Ein Brief vom Boss

Es gibt Neues vom Boss! Letter to you, sein 20. Studioalbum ist da! Er hat es innerhalb von fünf Tagen live eingespielt, bei sich zu Hause mit der legendären E Street Band, den Musikern und Freunden von Bruce Springsteen, mit denen er schon etliche Alben aufnahm und unzählige Konzertabende verbrachte. Es ist das erste gemeinsam live eingespielte Studioalbum nach Born in the USA. Das ist jetzt 36 Jahre her, dieses Album, das immer noch in aller Munde und in allen Gehörgängen ist mit seinen Klassikern wie dem Titelsong, dann „Glory days“, „I’m on fire“ und „Dancing in the dark“. Man kommt sich schon ein ganz klein wenig alt vor, wenn man das alles schon miterlebt hat. Schließlich ist man nicht mehr die Allerjüngste. Aber das sind die Herrschaften der E Street Band auch nicht. Vor der Veröffentlichung konnte man sich schon auf Youtube einen kleinen Teaser zur Entstehung des Albums ansehen, das die Band zusammen mit ihrem Boss zeigt. In gnädigem Schwarzweiß, in kernige, hemdsärmelige Holzfällerhemden gekleidet sieht man dennoch, dass sie allesamt in einem normalen Berufsleben schon längst Rentner wären, auch der 71-jährige Springsteen, obwohl an ihm der Zahn der Zeit langsamer zu nagen scheint.

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Das große Kopfschütteln

Neck_Cemetery-BIACNeck Cemetery entstammen Köln und dem Ruhrgebiet und haben sich zwar erst 2018 gegründet, sind jedoch keine unerfahrenen Neulinge in der Musiklandschaft. Sänger Jens Peters war zuvor bei Aleatory und Season Of Flames aktiv, Gitarrist Boris Dräger bei Black Sheriff. Yorck Segatz spielt aktuell bei Sodom Gitarre und früher bei Beyondition, Bassist Matt Hauser ist auch bei Hornado aktiv und Drummer Lukas Strunck bei Black Sheriff. Gemeinsam frönen sie ihrer Leidenschaft für den guten alten Heavy Metal und agieren dabei so trve und authentisch, wie nur irgend möglich, und davon möchte ich mich mit Born in a coffin überzeugen. Gastauftritte liefern hierbei Chris Boltendahl (Grave Digger) sowie Gitarrist Michael Koch (Ex-Atlantean Kodex).
Das bemerkenswerte Albumcover stammt übrigens von Besil Wrathbone, der mit seiner Kunst auch schon für Sodom und die Kult-Skateboardmarke Koloss tätig war. Weiterlesen

Ein Gruß aus der Vergangenheit

Einen Vorgeschmack zum neuen Longplayer Schicksalsmelodien von Eisbrecher gab es bereits über die Videos zu „Skandal im Sperrbezirk“ und „Anna Lassmichrein Lassmichraus“. Die Titel kommen euch evtl. bekannt vor? Ich kenne die Gassenhauer noch im Original von Spider Murphy Gang und Trio. Was schließen wir daraus? Richtig, Noel Pix und Alex Wesselsky haben sich an ihre Lieblingssongs aus der weiteren und näheren Vergangenheit erinnert und diese mit einem Eisbrecher-Kleid überzogen. Klingt das gut? Weiterlesen

Keine dicke Biene

blinddelon-cd-frontBei dem Bandnamen Blind Delon muss ich als erstes direkt an die amerikanische Band Blind Melon denken, die in den Neunzigern den Hit „No rain“ hatte, in dessen Video ein als dicke Biene verkleidetes Kind die Hauptrolle innehatte. Aber ich vermute, es handelt sich wohl um ein doppeltes Wortspiel, das sich auch auf den französischen Schauspieler Alain Delon bezieht. Mathis Kolkoz hat die Band 2016 zunächst als Soloprojekt gegründet, zwei Jahre später stoßen Coco Thiburs und Théo Fantuz hinzu. Nach dem Debütalbum Discipline 2019 hat Fantuz die Band jedoch verlassen, und als Duo wird nun das neue Album Chimères bei Icy Cold Records und Manic Depression Records präsentiert. Weiterlesen

