Dorf ohne Geschichte

crommFranka und Remo machen sich auf den Weg zu seiner Mutter und kommen im Wald durch einen scheinbaren Unfall vom rechten Weg ab. Sie finden sich in einem seltsamen Dorf wieder und Remo verschwindet plötzlich. Eine Gruppe aus fünf jungen Leuten sucht das House of Horror, in dem sie Halloween verbringen wollen und landen ebenfalls in jenem seltsamen Dorf. Nach und nach verschwinden alle und Franka flieht in den Wald…Ein gewagtes Experiment zweier Autoren: Sie schreiben eine Geschichte in verschiedenen Rollen. Wenigstens das ist geglückt, denn die verschiedenen Schreibstile fallen nur dann auf, wenn man sehr genau darauf achtet. Die Erzählung selbst will gruselig sein, baut aber nur große Fragezeichen auf, die nicht mal Antworten bekommen. Dass nach und nach die Protagonisten verschwinden, bringt so lange Spannung, bis man erfährt, was mit den Mädchen passiert – und was mit den Jungs, die eine Sonderbehandlung erhalten. Ansonsten gibt es nur Fetzen eines großen Ganzen, das vermutlich eine spannende Story sein könnte, wenn man die Infos sinnvoller eingebracht hätte und nicht alles in einer großen Luftblase namens Geheimnis verschlossen hätte. Leider fehlt es immer wieder an logischen Schritten der Protagonisten, an Informationen wie beispielsweise die Schrift auf dem Stein vor dem Tor zum Dorf, die sonst ja nie jemand findet, die Franka nicht lesen kann, weil auf der holprigen Straße viel zu schnell daran vorbeigerauscht wird und die die anderen fünf Personen nicht einmal bemerken, dabei ist sie schon auffällig. Auch würde man mal gerne ein paar Dinge mehr erfahren, was überhaupt in dem Dorf los ist und welches Geheimnis sich dahinter verbirgt.
CROMM soll zwar eine Buchreihe werden, lädt aber nicht gerade dazu ein, auf den nächsten Teil, der zu einem unbekannten Datum erscheinen soll, zu warten. Vielleicht wird es dann mehr Antworten geben, aber nachdem man zu wenig gefüttert wurde, um hinter das Geheimnis kommen zu wollen, ist das egal. Zu allem Überfluss schließt das Buch mit einem Ausblick auf den Fortgang der CROMM-Erzählung. Und was mit einem Flyer im Waschsalon beginnt, endet damit und beginnt wieder damit. Die Langeweile ist dadurch leider perfekt.Eine gute Idee, die schlecht umgesetzt wurde, die Geschichte könnte man schneller und spannender erzählen, so dass sie absolut Lust auf sehr viel mehr macht – oder man packt alles in ein Buch, das ich vermutlich mittendrin abgebrochen hätte.Fazit: Leider eine Enttäuschung, aber immerhin hat das gemeinsame Schreiben gut funktioniert und die Idee hinter der Geschichte mag zwar nicht neu sein, aber doch gut.

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