Mit ihrem Projekt Sierra hat die in Paris lebende Elektro-Künstlerin Annelise Morel bisher drei EPs veröffentlicht, zuletzt die pulsierenden Tracks „All about love“ und „Unpredictable“ – vielschichtige, tanzbare Klänge, die in dunkle, graue, elektronische Welten entführen. Ihre neueste Single „Trapped“ erscheint am 3. September beim französischen Label Slab Note, und wir haben schon mal reingehört.

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Das Space-Abenteuer geht weiter

Davids-Phalanx-Psychedelic-CoverEs ist noch gar nicht so lange her, da haben die guten Freunde Andreas Davids (xotox, Natura Est) und Sven Phalanx (Schattenspiel, Schwarzwald) mit ihrem ersten gemeinsamen Album Broken galaxies auf sich aufmerksam gemacht. Eine entspannte und gleichzeitig hochspannende elektronische Reise durchs All, an deren Ende man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Das haben sich Andreas und Sven zu Herzen genommen und gleich fleißig weitergewerkelt. Anfang Mai dieses Jahres war es dann so weit, A psychedelic trip into space erblickte das Licht der unendlichen Weiten. Das intergalaktische Duo führt uns auf seinem zweiten Weltraumabenteuer an den Planeten unseres Sonnensystems entlang, und ich bin gespannt, in welche Klangbilder Venus, Mars oder Saturn gefasst sind. Ready for takeoff? Weiterlesen

Der König ist tot – lang lebe der König!

Rio Reiser wurde am 9. Januar 1950 mit dem bürgerlichen Namen Ralph Christian Möbius in West-Berlin geboren. Er war ein deutscher Sänger und Musiker, komponierte, schrieb Texte und war auch als Schauspieler tätig. Vor seiner Zeit als Solokünstler war er Sänger und Texter der legendären Polit-Rockband Ton Steine Scherben, Rio11außerdem schrieb er Musik für zahlreiche Bühnenstücke und Filmmusiken. Er starb am 20.08.1996 in Fresenhagen.
Aber eigentlich war Rio Reiser viel mehr als das. Er war ein Rockpoet, der heute noch seinesgleichen sucht. Er war quasi der erste, der abseits von schwülstigen Schlagerschnulzen und Herz-Schmerz-Klischeereimen deutsche Texte voller Poesie und Ausdrucksstärke schrieb. Mit seiner Band Ton Steine Scherben machte er im Grunde genommen schon Punk bevor Punk sechs Jahre später überhaupt geboren wurde. Somit gibt es in Deutschland bis heute keine etablierten Musiker, die nicht irgendwie von ihm beeinflusst sind. Weiterlesen

„I just don’t know what to do with myself“

… dann macht man halt mal ein Cover-Album zu Corona-Zeiten. Colin Hay landet mit Men at Work in den 1980er-Jahren zahlreiche Hits. Nach der Trennung der Band im Jahr 1985 beginnt er seine bis heute andauernde Solokarriere. Mit I just don’t know what to do with myself erscheint heute sein 13. Album mit zehn Coverversionen von Hays Lieblingssongs, man kann ziemlich schnell erkennen, welche Bands/Interpreten in den Fokus gerückt wurden: The Beatles, Blind Faith, Del Amitri, Dusty Springfield, Faces, Gerry & the Pacemakers, Glen Campbell, Jimmy Cliff und The Kinks. Weiterlesen

„… diese Ungeheuerlichkeit, die hier stattfindet“

Aktualisierungen. Texte von Ingeborg Bachmann – kennt man, wenn, dann wahrscheinlich aus der Schule. Das heißt meistens, man kennt sie eigentlich nicht, nicht wirklich oder nicht mehr, diese auf ihre Art radikale Autorin, die sich durch den bräsigen, durch und durch männerdominierten Literaturbetrieb der 50er und 60er Jahre erfolgreich hindurchschrieb und diese Zeit trotzdem nicht lange überleben sollte. Jetzt sind Plätze, Straßen, Literaturpreise und -veranstaltungen nach ihr benannt. Ich selber kenne nur wenige ihrer Texte, und als ich mich dazu mal unter literaturbegeisterten Freund*innen umhörte, bekam ich mehrfach die Antwort: Habe ich früher viel gelesen, fand ich toll, aber ist mir inzwischen zu …
Inzwischen zu. Nicht einfach, sich dem sprachlichen und emotionalen Ausdruck einer anderen Zeit so zu nähern, dass er wieder zugänglich wird, oder hörbar zu machen, wie relevant und lebendig ein kanonisierter Text von „damals“ immer noch und wieder sein kann. Genau dieser Aufgabe haben sich Laut Fragen verschrieben: Hörenswerte, drängende Texte, die unter der Last von Zeit, alten Lesegewohnheiten und Deutungsschichten zu verschwinden drohen, ins Hier und Jetzt zu bringen, dem Inhalt und der Intention verpflichtet, aber völlig frei in der Form – und gerne auch tanzbar.

