CD: She Pleasures Herself – XXX

Ich bin dead

XXX_coverDie erst 2016 im portugiesischen Lissabon gegründeten She Pleasures Herself lassen nicht nur mit ihrem Bandnamen aufhorchen, denn mit ihrem Debütalbum Fetish offenbaren sie Interesse für abgründige zwischenmenschliche Neigungen, auch mit der düsteren Musik zwischen Cold Wave und Gothic Rock machen sie sich einen Namen im europäischen Gothic-Underground. David Wolf übernimmt dabei neben Bass und Gitarre auch die Synthesizer und die Produktion, Nuno Francisco ist für die Drums und das Programming zuständig, und Nuno Varudo verleiht der Band seine Stimme. Live wird die Band außerdem von Leticia Contreiras am Synthesizer unterstützt. Pünktlich zum WGT ist nun das zweite Album XXX bei Manic Depression Records erschienen. Weiterlesen

CD: D’un Autre Temps – Nos Mémoires

Eine Reise ins Innere

4PAN1TGleich vorweg möchte ich erwähnen, nichts von dieser Band oder wahlweise Projekt (D’un Autre Temps besteht nur aus einem Mann namens Antoine Guibert) gehört oder gelesen zu haben. Alleine ihr Bandname, der mich an Alcest denken hat lassen, hat eine Review unausweichlich gemacht, da eben jene besagten Alcest eine meiner absoluten Lieblingsbands sind. Seit 2018 erst agiert Antoine Guibert und bedient mit dem neuen, im März 2019 erschienenen Album Nos Mémoires Liebhaber des Post / Atmospheric Black Metal. Zum Glück ist ihr Sound nicht wie in ihrer Heimat Quebec in Kanada üblich dünn produziert, sondern sie gehen einen anderen Weg, und das ist auch gut so. Aber lasst euch von mir in ihre Welt einführen! Weiterlesen

Album: Phasenmensch – Haunted [The gentle indifference of the world]

Klanggewordene Stille

phasenmensch_haunted_coverZehn Jahre Phasenmensch: Seit 2009 erkundet Wolfram Bange mit diesem Projekt den Bereich zwischen Industrial, Rhythm&Noise, Downbeat und Dark Ambient, mal allein, oft in Kollaborationen. Mit den Kollegen von ICD-10 und dem 2017 gemeinsam veröffentlichten Divinity/Unity/Nothingness war er vor Kurzem in München zu Gast (zum Konzertbericht hier entlang), zugleich konnte der Release des Phasenmensch-Jubiläum-Solo-Albums Haunted [The gentle indifference of the world] gefeiert werden. Mit Ine-San und Ein Profil haben auch hier Gastmusiker Sounds und Ideen beigesteuert, allerdings nur bei einem bzw. zwei Tracks.
Zehn Jahre Phasenmensch sind mehr als „nur“ zehn Jahre des Entwickelns und Auslotens eines eigenen musikalischen Stils, der auf dem Jubiläumsalbum entsprechend rund und vollkommen konsequent wirkt, als sei er schon immer so da gewesen. Die Musik ist hier Hauptträger eines intermedialen Ansatzes, dessen inhaltliches Anliegen sehr tief geht, einer intensiven Beschäftigung mit Nihilismus und buddhistischer Philosophie, die in Klänge, Rhythmus und Zeit, Textfragmente, Bilder gefasst wird. Die Tracklist sagt es explizit: Haunted ist, mehr noch als seine Vorgänger, eine Einladung, mit auf eine Wanderung zu gehen, die vor allem nach innen führt.

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CD: Communic – Where echoes gather

Eindrucksvolles Lebenszeichen

CI_WEG-C_1500x1500Das norwegische Metal-Progressive-Trio Communic gehörte Mitte der Zweitausenderjahre zu meinen Lieblingen, weil sie es auf ihren in dieser Zeit erschienenen vier Alben (Conspiracy in mind, 2005, Waves of visual decay, 2006, Payment of existence, 2008, The bottom deep, 2011) schafften, ultrapräzise Härte, progressives Frickeln und unvergessliche Melodien auf konstant hohem Niveau zu mischen. Dann wurde es plötzlich still um Oddleif Stensland, Tor Atle Andersen und Erik Mortensen aus dem südnorwegischen Mandal, und es sollte bis zum Jahr 2017 dauern, bis es mit Where echoes gather endlich wieder ein Lebenszeichen zu hören gab. Und da leider auch Schreiberlinge oft länger als geplant brauchen, gibt es erst jetzt eine Rezension zu der Scheibe. Mea culpa. Aber vielleicht mache ich damit ja noch ein paar Leute auf diese großartige Band aufmerksam. Weiterlesen

