Alive and kicking

cover-A-Place-To-Bury-Strangers-HologramA Place To Bury Strangers wurde 2003 von Oliver Ackermann in Brooklyn, New York, gegründet. Die Band machte sich schnell einen Namen im Underground, u. a. als lauteste Band New Yorks, und veröffentlichte in verschiedenen Konstellationen bislang vier EPs und sieben Alben, das letzte Fuzz Club Session ist von 2019.
Corona hat so einiges verändert, so auch 2021 erneut das Bandgefüge von APTBS. Dion Lunadon und Lia Simone Braswell sind nicht länger dabei, neu hinzugestoßen sind Bassist John Fedowitz und Drummerin Sandra Fedowitz von der Band Ceremony East Coast. Ackermann und Fedowitz kennen sich seit Kindertagen und spielten schon vorher zusammen bei der Shoe Gaze Underground-Band Skywave. Die vorliegende EP Hologram ist der direkt eingespielte neue Output. Weiterlesen

Brutal avantgardistisch

TMD_CoverUnd das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Die Holländer The Monolith Deathcult haben mit V3-Vernedering den finalen Teil ihrer Trilogie veröffentlicht. Sie haben ihren Technial Death Metal schon zuvor in Sachen Brutalität und Geschwindigkeit ausgereizt, scheuen Industrial-Einflüsse nicht und wagen nun einen weiteren Schritt in Richtung Avantgarde. Das geht hin bis zu Frosch-ähnlichem Gesang, den man eher vom Grindcore her kennt, wie beispielsweise von der Band Gutalag. Perfekt wird das alles beim Video zu „Gone sour, doomed“.

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Dreampop mit Eruptionen

CHIVVY_AlbumCHIVVY – das ist ein Trio aus dem schwedischen Göteborg, das nach drei Singles mit dieser selbstbetitelten Scheibe sein erstes Album vorlegt. Erfahrung haben die drei schon als The Tape gesammelt und 2015 die EP Winter Cave veröffentlicht. Jetzt hat man den Sound ein wenig erweitert – vom reinen Indie-Dreampop hin zu mehr Bombast, mehr Elektronik, auch wenn der träumerische Ansatz bleibt – und beim schwedischen Label Novoton angedockt. Novoton ist übrigens eine hervorragende Adresse für alle, die das Besondere suchen, It’s for us und Memoria sind dort zum Beispiel unter Vertrag, Katharina Nuttall, aber auch ruhigere und schwer einzuordnende Sachen. Besondere Acts eben.
Die ersten drei Singles von CHIVVY haben in erweiterten Indie-Kreisen schon Aufmerksamkeit erregt, und ich bin jetzt sehr gespannt auf das vollständige Album. Weiterlesen

Statement aus Frösön

PND-Cursed_Press_Frontcover_webDie von Venom und Disclose beeinflussten Schweden 偏執症者 (Paranoid) aus Frösön haben mit ihrem neuesten Werk Cursed ein Statement gesetzt, das den aktuellen Zustand der Band präsentiert. Damit dieser möglichst roh und unverfälscht bleibt, haben sich 偏執症者 (Paranoid) entschieden, Cursed zunächst nur digital zu veröffentlichen, um die Zahl der beteiligten Personen so gering wie möglich zu halten. Das Bandgefüge ist stabil und besteht aus Sänger und Gitarrist Henrik Låsgård, mit Bassist und zweiter Stimme Joakim Staaf-Sylsjö und Emil Bergslid am Schlagzeug. Sie haben sich laut Presse-Text neuen Einflüssen geöffnet wie traditionellem schwedischen Folk, mit dem ich mich leider gar nicht auskenne, verflucht. Weiterlesen

Wave Gothic Treffen

cover-Lp-aufeinander, und zwar beim Mailander Duo Hidden House. Das hat sich 2019 gegründet und besteht aus dem Gitarristen Fran Cesco und Giò am Bass, der auch für das Programming zuständig ist. Den Gesang teilen sich die beiden auf. Ein bisschen wie früher also, als Drumcomputer noch häufig eingesetzt wurden. Nach zwei EPs haben Hidden House nun ihr Debütalbum Inside the house veröffentlicht, das die EPs und vier neue Songs umfasst. Ob Absicht oder nicht, ein wenig halten sich die zwei tatsächlich versteckt, da ich dem Internet kaum mehr Informationen entlocken konnte. Zeit also das Haus zu betreten, um mehr herauszufinden. Weiterlesen

