Ein Road-Krimi

Von einem Moment auf den anderen verändert sich die sorgsam geschützte Welt von Anna McDonald. Ihre Töchter verlassen mit ihrem Ehemann und seiner neuen Freundin, Annas bester Freundin, das Haus und fahren in die Ferien, kurz vorher hat er ihr mitgeteilt, dass er sich von ihr trennt. Nicht unbedingt eine Tatsache, die Anna erschüttert, aber so plötzlich und ihre geliebte Morgenroutine zerstörend, damit hätte sie nicht gerechnet. Nun klammert sie sich an den gerade noch gehörten True-Crime-Podcast, der ihre Erinnerung wachrüttelt. Es erscheint darin eine vertraute Gestalt aus ihrer Vergangenheit, die verknüpft ist mit Geschehnissen, die Anna lieber unter der Decke gehalten hätte. Aber mit diesem Podcast wird alles wieder aufgefrischt, und sie möchte sich dem nun endlich stellen und insbesondere herausfinden, was dazu geführt hat, dass eine Jacht in Frankreich gesunken ist und eine ganze Familie mit sich in die Tiefe gerissen hat. Weiterlesen

Mit Lappen und Wasser kommst du hier nicht weit

Den Job fürs Leben hat Janine Schweitzer erst nach einigen Versuchen gefunden, die Ausbildung zur Schädlingsbekämpferin war dann ihr Ding. Sie machte sich in diesem Bereich selbstständig und arbeitet heute vor allem als Messie-Entrümplerin und Tatortreinigerin. Sie gibt uns einen tiefen Einblick in die Messie-Seele, mit ihren Abgründen und der Verzweiflung, aber auch mit Hilfsangeboten. Die Tatorte werden ohne Leichen beschrieben, aber mit den jeweiligen Hinterlassenschaften, die es zu entfernen gilt, verbunden mit persönlichen Schicksalen. Weiterlesen

Alles aus Liebe, irgendwie

Am Strand einer kleinen Insel in Cornwall wird von zwei Mädchen eine Frau tot aufgefunden. Bei der Leiche im Sand handelt es sich um eine französische Touristin. Der ortsansässige Ermittler Macalvie ist ratlos und holt Inspektor Richard Jury zu Hilfe. Dieser lernt derweil eine Legende kennen: den ehemaligen Detective Tom Brownell, der angeblich jeden Fall lösen kann. Nun, dies zu beweisen haben die drei Ermittler nun Gelegenheit: Zwei weitere Morde geschehen, und man sucht fieberhaft nach einer Verbindung zwischen den Opfern. Wie gut, dass Richard Jury seine Freunde in Long Piddleton hat, allen voran Melrose Plant, den Mann, der freiwillig auf seine Adelstitel verzichtet. Die Pferde auf dessen Herrensitz Ardry End bringen den Fall einen entscheidenden Schritt weiter, denn bei der Ermittlung ist es nicht schlecht, jemanden zu kennen, der sich mit Pferden auskennt … Weiterlesen

Ein Mann und seine Leidenschaft

Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) – Architekt der Moderne – Graphic Novel – mein Interesse war geweckt. Der Mann war ein Vorreiter und seiner Zeit in seinen baulichen Visionen etwas voraus, seine Konzepte von Glas und Stahl waren neuartig. Mies van der Rohe hat sich im Lauf der Zeit einen großen Namen erarbeitet, da wundert es nicht, dass er 1930 die Leitung des Bauhauses in Dessau übernahm. Unter anderem hatte er sich mit dem deutschen Pavillon zur Weltausstellung 1929 in Barcelona dafür den Weg dorthin geebnet. Im August 1932 wurde das Bauhaus allerdings auf Betreiben der Nationalsozialisten geschlossen. Nach einem Ruf aus den USA emigrierte er 1938, dort baute er sich ein neues Architekturbüro auf und konnte sein Wissen an junge Architekten weitergeben. Erst der Auftrag für die Neue Nationalgalerie in Berlin führte ihn in den 1960er-Jahren nach Berlin zurück. Auf dem Flug zur Baustelle erzählt er seinem Enkel von seinem intensiven Leben, das unter anderem zwei Weltkriege umfasst und oft unter seinem Ehrgeiz leidet, der vor allem seine privaten Beziehungen vernichtet. Weiterlesen

Exit Happyland – exit racism!

230_ogette_exit-racism8_webWer die folgenden versteckt rassistischen und furchtbar alltäglichen Aussagen oft genug in seinem Leben zu hören bekommt, darf die Einleitung gern überspringen, alle anderen seien hiermit eingeladen, sich auf eine Reise ins Happyland zu begeben:
„Rassisten – das sind doch die anderen. Die von den einschlägigen rechten Parteien. Die, die Anschläge verüben wie in Hanau. Oder in Christchurch in Neuseeland. Die, die Ausländer auf der Straße beschimpfen und verprügeln. Pöbelnde Skinheads. Wie gut, dass ich nicht so bin! Mir sind Hautfarben völlig egal, ich sehe nur die Menschen. Natürlich würde ich nie einen Unterschied zwischen meinen Mitmenschen machen, ich komme aus einem guten Elternhaus und wurde so erzogen, alle gleich zu behandeln. Und sind Babys mit schokobrauner Haut nicht unglaublich niedlich? Du, ich interessiere mich einfach ganz ehrlich dafür, wo du eigentlich herkommst. Oh, ich hätte auch so gerne Locken, wie fühlen sich denn deine Haare an, ich darf doch mal, ja? Also, mein farbiger Kumpel lacht über Mohrenköpfe und Negerküsse, jetzt sei doch nicht so überempfindlich, ich meine das doch nicht böse. Hey, ich bin doch echt kein Rassist, wieso nennst du mich so? Ich bin doch ein guter Mensch, wie kannst du mich nur so verletzen?“ Weiterlesen

