Buch: J.R.R. Tolkien – Das Silmarillion

Von Legenden, Mythen und Sagen

 

Buchdeckel „978-3-608-93819-7

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behauptete, dass so gut wie jeder schon von Der Herr der Ringe gehört hat. An wem dieser Meilenstein vorbeigegangen sein sollte: Ein Hobbit (eine sehr kleine Gestalt mit menschlichen Zügen) wirft einen goldenen Ring in den Schicksalsberg, einen Vulkan im Land Mittelerde.

Das Silmarillion beschreibt das Zeitalter vor dem Beginn der Handlung von Der Hobbit sowie Der Herr der Ringe, und es unterteilt sich in vier Hauptthemen.

Als Erstes wird die Erschaffung der Ainur (= Heilige), Valar (= Ainur, die auf die Erde kamen und diese beschützen), Meinar (= Valar geringeren Ranges) und Eldar (= Elben) durch Ilúvatar (der Eine) geschildert. Die verschiedenen Heiligen werden namentlich erklärt. Die wichtigsten sind Manwe und Melkor, wobei letzterer das Dunkel und Böse darstellt.Die Quenta Silmarillion, der zweite Teil des Buches, erklärt, was die Silmaril sind, wieso sie auf ewig verloren sind, und warum Melkor aus der Gefangenschaft, die ihm auferlegt wurde, wieder entlassen wurde. Die Silmaril wurden von Feanor geschmiedet, durch Intrigen Melkors beginnt ein Krieg im Reich der Valar. Melkor schafft es, sie an sich zu reißen und mit ihnen nach Mittelerde zu fliehen. Ein Schwur Fenors und seiner Familie soll noch für viel Leid sorgen und Grund für weitere Kriege sein. Des Weiteren erklärt Tolkien, wie die Menschen, Zwerge und Orks (das hässliche Abbild der Elben) nach Mittelerde gelangt sind.Der dritte Teil des Werkes ist die Akallabêth. Dieser Abschnitt behandelt die Entstehung und den Verfall der Numenor, Menschen, die durch einen besonderen Verdienst am Rande des Reiches der Valar leben durften. Hier wird anschaulich geschildert, welche Mächte Sauron, der beste Diener Melkors, in den Jahrhunderten angesammelt hat. Mit List und Tücke bringt er es fertig, den Untergang der Numenor in Gang zu setzen und somit den Zorn der Valar auf diese zu lenken.

Der vierte Teil handelt von den Ringen der Macht. Wer hat sie geschmiedet und aus welchem Grund? In diesem Teil ist zum ersten Mal direkt von den Istari (Zauberern) die Rede. Wer schuf die Palantiri (sieben Steine aus dem Reich der Numenor mit besonderen Fähigkeiten)? Wie kommt es zum Verrat eines Zauberers? Es wird kurz die Geschichte des Der Herr der Ringe umrissen.

Christopher Tolkien, der Sohn von John Ronald Reuel Tolkien, fand nach dessen Tod Notizbücher, die bis ins Jahr 1917 zurückreichen. In diesen ging es um Sagen und Legenden Mittelerdes, aber auch Amans, dem geheiligten Land. Die Geschichten wurden bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht. Christopher Tolkien hat die Notizen in die richtige Reihenfolge und diese in eine veröffentlichbare Form gebracht.
Meiner Ansicht nach ist das gut gelungen. Es ist schön geschrieben. Er führt uns durch ein Zeitalter, in dem noch nicht jeder Weg krumm ist, sondern schnurgerade ins Glück führen kann. Alle, die wie ich das Gerücht gehört haben, dass man Das Silmarillion wie eine Bibel lesen kann, kann ich beruhigen: So kompliziert ist es dann doch nicht.
Christopher Tolkien hat es gut aufgearbeitet, klar und logisch geschrieben, allerdings gibt es viele Stämme, Namen und Völker, dasselbe Wort manchmal in der Sprache der Elben, Menschen und Zwerge – das muss man erst einmal begreifen.

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J. R. R. Tollkien: Das Silmarillion
Klett-Cotta Verlag, 27. Aufl. 2015
547 Seiten
16,97 €
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