CD: Saor – Forgotten paths

Epische Weiten und ein Absturz

Saor_Cover„Caledonian metal from Scotland“ lese ich im Internet, als ich mich zu Saor informiere, „inspiriert vom kulturellen Erbe, der Natur und traditioneller Lyrik“ – so die Eigenbeschreibung der Band auf ihrer Bandcamp-Seite. Seit 2013 gibt es die Band aus Glasgow – die im Grunde nur aus Andy Marshall besteht – bereits und hat es in dieser Zeit auf stolze vier Full-length-Alben gebracht – Forgotten paths eingeschlossen. Andy Marshall ist für alle Instrumente, die Texte und die Vocals verantwortlich, zieht aber auch Gastmusiker hinzu. Musikalisch beheimatet ist Saor – das Gälisch für „frei, ohne Fesseln“ ist – im atmosphärischen Black Metal, ist sehr episch angelegt und hat außerdem große Folk-Anteile. Eine interessante Mischung also, die mich neugierig macht, weshalb ich mir die Vorgängeralben und natürlich das aktuelle Forgotten paths zu Gemüte führe. Weiterlesen

CD: Sulphur Aeon – The scythe of cosmic chaos

Kosmisches (kontrolliertes) Chaos

Sulphur_Aeon_ScytheEin paar Jahre Zeit haben sich die Deather aus Nordrhein-Westfalen mit dem Nachfolger zu Gateway to the antisphere Zeit gelassen, aber gut Ding will ja oft auch Weile haben. Das Quartett macht sich ja generell ziemlich rar, auch live (für den Herbst ist immerhin eine kleine Tour angekündigt), sodass die lange Wartezeit eigentlich keine Überraschung ist. Der Vorgänger zu The scythe of cosmic chaos hatte mich mit seiner ausgeklügelten und perfekt auf den Punkt gebrachten Brachialität sehr begeistert (Gateway to the antisphere), und ich bin gespannt, was die Chthulu-Verehrer mit diesem Longplayer auf die Gehörgänge loslassen. Weiterlesen

CD: Versengold – Nordlicht

Willkommen im Norden

Sie sind wieder da! Gemeint sind die sechs Folkrocker von Versengold. Vor zwei Jahren gelang ihnen mit ihrem Album Funkenflug der große Durchbruch. In den Startlöchern steht nun passend zum beginnenden Festivalsommer der Nachfolger Nordlicht. Wir haben mal reingehört, um zu sehen, ob die Band an ihre Erfolgsbilanz anknüpfen kann.

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Vinyl Single: Kill Shelter – In decay / Bodies

Double A-Side Single

Kill-Shelter-7-cover-art-3000-BWR_copy_1024x1024@2xPete Burns ist ein Multiinstrumentalist, Remixer und Produzent aus Edinburgh, der mit seinem Projekt Kill Shelter vielversprechende jüngere Underground-Acts auf dem Album Damage vereint hat. Nicht verwechseln sollte man ihn mit dem bereits leider verstorbenen gleichnamigen Pete Burns, der vor allem als Sänger der New Wave Band Dead Or Alive bekannt geworden ist. Jurgen von de Brand war von Kill Shelter direkt so begeistert, dass er unbedingt eine Single auf seinem Label Burning World Records herausbringen wollte. Weiterlesen

CD: Tourette Boys – Zorn

Psychedelic Rock

Zorn, das dritte Album der Tourette Boys, ist im Mai erschienen, authentischer, psychedelischer, bluesiger Sound ist darauf enthalten. Das Dresdner bzw. Berliner Trio entwickelte Soundlandschaften, die es zu erobern gilt. Weiterlesen

CD: Frank the Baptist – Road omen

Emotionaler Roadtrip

Frank-the-Baptist_coverFrank the Baptist, das sind Namensgeber und Bandchef Frank Vollmann, The Beast from the East Julio Cardador, Gerrit Haasler und Salomon Bosse, und sie machen verdammt gute Musik. Vier Alben und eine EP gibt es bereits (wer da noch Nachholbedarf hat: unbedingt kaufen!), voll mit feinsten Death- und Düsterrock-Perlen, wunderschönen Melodien und diesem ganz speziellen Sound, der die Band unverwechselbar macht. Nach der EP Angry kids of jealous gods vom letzten Jahr gibt es nun seit Januar 2019 das fünfte Full-length-Album, Road omen. Weiterlesen