Das Green Book – Rassismus in den USA früher und heute

Cover-Overground-railroadSeit Wochen toben in den USA – und auch in anderen Ländern – emotionale Proteste gegen herrschende rassistische Strukturen und systematische Benachteiligung von BPoC und anderen Minderheiten. Auslöser war die völlig überzogene Gewalt seitens der Polizei bei der Festnahme des Schwarzen George Floyd, die schließlich in seiner grausamen Ermordung resultierte (ihr wisst schon, fast neun Minuten mit einem Knie im Nacken …) – ja, das ist jetzt bewusst so formuliert, denn wer die Videoaufnahmen gesehen hat, kann eigentlich zu keinem anderen Ergebnis kommen. George Floyds Tod ist in gewisser Weise symbolträchtig, aber nur ein Beispiel für jahrzehntelange, jahrhundertelange Diskriminierung von Schwarzen in den USA, die auch mit dem Civil Rights Act von 1964 nicht abgenommen hat und oft nicht mal subtiler geworden ist. Auch in Deutschland haben wir ein massives Rassismus-Problem, und um diese Strukturen zu verstehen, lohnt ein Blick in ein anderes Land und dessen rassistische Geschichte. Weiterlesen

He’s lost control

John-SavageJoy Division sind eine der wichtigsten subkulturellen Musikbands, deren Einfluss für Bands in den Bereichen Post Punk, Dark Wave, Gothic und Indie Rock bis heute ungebrochen ist. Und deren Sänger Ian Curtis wurde durch seinen Selbstmord zum Mythos. Eine Woche vor seinem 40. Todestag halte ich das Buch in meinen Händen, und so beschließe ich noch zu warten. Der 18. Mai erscheint mir nur allzu richtig, um mit dem Lesen zu beginnen.
Im vorliegenden Buch handelt es sich mitnichten um eine Biographie, auch wenn die Bandkollegen Peter Hook, Bernard Sumner und Stephen Morris natürlich eine prominente Stellung haben. Stattdessen kommen außer ihnen eine Menge weiterer Zeitzeugen zu Wort, die zum Teil aus dem engsten Umfeld von Joy Division stammen. Darunter sind unter anderem die beiden Frauen in Curtis‚ Leben, Deborah Curtis und Annik Honoré, Manager Rob Gretton und Tony Wilson, gemeinsame Gründer des Independent-Plattenlabels Factory Records, Tourmanager Terry Mason sowie Produzent Martin Hannett. Und so wird man auch als langjähriger Fan mit Einblicken überrascht, die man so noch nicht kennt. Weiterlesen

Versteckte Hinweise

Im Hotel Sacher wird ein rauschendes Frühlingsfest gefeiert, und Journalistin Sarah Pauli ist für den Wiener Boten unter den illustren Gästen. Die Feier ist in vollem Gange, als plötzlich ein Schrei ertönt – in den Waschräumen wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wie sich herausstellt, war das Opfer Konditorin in einer nicht weit vom Sacher entfernten Patisserie. Die Boulevard-Presse hat schnell den Täter ausgemacht: Konditor Max Brücker, Chef und Ex-Freund der Toten. Sarah ist skeptisch und stößt bald auf rätselhafte Kuchenverzierungen und jede Menge dunkle Geheimnisse … Weiterlesen

Ein anderes Deutschland in der Zukunft

Die Küsten sind überschwemmt, weite Teile Deutschlands sind entvölkert, und die Natur erobert sich verlassene Ortschaften zurück. Berlin ist nur noch eine Kulisse für Touristen. Regierungssitz ist Frankfurt, das mit dem gesamten Rhein-Main-Gebiet zu einer einzigen Megacity verschmolzen ist. Dort, wo es eine Infrastruktur gibt, funktioniert sie einwandfrei. Nahezu das gesamte Leben wird von Algorithmen gesteuert. Allen geht es gut – solange sie keine Fragen stellen.
Liina, Rechercheurin bei einem der letzten nichtstaatlichen Nachrichtenportale, wird in die Uckermark geschickt, um eine, wie sie glaubt, völlig banale Meldung zu überprüfen. Dabei sollte sie eigentlich eine brisante Story übernehmen. Während sie widerwillig ihren Job macht, hat ihr Chef einen merkwürdigen Unfall, der ihn fast das Leben kostet, und eine Kollegin wird ermordet. Beide haben an der Story gearbeitet, die Liina versprochen war. Anfangs glaubt sie, es ginge darum, ein Projekt des Gesundheitsministeriums zu vertuschen, aber dann stößt sie auf die schaurige Wahrheit: Jemand hat die Macht, über Leben und Tod fast aller Menschen im Land zu entscheiden. Und diese Macht gerät nun außer Kontrolle. Weiterlesen

