CD-Single: Mornir – Hexer

Nicht nur entfesselt, sondern auch verhext

Mornir-HexerPagan Metal, Folk Metal – wie auch immer man es nennt, es gibt viele Vertreter dieses Untergenres, und manche schrammen in meinen Augen haarscharf an der Peinlichkeit entlang. Der Fünfer Mornir aus Freising zum Glück überhaupt nicht, der seit einigen Jahren die Münchner Szene ordentlich aufmischt und auch schon überregional für Aufsehen gesorgt hat. Hier gibt es feine Härte und schönen Growl-Gesang auf die Lauscher, außerdem eine wunderschöne Geige, perfektes Midbang-Tempo und Melodien, die man ganz schlecht wieder aus den Gehörgängen bekommt. Eine erste EP namens Entfesselt gab es im Mai 2015, jetzt liegt mit der Zwei-Song-Single Hexer endlich Nachschub vor. Weiterlesen

CD: Waldgeflüster – Mondscheinsonaten

Wucht und Verträumtheit

folderSeit dem Debütwerk Herbstklagen, das Waldgeflüster im Jahr 2009 veröffentlichte, ist bereits ein Jahrzehnt verstrichen. Es folgten weitere sehr beachtenswerte Alben und stilistische Weiterentwicklung. Im April dieses Jahres erschien das neue Werk Mondscheinsonaten über das kleine aber feine Label Nordvis Produktion. In fast schon klassischer Fünf-Mann-Besetzung agieren die aus München (diese Tatsache freut mich besonders) stammenden Musiker in einer musikalisch absolut spannenden Parallelwelt bestehend aus Post Black Metal, Folk und viel Atmosphäre. Genau die Zutaten, die mein Reviewerherz braucht. Dass ich darüber einen kleinen Bericht verfasse, war für mich schnell klar. Hier meine Eindrücke. Weiterlesen

CD: Idle Hands – Mana

Zwischen allen Stühlen

IdleHands_CoverDie EP Don’t waste your time von den jungen Idle Hands aus Portland, Oregon, hervorgegangen aus der traditionellen Heavy Metal Band Spellcaster, hatte ich bereits im Webzine vorgestellt (Link zur Review). Außerdem ließen sie als Vorband von Gaahls Wyrd (Link zum Bericht) die Münchener aufhorchen. Am 10.05.2019 ist nun bei Eisenwald das erste Full-Length-Album Mana erschienen. Hauptsongwriter und Rhythmus-Gitarrist Gabriel Franco wird vom zweiten Gitarristen Sebastian Silva, Bassist Brandon Hill und Colin Vranizan am Schlagzeug unterstützt. Die EP offenbarte einen starken Einfluss von The Cure, eine ungewöhnliche Zutat im klassischen Heavy Metal, die mir persönlich sehr gefallen hat. Daher bin ich gespannt, in welche Richtung sich Idle Hands mit Mana entwickelt haben. Weiterlesen

Album: Sylker – Sylker

Industrial Rhythm & Destroyed Voice Noise

SYLKER_CoverSylker, wonach klingt das? Hört sich das nicht nach etwas Seidigem, Schmeichelndem, leicht Eingängigem an? Ha! Von wegen – zum Glück. Der Name und das Projekt sind aus der Kombination von Sylvgheist Maëlström und Soul Stalker entstanden. Deren Zusammenarbeit nahm ihren Anfang bereits 2009 als Live-Act, in dem Vincent Ripoll Vocals zu Julien Sylvgheists für gewöhnlich wortlosen Industrial-Breitwand-Noisescapes beisteuerte. Danach trat man immer wieder einmal miteinander auf, warf die eigene Musik zusammen und übertrug die Songs anderer Leute aus anderen Stilen in eine gemeinsame elektronische Welt. Das Projekt entwickelt eine eigene Identität und eigenes Material, und nun, zehn Jahre nach dem ersten Zusammentreffen, bekommt es folgerichtig auch ein eigenes, schlicht selbstbetiteltes Release. Weiterlesen

