Mörderische Idylle am bayerischen Meer

Es hätte alles so schön sein können. Lisbeth fährt mit ihrem Lebensgefährten, dem pensionierten Kriminaler Joe, an den geliebten Chiemsee, um ihm die Schauplätze ihrer Kindheit zu zeigen. Doch kaum angekommen, wird die Vermieterin ihrer Ferienwohnung ermordet in der Räucherhütte des Anwesens aufgefunden. Joe Kotteder steht seinem örtlichen Kollegen Ottl Kerber sofort mit Rat und Tat zur Seite. Tatverdächtige gibt es viele, und so hat das Ermittlerduo – inmitten der Schönheit des Chiemsees – alle Hände voll zu tun.

In den 1950er (Link) und 1960er (Link) Jahren spielen die ersten Kriminalromane von Gretel Mayer. Mit Chiemseegewitter sind wir in den heutigen Tagen, aber mit dem Kriminalhauptkommissar Konrad Hilpert, dem ehemaligen Chef von Joe Kotteder, haben wir ein Bindeglied zu den vorangegangenen Fällen.
Aber zurück ins eigentlich idyllische Chiemgau zwischen Prien, Gstadt und Fraueninsel und zur toten Therese Bergwieser. Der alkoholkranke und eifersüchtige Ehemann wird verdächtigt, aber dann gab es an dem Mordabend noch einen Anruf, eine verdächtige Töpferin entzieht sich den Ermittlungen und ein dubioser Antiquitätenhändler spielt eine Rolle, ebenso Mitwirkende, die sich anfangs noch bedeckt halten. Lisbeth muss sich ohne ihren Joe ihre Zeit anderweitig vertreiben, sie geht unter anderem auf der Fraueninsel ihrer eigenen Wege, und das Setting um ihre dort in einer Senioren-WG wohnenden Tante bietet weiteren Zünd- und Unterhaltungsstoff. Bei der Aufklärung des Mordes spielen alte Freundschaften und Liebschaften eine Rolle, es ist nicht leicht für die Kriminalisten dahinter zu kommen, warum Therese sterben musste. Und im Showdown befinden wir uns in einem großen Gewitter …

Der Kriminalroman glänzt durch das örtliche Setting, manche dialektale Unterhaltungen und das sich langsam entwickelnde Aufdecken der Zusammenhänge. Es gibt einige Nebenschauplätze, die gut eingewoben werden. Dem Lektorat empfehle ich nochmal über den Text zu schauen, genauso die Namensverwechslung des Bootsnamen auszumerzen, aus Ilona wird auf einmal Gisela.
Ich war schon einige Male als Kind und auch später am Chiemsee, deshalb habe ich mich vom Buchtitel angesprochen gefühlt. Bei diesem Krimi habe ich miterlebt und mitgefühlt, es haben sich eigene Verdächtigungen ergeben, und das große Finale hat mich nicht unbedingt überrascht, aber es war gut erzählt. Anmerkung: Ich würde mir wieder einen Kriminalfall in historischen Zeiten mit Kommissar Hilpert wünschen!

:buch: :buch: :buch: :buch: :buch2: 

Gretel Mayer: Chiemseegewitter
Gmeiner Verlag, Vö. 12. März 2025 
256 Seiten
Paperback 15 €
E-Book 11,99 €

(345)

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert