen kleinen Einblick in den damaligen sozialistischen Alltag.

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Eveline Schulze: Mord in der Backstube
Das Neue Berlin (Eulenspiegel Verlagsgruppe)
222 Seiten
TB € 12,95
Ebook 7,99

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