CD: The toten Crackhuren im Kofferraum – Bitchlifecrisis

Ein asoziales Experiment

the-toten-crackhuren-im-kofferraum-bitchlifecrisis-700x700Mit dem langersehnten dritten Album Bitchlifecrisis waren The toten Crackhuren im Kofferraum erst kürzlich zu Gast im Münchener Backstage (Link zum Bericht), und nun möchte ich es näher vorstellen. Nach dem Debütalbum jung, talentlos und gecastet (2010) und dem Nachfolger Mama ich blute (2013) war es etwas still um die Crackhuren. Die Zeit wurde für andere Projekte genutzt, so z. B. für Lulu und die Einhornfarm, dem Punk-Nebenprojekt von Sängerin Luise „Lulu“ Fuckface. Des Weiteren singen Doreen K. Bieberface, Ilay Newman und Kristeenager, und die Jungs an den Instrumenten sind Thomas Echelmeyer am Bass, Schlagzeuger Daniel Reuschenbach und Gitarrist Mötley Chrü Funface. Weiterlesen

CD: Various – Sacred spells

Drübengrund

Alles auf Anfang. Psychic Eye Records ist ein noch junges Label für Postpunk, Dark Wave, Experimental und Noise, beheimatet in Oakland, Kalifornien. Dort nimmt die dunkle Szene gerade neuen Aufschwung, und in diesen Wiederaufbruch hinein stellte Psychic Eye Anfang des Jahres mit seinem ersten Release eine grundlegende Frage: Wo stehen wir, und wer wollen wir sein? Wie offen sind wir als Underground für die, die wirklich – und ob sie das so wollen oder nicht – jenseits des Mainstreams stehen? Weiterlesen

CD: Forever – Forever

Runaway through time

Jonas Wikstrand (Schlagzeuger bei der schwedischen Heavy-Metal-Band Enforcer) hat sich über längere Zeit einem Soloprojekt gewidmet, am 19. April ist das selbstbetitelte Debütalbum Forever herausgekommen. AOR steht ganz groß über diesem Werk, das zehn Songs mit viel (Melodic) Rock und Riffs, mit Hooklines unter anderem in Verbindung mit Orchestermusik und elektronischen Elementen enthält. Weiterlesen

CD: Fiddler’s Green – Heyday

Folkiger Speedrock ist zurück

Ich liebe Irland mit den grünen Hügeln, die sich sanft in die Landschaft schmiegen. Die auf den zahlreichen Wiesen grasenden Schafe machen das Bild neben der hervorstechenden Pubkultur perfekt. Wenn ich mir eine Platte von den Erlangern von Fiddler’s Green reinziehe, fühle ich mich bisher immer auf die grüne Insel zurückversetzt. Ob das bei ihrem aktuellen Album Heyday auch gelingt? Weiterlesen

CD: The Cranberries – In the end (Vö. 26. April 2019)

Wahnsinnsgeschenk für Fans

The_Cranberries_In_The_End_Cover Am 15. Januar 2018 starb völlig überraschend die nur 46-jährige Dolores O’Riordan, Sängerin und Songschreiberin der irischen Band The Cranberries, die es immerhin seit 1989 gibt. An ihrem ersten Todestag veröffentlichte nun die Band die Single „All over now“, man kann es auf YouTube hören und sehen. Das dazugehörige (Abschieds-)Album In the end kommt im April heraus.

„All over now“, dieses kleine Video mit typischem Cranberries-Sound, ist ein animiertes Zeichentrickfilmchen, das einem ähnlich zu Herzen geht wie seinerzeit Mobys „Why does my heart feel so bad“. Eine junge Frau ist unterwegs, alleine, einsam, schlägt sich durch manche Unwägbarkeiten, Nacht, Nebel, Regen, hat Erinnerungen an eine Übernachtung in einem Hotel, in dem sie ins Waschbecken geblutet hat, um am Ende ihres beschwerlichen Weges an eine Tür zu klopfen, aufgemacht zu bekommen und eine etwas ältere Dame umarmen zu können und herzlich aufgenommen zu werden.
Fans schreiben in den sozialen Medien, wie ironisch dieser Clip endet. Schließlich und endlich war es in einem Hotel in London, wo Dolores Leben endete. Sie, die jüngste von sieben Geschwistern, scheint wohl auch ein Problem mit ihrer Mutter gehabt zu haben, und das Ende des Videos ist diesbezüglich ein Happy End. Weiterlesen

CD: The Fictionplay – Tohu Bohu

Grooviger Alternative Rock

Statt Mozart und Sachertorte gibt es heute mal Alternative Rock aus Österreich serviert. The Fictionplay haben mich mit ihrem vor Kurzem erschienenen Video angefixt und richtig Lust auf ihr neues Album gemacht. Obwohl schon seit fast sieben Monaten veröffentlicht, erwies sich das Alternative Rock Album Tohu Bohu auch heute noch als eine gute Entscheidung. Weiterlesen