Eine Familie in Unordnung

Eine ganz normale norwegische Familie: Mama, Papa, die erwachsenen Kinder Liv, Ellen und Håkon. Alle gehen ihren interessanten Berufen nach, verstehen sich gut und feiern gemeinsam die Feste des Jahres, im Sommer verbringt man Zeit in der Familien-Hütte in den Bergen. Am siebzigsten Geburtstag von Papa verkünden die Eltern, dass sie sich scheiden lassen. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war, für die Kinder ist die Ankündigung überraschend. Die Familienidylle wird bedroht, die Kinder erzählen aus ihrer jeweiligen Sicht die weitere Entwicklung dieser Geschichte. Weiterlesen

Ein Buch für Genießer

Ein Pirat und ein Mädchen. Eine geheimnisvolle Welt innerhalb der Welt. Die mystische Einführung eines neuen Akolythen. Und schließlich ein kleiner Junge, Sohn einer Wahrsagerin, der in einer Gasse auf eine Tür stößt, die auf die Mauer gemalt ist, und sich für einen Moment wünscht, sie zu öffnen – und es dann doch nicht tut. Noch nicht.
Der Junge heißt Zachary und wächst zu einem jungen Mann heran, der Neue Medien studiert und sich für das Erzählen von Geschichten interessiert. Als er eines Tages in der Unibibliothek ein Buch ohne Autor entdeckt, in dem seine eigene Erinnerung an die Tür in der Gasse erzählt wird, kann er nicht anders, als dieses Rätsel lösen zu wollen, und fällt bei seinen Nachforschungen wie Alice durchs Kaninchenloch in eine wundersame Welt aus lebendigen Geschichten, Gefühlen und Honig. Weiterlesen

Graffiti, Geheimnisse, Mord

Als Chefredakteurin des Wiener Boten weiß Sarah Pauli stets Bescheid, wenn sich etwas Ungewöhnliches in der Donaumetropole ereignet. So schreibt sie auch als Erste über das geheimnisvolle Kreuzsymbol, das plötzlich überall in Wien an Häusern und Sehenswürdigkeiten prangt. Und die Graffiti sind erst der Anfang eines unheimlichen Rätsels. Denn an einem nebeligen Tag wird in der Wiener Altstadt der Fahrgast eines Fiakers ermordet – und in der Kutsche findet man eine mysteriöse Zahlenreihe und darüber ein Kreuzzeichen … Weiterlesen

Das Green Book – Rassismus in den USA früher und heute

Cover-Overground-railroadSeit Wochen toben in den USA – und auch in anderen Ländern – emotionale Proteste gegen herrschende rassistische Strukturen und systematische Benachteiligung von BPoC und anderen Minderheiten. Auslöser war die völlig überzogene Gewalt seitens der Polizei bei der Festnahme des Schwarzen George Floyd, die schließlich in seiner grausamen Ermordung resultierte (ihr wisst schon, fast neun Minuten mit einem Knie im Nacken …) – ja, das ist jetzt bewusst so formuliert, denn wer die Videoaufnahmen gesehen hat, kann eigentlich zu keinem anderen Ergebnis kommen. George Floyds Tod ist in gewisser Weise symbolträchtig, aber nur ein Beispiel für jahrzehntelange, jahrhundertelange Diskriminierung von Schwarzen in den USA, die auch mit dem Civil Rights Act von 1964 nicht abgenommen hat und oft nicht mal subtiler geworden ist. Auch in Deutschland haben wir ein massives Rassismus-Problem, und um diese Strukturen zu verstehen, lohnt ein Blick in ein anderes Land und dessen rassistische Geschichte. Weiterlesen

He’s lost control

John-SavageJoy Division sind eine der wichtigsten subkulturellen Musikbands, deren Einfluss für Bands in den Bereichen Post Punk, Dark Wave, Gothic und Indie Rock bis heute ungebrochen ist. Und deren Sänger Ian Curtis wurde durch seinen Selbstmord zum Mythos. Eine Woche vor seinem 40. Todestag halte ich das Buch in meinen Händen, und so beschließe ich noch zu warten. Der 18. Mai erscheint mir nur allzu richtig, um mit dem Lesen zu beginnen.
Im vorliegenden Buch handelt es sich mitnichten um eine Biographie, auch wenn die Bandkollegen Peter Hook, Bernard Sumner und Stephen Morris natürlich eine prominente Stellung haben. Stattdessen kommen außer ihnen eine Menge weiterer Zeitzeugen zu Wort, die zum Teil aus dem engsten Umfeld von Joy Division stammen. Darunter sind unter anderem die beiden Frauen in Curtis‚ Leben, Deborah Curtis und Annik Honoré, Manager Rob Gretton und Tony Wilson, gemeinsame Gründer des Independent-Plattenlabels Factory Records, Tourmanager Terry Mason sowie Produzent Martin Hannett. Und so wird man auch als langjähriger Fan mit Einblicken überrascht, die man so noch nicht kennt. Weiterlesen