“Weil Skilager ohne Flirt ist ja wohl der totale Abtörner.”
In den vorausgegangen Romanen Die zwölf Leidensstationen nach Pasing (Rezension) und Lost in Translatione (Rezension) machte die kultige Kajal-Clique aus Pasing die heißen Sommermonate der 80er Jahre unsicher. Dieses Mal jedoch geht es in Die weiße Hölle vom Fuxnhof zusammen mit der Parallelklasse ins Skilager. Aus dieser stammen auch die Schulschönheiten Suse, Astrid und Eva. Das wäre endlich die Gelegenheit ihnen näherzukommen, denn in der Schule werden die Jungs von ihnen schlicht ignoriert. Wird es also heiß zwischen Schnee und Eis? Doch der Titel des Buches erinnert an das alte Stummfilm-Drama Die weiße Hölle vom Piz Palü, und das lässt schon erahnen: Welche Katastrophen werden uns dieses Mal erwarten?
Eines ist schon mal klar: Der strenge Lehrer Bärbichler ist der Endgegner, den es zu überwinden gilt. Noch dazu hat er ein striktes Alkoholverbot ausgerufen, an das sich Roderick, Meindorff, Deibel und Stefan natürlich auf keinen Fall halten werden. Schon auf der Hinfahrt im Bus werden sie von ihrem unscheinbaren Mitschüler Martin Zwenger erwischt, doch der hält unerwartet nicht nur dicht, er schmuggelt auch selbst eine Flasche. Für diese Ruhmestat wird er sogleich in die Kajal-Clique aufgenommen und unter seinem neuen Namen Lobo mit in ihr Zimmer einquartiert.
Doch nicht nur die Lehrer sorgen für Probleme, denn aus der Parallelklasse führt Seppi von Betzenstein die High-Society-Clique an, allesamt Popper-Schnösel aus gutem Hause. Dass es da zum Kampf kommen wird, ist quasi vorprogrammiert. Dennoch gelingt den New Wavern die Kontaktaufnahme zu den Mädels, doch ab da entwickeln sich die Ereignisse nicht nur auf der Skipiste zu einer Berg- und Talfahrt. Vor allem jedoch letzteres, was soweit führt, dass Deibel sogar den Aufstand in der Gruppe wagt. Wird es der Kajal-Clique gelingen die Katastrophe abzuwenden? Und wichtiger noch, werden sie von den Angebeteten doch noch erhört werden? “Weil Skilager ohne Flirt ist ja wohl der totale Abtörner”, soviel steht mal fest.
Dank der liebevoll zusammengestellten Playlist am Ende des Buches lässt sich auch eine eigene Party machen und tief in die Achtziger abtauchen.
Fazit: Stefan Wimmer schickt uns in Die weiße Hölle vom Fuxnhof zusammen mit der Kajal-Clique auf Klassenfahrt ins Skilager. Wer kann sich nicht an seine eigene Klassenfahrt erinnern, sei es zum Wandern oder Skifahren? An lustige, peinliche und amouröse Momente und nervige Lehrer? Beim Lesen werden viele Erinnerungen an die eigene Jugend geweckt. Doch natürlich kommt auch die Kajal-Clique nicht zu kurz, und wir können wieder mit ihnen mitfiebern, leiden und lachen. Pointen und gelungene Dialoge finden sich zu Hauf. Leser*innen, die mit den Vorgänger-Bänden ihren Spaß hatten, werden auch hier wieder nicht enttäuscht. Genau das richtige für die Winterzeit.

Stefan Wimmer: Die weiße Hölle vom Fuxnhof
blond Verlag, Vö. 19. Januar 2025
Taschenbuch, 263 Seiten
20,00 € erhältlich über Thalia
Links:
https://www.die120tage.de/
https://www.blond-verlag.de/buecher.html
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