Synthpop mit Zugabe

Das Album observations in a time of chances des Münchener Bandprojekts the tinopener’s art liefert die musikalische Chronik einer Zeit voller Brüche, Änderungen und auch Chancen. Die Tracks erzählen Geschichten aus verschiedenen Perspektiven. Sie handeln von Unterdrückung und Aufbruch, Zweifel und Hoffnung, dem Potenzial von Denkmodellen, durch Geld und Rohstoffkonzentration verursachte Missstände, dem von Populisten geschürten Hass oder der Wirkung sozialer Medien. Aber auch private Themen und Gedanken werden behandelt. All dies verbindet sich zu einem Synthpop-Kaleidoskop an Beobachtungen aus einer Zeit voller Änderungen. Weiterlesen

A cure in these pandemic times

NoTustInDawn_DeathRays_CoverDas Duo No Trust In Dawn hat sich 2016 zusammengefunden. Soykut Gür übernimmt dabei den musikalischen Part, während Rio Black, der auch noch mit Atomic Neon aktiv ist, der Band seine Stimme verleiht. Das Debütalbum As we fall ist ein Jahr später erschienen, und nun ist über Alice in… der Nachfolger Lost and apart erschienen. Mir ist das Duo bislang unbekannt, doch die Vergleiche zu The Cure, New Order und Depeche Mode, die in der Vergangenheit gezogen worden sind, haben mich neugierig gemacht. Dem Bandnamen zum Trotz höre ich das Album tatsächlich in der Morgendämmerung. Weiterlesen

The ballad of Marianne Faithfull

Da war einst dieses blonde schöne Mädchen namens Marianne. Schon mit 17 Jahren lernte sie Mick Jagger kennen. Er ließ sie “As tears go by” singen, so rein, so schön. Leider ließ er sie fallen. Was darauf folgte war “Sister Morphine”. Die darauf folgenden Jahre waren nicht gut zu ihr. Sie verfing sich in Alkohol und Drogen, ihr wurde ihr Sohn genommen, sie lebte auf der Straße. 1979, sie war erst 33 Jahre alt und hatte schon ein ganzes Leben hinter sich, gelang ihr mit dem Album Broken English noch einmal ein Durchbruch. Das verletzliche „The ballade of Lucy Jordon“ kann einen in der entsprechenden Stimmung wirklich zu Tränen rühren. Marianne Faithfull überwand ihre Süchte, und zusätzlich zur Musikerin wurde sie zu einer anerkannten Schauspielerin. Dann kam es zu einer Zusammenarbeit mit Nick Cave und Warren Ellis und deren Musiker-Clique. Diese Leute haben sie nie mehr vergessen. She walks in beauty ist nicht erst ihre zweite Zusammenarbeit.

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Wundertüte

cover-TEKE-TEKE-ShirushiTEKE::TEKE, bitte, was? Aber von Beginn an: TEKE::TEKE wurde im kanadischen Montreal vom Gitarristen Serge Nakauchi-Pelletier, Drummer Ian Lettre und Posaune-Spieler Etienne Lebel gegründet. Rhythmus-Gitarrist Hidetaka Yoneyama, Bassist Mishka Stein, die Multi-Instrumentalistin Yuki Isami und Sängerin Maya Kuroki vervollständigen die Band. Als solche haben sie mit Coverversionen im Surf-Stil der in der westlichen Welt sträflich unbekannten japanischen Legende an der Gitarre, Takeshi Terauchi, begonnen. Doch dieses Konzept wurde schnell zu eng, sodass sie ihren Sound in der Breite weiterentwickelten, was schließlich in das Debütalbum Shirushi gemündet ist.
Zugegeben, ich habe von Surf Rock keine Ahnung und von japanischem Folk noch weniger. Aber ich finde den Sound von TEKE::TEKE so abgefahren, dass ich mich dennoch an eine Rezension wagen muss. Weiterlesen