CD/Sampler: Alice’s Curiosities – A tribute to Paul Roland

Eine längst fällige Hommage

coverPaul Roland hat vor ein paar Jahren auf dem Wave-Gotik-Treffen, von den meisten Besuchern unbeachtet, in der hinteren kleinen Agra-Halle eines der besten Konzerte meiner bisherigen WGT-Laufbahn gespielt. Und diese Laufbahn jährte sich erst kürzlich zum immerhin zwanzigsten Mal.
Nun mag sich der eine oder die andere wahrscheinlich fragen, wer überhaupt Paul Roland ist, daher folgt an dieser Stelle ein kurzes Porträt. Weiterlesen

CD: Vintersorg – Till Fjälls, Del II (Vö. 30.06.2017)

Odins Söhne

695_Vintersorg_CMYKOdin, was bin ich froh, dass es noch Bands des alten Schlages gibt! 1998 erstand ich in einer Metalbörse das Debütalbum namens Till Fjälls! Der Sound hat mich damals sehr beeindruckt. Im Laufe der folgenden Jahre erschienen weitere beachtliche Alben wie Ödemarkens son (1999) oder das viel beachtete Album Jordpuls (2011). Ich gestehe, die schwedischen Vikinger Vintersorg etwas aus den Augen verloren zu haben. Die Formation wurde 1996 in Skellefteå (Schweden) gegründet und besteht aktuell aus Vintersorg (Vocals, Guitars, Bass, Keyboards), Mattias Marklund (Lead Guitar, backing Vocals) und Simon Lundström (Bass, Vocals). Nun liegt mir ihr aktuelles Album Till fjälls, del II (eine Doppel CD) zum Review vor, und ich ließ mich nicht bitten. Weiterlesen

CD: Soul Demise – Thin Red Line

Melodic Death Metal aus dem hohen Norden

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Nein, die Rede ist nicht vom fernen Skandinavien, sondern vom fast ebenso fernen Nürnberg. Frankens größte Stadt ist bekannt für kulinarische Besonderheiten wie „Sechs auf Kraut“ (bestellen Sie das mal lautstark im Lokal!) oder „Stadtwurst mit Musik“, weniger für „Melodic Death Metal“. Dass die Franken den mindestens ebenso gut können wie Bratwürste beweisen Soul Demise, bestehend aus Roman Zimmerhackel (Vocals), Andreas Schuhmeier (Gitarre), Alex Hagenauer (Gitarre), Jan Sotiriu (Drums) und Dennis Schneider (Bass). Obwohl seit dem letzten Album Sindustry sieben Jahre vergangen sind, hat das Quintett das Rezept für eine gute Melodic-Death-Metal-Scheibe nicht vergessen: Man nehme ein Grundgerüst aus eingängigen Melodien, schmecke es mit schnellen Blasts ab, erhitze es über großer Flamme und füge dann extrem kraftvolle Vocals hinzu. Das Ganze würze man unter kräftigem Rühren mit treibenden Gitarren und sorge die nächsten 39 Minuten dafür, dass das Gemisch nicht abkühlt. Garniert mit einem Hauch Thrash und einer winzigen Prise Akustik ergibt sich ein grooviges Death-Metal-Happy-Meal à la Soul Demise, das unter dem Titel Thin Red Line dem geneigten Metalkonsumenten am 19. Mai erstmals serviert wurde. Weiterlesen

CD: Danzig – Black Laden Crown

Zäher Schinken

DZ_BLC-C_1500x1500Glenn Danzig, 1955 als Glenn Allen Anzalone in New Jersey geboren, ist eine der wichtigsten und schillerndsten Gestalten der härteren Musik. 1977 Mitbegründer der legendären Punkband The Misfits, ab 1983 volle Konzentration auf seine eigene Band Samhain, ab 1987 als Solokünstler unter dem Namen Danzig unterwegs. Nicht nur seine dunkle, markante Stimme und seine beeindruckende Bühnenpersönlichkeit, sondern auch sein Gespür für großartige Songs haben ihn schon früh zum Kultstar avancieren lassen. Nicht nur für mich gehören die Misfits-Klassiker sowie mindestens seine ersten zwei oder sogar drei Soloalben unverrückbar zur heimischen Plattensammlung. Doch in den letzten Jahren wollten Glenn Danzig irgendwie nicht mehr die ganz großen Würfe gelingen, etwas ruhiger ist es um den Schinkengott geworden. Jetzt ist sein neues Album Black laden crow erschienen – wird er damit an alte Heldentaten anknüpfen können? Weiterlesen