Auf ihrem äußerst bemerkenswerten Album Facetten des Widerstandes (2020, hier entlang zum Review) hat das Wiener Elektro(post)punk-Duo Texte aus dem antifaschistischen Widerstand musikalisch neu hörbar gemacht. Und nun also Ingeborg Bachmann: Ursprünglich für eine Performance bei der „Langen Ingeborg-Bachmann-Nacht“ im Theaterhaus Jena im Januar 2019 vertonten Maren Rahmann und Didi Disko vier Texte der österreichischen Schriftstellerin, und das Ergebnis ist Mitte Juni unter dem Titel Meine Schreie als EP erschienen. Weiterlesen

Hier stimmt die (Al-)Chemie

672155Ein neues Album von The Awakening flattert ins Haus, This alchemy ist das mittlerweile zehnte. Dabei ist vor erst einem Jahr das letzte Soloalbum Waiting for a voice von Mastermind Ashton Nyte erschienen, dem aus Südafrika stammenden und mittlerweile in den USA lebenden Künstler. Die Pandemie erzeugt bei ihm keinen Stillstand, sondern fördert offensichtlich seine Kreativität. Da mir das Vorgängeralbum Chasm außerordentlich gut gefallen hatte (Link), bin ich natürlich dementsprechend gespannt. Weiterlesen

Punk Diamond

HRR 791LP BRATS The Lost Tapes Cover.inddUrsprünglich sollte das hier vorliegende Debüt The Lost Tapes – Copenhagen 1979 der Brats beim kleinen dänischen Indie-Label Irmgardz erscheinen, doch kurz vor der Pressung bekamen die Brats ein lukratives Angebot der renommierten CBS, das sie nicht ablehnen konnten. Der Haken dabei – CBS verlangte Exklusivität, und so konnten die Aufnahmen nicht verwendet werden. Ihr damaliges Album 1980 Brats (auch von High Roller Records neu aufgelegt) wurde also für CBS neu eingespielt.

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Dynamisch, rockig, gut!

The Sign Records präsentierten im Juni das selbstbetitelte Debütalbum der schwedischen Psychedelic-Rock-Band Nephila. Der Verweis auf Children of the Sün ließ mich aufhorchen, denn deren 2019er Debüt läuft bei mir heute noch immer wieder. Nephila haben aber ihr eigenes Konzept: progressive und psychedelische Träume kombiniert mit Bluesrock und theatralischem Expressionismus. Es gilt der Einladung zu folgen und sich auf eine Reise in bekannte und unbekannte Realitäten zu begeben. Weiterlesen

Alive and kicking

cover-A-Place-To-Bury-Strangers-HologramA Place To Bury Strangers wurde 2003 von Oliver Ackermann in Brooklyn, New York, gegründet. Die Band machte sich schnell einen Namen im Underground, u. a. als lauteste Band New Yorks, und veröffentlichte in verschiedenen Konstellationen bislang vier EPs und sieben Alben, das letzte Fuzz Club Session ist von 2019.
Corona hat so einiges verändert, so auch 2021 erneut das Bandgefüge von APTBS. Dion Lunadon und Lia Simone Braswell sind nicht länger dabei, neu hinzugestoßen sind Bassist John Fedowitz und Drummerin Sandra Fedowitz von der Band Ceremony East Coast. Ackermann und Fedowitz kennen sich seit Kindertagen und spielten schon vorher zusammen bei der Shoe Gaze Underground-Band Skywave. Die vorliegende EP Hologram ist der direkt eingespielte neue Output. Weiterlesen

Brutal avantgardistisch

TMD_CoverUnd das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Die Holländer The Monolith Deathcult haben mit V3-Vernedering den finalen Teil ihrer Trilogie veröffentlicht. Sie haben ihren Technial Death Metal schon zuvor in Sachen Brutalität und Geschwindigkeit ausgereizt, scheuen Industrial-Einflüsse nicht und wagen nun einen weiteren Schritt in Richtung Avantgarde. Das geht hin bis zu Frosch-ähnlichem Gesang, den man eher vom Grindcore her kennt, wie beispielsweise von der Band Gutalag. Perfekt wird das alles beim Video zu „Gone sour, doomed“.

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