Can a Song save your Life?

Ob ein Lied ein Leben retten kann?

Oh ja, zumindest in diesem Film.

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Dan (Mark Ruffolo), ein zur Zeit erfolgloser und dem Alkohol ergebener Musikproduzent erwacht in einem seelenlos eingerichteten Zimmer. Er schlittert durch den Tag, und dieser wird von Minute zu Minute übler. Am Ende dieses Tages landet er betrunken in einer Bar und hört ein Lied.

Dieser Tag war auch für Gretta (Keira Knightly) nicht gut. Sie ist eine junge Musikerin/Songwriterin aus England und kam vor einigen Wochen mit ihrem Freund Dave (Maroon 5-Sänger Adam Levine), ebenfalls Musiker/Songwriter, nach New York, weil seine Songs dort aufgenommen werden sollen. Anfangs läuft alles wunderbar, doch leider ist Dave auf der Überholspur, und nach einem kurzen Aufenthalt in Los Angeles eröffnet er ihr, dass er eine Andere hat.
Gretta schnappt sich ein paar Klamotten, ihre Gitarre und ihr Rad, und sie fährt zu ihrem guten Freund Steve (James Corden), einem herzensguten Knuddelbär, von Beruf Straßenmusiker. Die Szene als er sie sieht, sogleich auf sie zugeht und sie umarmt, die lässt das erste Mal die Augen überlaufen. Ich will auf der Stelle auch so einen Freund!
Abends überredet Steve Gretta mit ihr in ein Lokal zu gehen, wo Live-Musik gespielt wird, er wird auch dort auftreten. Sie rafft sich auf, sie lässt sich sogar breitschlagen, dort auch ein Lied zu performen. Und das ist der Moment, wo die beiden Handlungsstränge zusammenkommen.

Dan trifft Gretta. Er hört ihren Song, er hat Visionen (okay, er ist betrunken), sieht sich schon ihr Album produzieren, wieder Fuß fassen im Musikgeschäft, sie groß rausbringen. Er spricht sie tatsächlich an, und was ihr anfangs abstrus erscheint, ist nach dem Aufwachen am nächsten Tag irgendwie gar nicht mehr so abwegig. Sie nimmt Kontakt zu ihm auf.

Und hier beginnt eine putzige kleine Geschichte um die beiden, wie sie völlig mittellos auf die Suche nach Unterstützung für ihr Musikprojekt gehen. Keiner von ihnen hat Geld, sie können nicht einmal ein Demo-Tape aufnehmen, um es jemandem vorzuspielen. Und so haben sie die Idee, statt in einem Studio ihre Songs live an allen möglichen Schauplätzen in New York einzuspielen. Dan, Gretta und Steve scharen ein verrücktes Völkchen an Musikern um sich, und sie nehmen alles an authentischen Schauplätzen auf – auch auf Video. Am Ende des Films ist alles geschafft, und sie sind nur einen Mausklick vom Ruhm entfernt!

Es macht Spaß dem Treiben zuzusehen. Ich möchte sofort nach New York und diese skurrilen Schauplätze nachempfinden! Spaß machen auch die Nebenschauplätze. Man sieht die getrennt von Dan lebende Frau (perfekt besetzt mit Catherine Keener) und deren Tochter anfangs, und wie sie sich dann mittels dieses Musikprojekts verändern und wieder zueinander finden. Das 14-jährige Töchterchen ist zuerst eine lustlose Göre in aufreizenden Girlie-Klamotten, und dann entwickelt sie sich zur Gitarre spielenden Punkrockerin.
Gretta – oder ist es wirklich nur ihr Song? – hat alle in ihrer Nähe verändert.
Und wie sie, die ätherisch schmale Schöne am Schluss mit ihrem Rad in der Nacht durch New York fährt, da meint man fast, sie ist ein Engel oder Mary Poppins oder zumindest ET, der gleich „nach Hause“ radelt.

Eigentlich bin ich wegen des Regisseurs John Carney, der den wundervollen Vorgänger „Once“ im Jahr 2007 inszenierte, in diesen Film gegangen. Damals war die Handlung so entzückend und die Filmmusik so herzzerreißend, dass ich mir sofort den Soundtrack gekauft habe.
Hier hat mich die Musik nicht so angesprochen, aber der Film ist in meinen Augen bezaubernd, mit ein paar ganz süßen Momenten, die einen das Herz aufgehen lassen.
Was will man mehr an einem kalten Tag Anfang September?

:popcorn: :popcorn: :popcorn: :popcorn: :popcornsw:

Originaltitel: Can a Song save your Life?
Filmstart: 28.08.2014
Filmlänge: 104 Minuten
USA, 2013
Genre: Drama, Romanze/Liebe
Darsteller: Mark Ruffalo, Keira Knightley, Hailee Steinfeld, Maddie Corman, Catherine Keener
Regie: John Carney

http://www.youtube.com/watch?v=jXM0PybVz5w

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