Mit Hingabe loslassen

Von Zeit zu Zeit stoße ich immer mal wieder auf Bands, die noch nicht unter Vertrag genommen worden sind, weil sie erst am Anfang ihres Weges sind und gerade ihr Debüt in Eigenregie veröffentlicht haben. So auch mein neuestes Review-Opfer Corps Fleur aus dem Vereinigten Königreich. England ist seit einigen Jahren konsequent Lieferant für guten bis sehr guten Black Metal inklusive fast jeglicher Unterart außer dem vakanten Post Black Metal Thron. In klassischer Besetzung mit zwei Gitarren zeigen uns die Jungs von Corps Fleur wo der Hammer hängt und erheben auch Anpruch auf den Thron. Ihren Sound würde ich nach meinen Empfindungen als einen Mix aus Post Black Metal, Suicide Depressive Black Metal und Blackgaze beschreiben. Folgend habe ich meine Empfindungen beim Hören des Albums für euch niedergeschrieben. Weiterlesen

 

Bestial Mouths ist das Projekt von Sängerin und Songwriterin Lynette Cerezo, Bestial Mouths sind die mühelose Kraft ihrer Stimme und einnehmende Präsenz ihrer visuellen Kunst. Die Musik ist intensiv, bewegend und eine wunderschöne Bühne für Lynettes einzigartige Stimme, die selber zum tragenden Instrument der vielseitigen Songs wird.
Die beiden letzten Bestial Mouths-Veröffentlichungen sind unter Lynettes kreativer Federführung entstanden. Unterstützt wird sie von den Bandkollegen Brant Showers (AAIMON/S’LVE) und Balzs Képli (nullius in verba) sowie Alex DeGroot (Zola Jesus).
Das aktuelle Album ResurrectedInBlack (VÖ. Juli 2020 bei Rune & Ruin) ist ein dunkel glänzendes Gesamtkunstwerk – ein eng verwobenes Netz aus Emotionen und zeigt einmal mehr Lynette Cerezos Gespür für fesselnde Kompositionen aus nebligen, finsteren Atmosphären, düsterer Elektronik und kraftvoll mürrischen Rhythmen, die von ihrer markanten Stimme getragen werden.

(Foto: VOID.EXE_BERLIN)

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Eine eindeutige Erklärung

Dass Corona Stillstand für Musiker und andere Künstler zur Folge hat, ist bekannt. Viele nutzten den kompletten Lockdown, um sich ins Studio zu verziehen, um an neuen Werken zu tüfteln – so auch die Schweden von Amaranthe, deren neues Album Manifest seit dem 02.10.2020 in den Läden zu haben ist. Wir haben mal reingehört.

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“Don‘t fear your dreams and close your eyes”

Ein persönliches Schicksal wie eine Herzoperation ist sicherlich belastend, damit verbundene Gefühle in Songs zu verpacken ist nicht jedermanns Sache, allerdings hat Michael Sele sich dem gestellt. Skeleton Dreams ist dadurch entstanden, der neunte Longplayer von The Beauty of Gemina. Flying with the owl war schon „keine leichte Kost“, wie unsere Rezensentin meinte (hier nachzulesen), was erwartet mich/uns also auf dem neuen Album? Weiterlesen

Wal(t)zer in D-Minor

Jetzt, da langsam der Herbst naht und es den geneigten Rezensenten nach etwas Melancholisch-Atmosphärischem dürstet, tritt just eine neue Band auf den Plan, die beides meisterlich zusammenführt. Die seit 2002 agierende Formation Tomorrow´s Rain wurde in Tel Aviv gegründet und veröffentlichte vor kurzem das mir vorliegende Debütalbum Hollow. Besonders bemerkenswert ist die Unterstützung durch diverse hochkarätige Größen des Doom Metals, als da wären: Aaron Stainthorpe (My Dying Bride), Greg Mackintosh (Paradise Lost) und noch einige mehr. Das zeugt davon, dass man von ihren Fähigkeiten und ihrem Können überzeugt ist. So verwundert es nicht, dass AOP Records sich dieses Juwel geangelt haben. Meine Freude, das Album zu hören und zu besprechen, stieg ins Unermessliche und ich möchte euch nicht länger auf die Folter spannen. Weiterlesen