Was Sie schon immer über den Tod wissen wollten

So-stirbt-man-also… lautet der Untertitel, und passender könnte dieser wohl auch nicht sein. Ein schwarzes Skelett grinst mich bereits entspannt in coolem Prägedruck vom Cover aus an, aber auf gelbem Hintergrund. Gelb ist bei Schwarzes Bayern nun nicht unbedingt die favorisierte Farbe, aber sie symbolisiert die Sonne und ist die „Farbe des Todes und der Trauer in Ägypten“, klärt mich die Einbandklappe auf. Wieder etwas gelernt, und das schon mit dem Cover. Auch rot, violett, weiß und natürlich schwarz sind regional bedeutende Farben des Todes und der Trauer. Und je tiefer man in So stirbt man also eindringt, desto umfassender wird das Thema Tod, das zum Leben letztendlich final dazugehört. Auch, wenn man das nicht (wahrhaben) will. Weiterlesen

Tiefste menschliche Abgründe

 

Ein junges Mädchen stürzt in Stockholm von ihrem Balkon in die Tiefe. Es sieht nach Selbstmord aus und findet deshalb wenig Beachtung bei der Polizei. Doch Kevin Jonasson, ein junger, introvertierter Kriminalbeamter, spürt dem nach. Er findet heraus, dass sich die Tote kurz zuvor mit einem Unbekannten getroffen und sich prostituiert hat. Es verschwinden parallel zwei junge Mädchen aus einem Heim bei Uppsala. Jonasson findet eine Spur zu einem Mann, den man „Puppenspieler“ nennt, und von dem die Polizei nur weiß, dass er sich online junge Mädchen für gewisse Zwecke sucht. Sie alle werden missbraucht. Kevin Jonasson, privat ein Film-Nerd, hat beruflich sein Aufgabengebiet im Bereich Internetkriminalität. Bei der Sichtung und Analyse pornographischer Bilder und Videos fällt ihm eines Tages eine junge schwarze Frau auf, weil sie Ähnlichkeit mit Grace Jones in Filmen aus den 70er Jahren hat. Es ist Mercy, eine der beiden Verschwundenen aus dem Heim. Die Sache kommt ins Rollen. Weiterlesen

„Wenn der Mensch gestorben ist, ist er tot. Das ist sicher, also todsicher, wie man so sagt.“

Im Karl Valentin Gymnasium in der Münchner Altstadt ist ein Feuer ausgebrochen, im Keller wird die Leiche der stellvertretenden Direktorin Marianne Eichstätt geborgen. Ein Jahr zuvor starb im Gymnasium der 17jährige Schüler Fabian Brühl auf mysteriöse Art und Weise. Je tiefer Hauptkommissar Tom Perlinger und sein Team graben, desto brisanter wird die Lage. Der Täter hat bereits die nächsten Opfer im Visier. Und Tom hat keine Ahnung, dass der Feuerteufel auch mit seinem persönlichen Schicksal zu tun hat. Weiterlesen

Die Leiden des jungen Wimmer

Stefan-WimmerEs ist der heiße Sommer von 1985 im Münchener Vorort Pasing. Der fünzehnjährige Stefan ist leidenschaftlicher New-Wave-Anhänger und Mitglied der Kajal-Clique. Der Name ist Programm, und zur Schminke gesellen sich Schmuck und schwarze Klamotten. Der Kopf der Gruppe ist der ein Jahr ältere Roderick, und neben Meindorff ist auch noch Deibel dabei, der aber von den anderen immer wieder einmal verspottet wird. Sie hören Bands wie The Cure und Human League, Propaganda, Heaven 17 und Siouxsie and the Banshees. Weiterlesen

Wenn … dann …

Rachel – du bist eine liebende Frau und Mutter, genauso eine ehrgeizige Wissenschaftlerin, die an der Konzeption und Weiterentwicklung eines Roboters arbeitet. Du weißt, dass Dein Leben wegen eines Aneurysmas nicht allzu lange währen wird. Du willst vorsorgen und deiner Familie die Verarbeitung der anstehenden Trauer erleichtern und dafür deinen Humanoiden einsetzen, der die Wissenschaft dadurch weiterbringen soll – allerdings fürs Erste unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit.
Aiden – du bist der Mann, der seine Frau immer noch sehr liebt, der sich um die gemeinsame Tochter kümmert, der zurücksteht, wenn Rachel mal wieder viel zu vertieft in ihre Arbeit ist, der seinen Job nicht an erste Stelle stellt. Und du hast keine Ahnung, was Deine Frau weiß und plant. Weiterlesen

Gegen das Vergessen

Spaziert man heute durch die Innenstadt von Dresden, werden nur wenige Menschen von der Schönheit und dem Flair dieser Stadt unberührt sein. Vom heimeligen Weihnachtsmarkt auf dem Altmarkt, wo Handwerkskunst aus dem Erzgebirge angeboten wird, bis zum lauen Sommerabend auf dem Neumarkt im Schatten der Frauenkirche mit ihrer imposanten Kuppel – überall sieht man sich von Kunst und Kultur umgeben. Doch man muss nicht einmal genau hinsehen, um die schwarz verkohlten Steine im hellen Sandstein der Fassade der Frauenkirche zu bemerken, die Zeugen der düstersten Nacht sind, die sich je über Dresden hinabsenkte. Nichts hier ist so alt, wie es scheint, denn nach dieser einen Nacht war von Dresdens Innenstadt nichts mehr übrig.

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