Wenn eine eine Kreuzfahrt macht …

Ines möchte endlich die Beziehung zu ihrem älteren und noch dazu verheirateten Freund beenden, da kommt die von ihrer Mutter gebuchte Nordseekreuzfahrt gerade recht. Oder man könnte auch sagen, was tut frau nicht alles, um den Gedanken zu entfliehen? Die Aussicht auf zwei Wochen mit Muttern auf engstem Raum ist nicht die Erfüllung ihrer Träume, aber die Hoffnung auf Abstand von Günther ist dringend nötig. Das Schiff erweist sich als manchmal nervenaufreibend, wobei Ines‘ Mutter das kleinste Übel ist. Es gibt so viel zu beobachten, v.a. die vielen Passagiere: von bewegungsunwillig bis zu -süchtig, von alt bis jung, von abenteuerlustig bis ausflugsunwillig. Und da gibt es noch Johann, der könnte sich zu einem Lichtblick entwickeln, nach der Alpenglühn-Party ist er nicht mehr ganz so unsympathisch. Und doch flammen immer wieder die Gedanken an Günther auf.

Wer schon einmal eine Kreuzfahrt gemacht hat, dem wird das von Susanne Hasenstab Beschriebene einigermaßen bekannt vorkommen. Sie erzählt die Begebenheiten auf einem Kreuzfahrtschiff mit den unterschiedlichen Charakteren auf herzerfrischende Art und Weise – und ganz weit weg vom Traumschiff aus dem Fernsehen. Die abendlichen Mottoparties, die auf dem Schiff abgehalten werden, sind immer wieder ein Schmankerl. Die Autorin begibt sich ins Kielwasser der Ironie, und gerade das macht das Buch unterhaltsam.

Zur Autorin: Susanne Hasenstab, geboren 1984, studierte Romanistik und Skandinavistik in Frankfurt/Main und Lausanne. Sie arbeitet als freie Autorin und Kolumnistin für unterschiedliche Printmedien und beim Radio. Zusammen mit ihrem Bühnenpartner Emil Emaille tritt sie mit kabarettistischen Leseprogrammen auf. In ihrer Freizeit macht sie gern Yoga, reist und belauscht andere Leute, um Inspirationen für ihr Bühnenprogramm zu sammeln.

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Susanne Hasenstab: Das Leben kann mich kreuzfahrtweise
blanvalet, Vö. 22. März 2021
304 Seiten
€ 15

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