CD: Wednesday 13 – Condolences

Beileid für alle

Wednesday 13 - Condolences - ArtworkIch habe die erste Band von Wednesday 13 geliebt, Frankenstein Drag Queens from Planet 13, die einfach herrlich kaputt und sexy waren. Die folgenden Murderdolls, ein Projekt zusammen mit Joey Jordison von Slipknot, trafen dann irgendwie nicht so richtig meinen Geschmack, und in der Folge habe ich das musikalische Schaffen von Wednesday aus den Augen verloren. Nun bin ich über das aktuelle Album Condolences gestolpert und wollte es einfach noch mal wissen, wie man so schön sagt. Weiterlesen

CD: Funker Vogt – Code of Conduct + Verlosung einer CD

Tanzbefehl für die Kinder der Nacht

Code of ConductVor kurzem habe ich euch die EP Der letzte Tanz aus dem Hause Funker Vogt vorgestellt, heute folgt der Longplayer Code of Conduct. Vier Jahre nach dem letzten Album meldet sich die Band mit neuem Frontmann und ihrem tanzbaren Darkelectro zurück. Sie haben nichts verlernt … Weiterlesen

CD: The Eden House – Songs for the broken ones

Sphärische Melodien und heavenly Voices

the eden house

The Eden House gibt es seit 2009, sie bestehen im Kern aus dem Gitarristen Stephen Carey (This Burning Effigy), dem Bassisten Tony Pettitt (Fields of the Nephilim) und dem Drummer Simon Rippin (Nefilim). The Eden House arbeiteten bislang bei jeder Veröffentlichung mit Gastmusikern zusammen, große und auch alte Namen wie Musiker und Soundtüftler für Pink Floyd, Roxy Music, The Mission muss man hier nennen. Die Band, habe ich einmal gelesen, sieht sich wie ein Hotel für gute Musiker. Einige checken kurzzeitig ein, wirken für einen Titel mit, andere bleiben länger. So ist es auch mit den Gastsängerinnen, die für jedes Album eingeladen sind. Stimmlich brillante Damen wie Julianne Regan, Amandine Ferrari und Evi Vine waren schon dabei, und immer wieder Monica Richards (Faith and the Muse).

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CD: The Night Flight Orchestra – Amber Galactic

Wir fliegen dahin …

The Night Flight Orchestra - Amber Galactic - ArtworkThe Night Flight Orchestra haben nach einigen persönlichen Irrungen und Wirrungen ein neues Zuhause bei Nuclear Blast gefunden und hier ihr nächstes Classic-Rock-Baby auf den Weg gebracht: Amber Galactic. Was einmal als Schnapsidee von Profimusikern geplant war, wurde zu einem transatlantischen Nachtflug mit klassischen Melodien der 70er und frühen 80er. Steigt ein, schnallt euch an und öffnet die Gehörgänge. Weiterlesen

CD: Stahlmann – Bastard (Vö. 16.06.)

Willkommen in der Dunkelheit!

Stahlmann_BastardDas Stahlmann-Motto ist auch auf die neue CD Bastard anwendbar, gepaart wird die Stimmung mit der musikalischen Deutschen Härte, und fertig ist das fünfte Album der Göttinger Band, das am Freitag erscheint. Am 24. Februar 2017 veröffentlichte die Band mit „Bastard/Nichts spricht wahre Liebe frei“ die erste Singleauskopplung, und damit haben sie mich auch angefixt. Dann wollen wir mal reinhören, was die restliche Playlist für uns Kinder der Nacht so bereithält: Weiterlesen

CD: Anathema – The Optimist (Vö. 09.06.)

Vom Optimismus weit entfernt

cAnathema, das sind 28 Jahre Musikgeschichte. Die 1990 in Liverpool (England) gegründete Band um das charismatische Trio Vincent Cavanagh (Guitars und Keyboards), Danny Cavanagh (Guitars, Keyboards, Piano, Vocals) und dem dritten im Bunde aus der Familie Cavanagh Jamie Cavanagh (Bass). Im Gründungsjahr 1990 veröffentlichte Anathema bereits ihr erstes Demotape namens An Iliad of Woes, das zu Zeiten der abebbenden Trash Metal Welle gehörig für aufhorchen sorgte. Der Sound, der auf dem erwähnten Demo zu hören war, war anders. Er war langsamer, schwerer und mit einer derben Death Metal Note versehen. Es folgten Alben wie The Silent Enigma (1995), Eternity (1996) und das für mich persönlich wegweisendste Werk der Band Judgement (1999). Nach weiteren mehr oder weniger akustischen Veröffentlichungen liegt mir nun ihr neues Werk The Optimist zur Rezension vor, und ich hatte meine helle Freude beim Hören. Weiterlesen