CD: Coronatus – Recreatio Carmins

Kreisch!

coronatus_recreatiocarminis_mascd0827Gothic Metal haben sich Coronatus auf die Fahnen geschrieben. So legen sie denn auch los. Eine Ouvertüre führt in den neuen Longplayer ein, düster, Unheil ankündigend und mit orchestralen Klängen. Es klingt unter anderem auch nach einer Orgel, wie man sie aus den gruseligen Vampirfilmen kennt. Weiterlesen

CD: Nordafrost – Dominus Frigoris (Re-Release 2013)

Der Herr der Kälte

dominus_frigoris_2013_coverNordafrost gehören zu den deutschen Black Metal-Bands, die es schon immer erfolgreich geschafft haben, sich von der Masse abzusetzen, ohne großartige Experimente wagen zu müssen oder in die Avantgarde abzudriften. 1996 in Hagen (Westfalen) gegründet, verschrieb sich die Band astreinem Schwarzmetall nordischer Prägung. Via Godeater Records ist jetzt das längst vergriffene Demo des Quartetts, Dominus Frigoris von 2002, als schicke Digi-Edition und mit sechs Bonus-Tracks wieder zu haben – und ein Kauf lohnt sich!Die ersten sechs Songs sind, wie gesagt, das neu abgemischte Demo-Album Dominus Frigoris und sind vor allem eins: schnell, hart und kalt. Ich kann mich dunkel an erste Hördurchgänge aus dem Jahr 2002 oder 2003 erinnern, die im Grunde das bestätigen, was hier vor mir liegt: Guter deutscher Black Metal, dem das Remastering durch Matthias Klinkmann qualitativ gut getan hat. 21 Minuten lang kann man sich in die Vergangenheit zurückhören, vor allem an „Autums’s Armageddon“ mit seinem sehr eingängigen Refrain erinnere ich mich noch sehr gut. Weiterlesen

CD: Defated – On Broken Grounds (EP)

Kein Schicksal und der Boden ist auch noch kaputt

Man kennt doch dieses Gefühl, wenn man sich nicht entscheiden kann: Hat man eher Lust auf Thrash Metal oder doch lieber Hardcore? Ach nein, doch eher was Elektronisches. Wichtige Fragen, die nach Antworten verlangen, aber bei Lust auf diese Genres kann vielleicht Abhilfe geschaffen werden: Defated mit ihrer Demo-EP On Broken Grounds.

 

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CD: KULT – Unleashed from Dismal Lights

Die Dunkelheit aus dem Süden

kult_unleashedfromdismallight_coverKULT sind für mich die zweite Band dieses Jahr (nach Isvind, for the record), die mir mit sehr, sehr gutem Black Metal der alten Schule eine Zeitreise in die 90er bescheren. Kinder der 90er sind die Italiener allerdings nicht: KULT besteht seit 2002, gegründet wurde das Quartett von Kacele (Gitarre) und Werewolf (Vocals), nahm im selben Jahr das Demo Total Devastation auf, dem es 2007 das Album Winds of War folgen ließ. Es folgten Jahre des Tourens durch ganz Europa, bis Werewolf 2013 die Band verließ und von Tumulash am Mikro ersetzt wurde, der vorher hauptamtlich bei Tumulus Anmatus keifte und sich auch durch diverse CD-Cover und Artworks um den italienischen Extreme Metal verdient macht – ein Wechsel, der dem aktuellen Album Unleashed from Dismal Lights wirklich guttut. Inzwischen ist auch das Line-up wieder stabil und besteht, neben den bereits erwähnten Kacele an der Gitarre und Sänger Tumulash aus Davide White (Bass) und Gionata Potenti (Drums).Wenn ich an italienischen Black Metal denke, fallen mir vor allen Dingen Opera IX und Mortuary Drape ein, beide dezidiert gegen den norwegischen Stil und stattdessen eher doom-lastig – ein Merkmal, das sich generell als Faustregel für einen italienischen Stil anwenden lässt, wie ich meinte. Weiterlesen

CD: Vyre – The Initial Frontier (Pt.1)

Black Metal from Outer Space!

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Vyre sind mir, zumindest auf dem Papier, nicht gänzlich fremd, besteht die Band doch unter anderem aus einigen Mitgliedern der Band Eïs. Unter dem Namen Vyre haben KG Cypher (Gesang), Hedrykk (Gitarre), Zyan (Gitarre), T. Maximilian (Bass), Android (Drums) und Doc Faruk (Synth-Sounds) beschlossen, eine ungewöhnliche Verbindung zu wagen: die zwischen Black Metal und Science Fiction – und was könnte für jemanden wie mich besseres Futter sein? Das, was dabei herauskam, ist eine Space Opera von so epischem Ausmaß, dass sie in zwei Teilen erscheinen wird. The initial Frontier Part 1 kommt Ende November in die Läden, und eins kann ich euch schon verraten: Wer ein Ohr für harte, aber ungewöhnliche Sounds hat, ist mit Vyre gut beraten! Weiterlesen

CD: Fallen Utopia – Nothing’s made for Eternity (EP, 2012)

Zauberhafte Singstimme!

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Zu diesem Fazit kam ich, nachdem ich mir Fallen Utopia auf dem Sick Midsummer angehört hatte. Gesehen habe ich von dem Quintett, bestehend aus Daniel Haslauer (Vocals), Benjamin Knes (Gitarre 1), Lukas Wald (Gitarre 2), Chris Raunigg (Bass) und Dominik Raunigg (Drums), wenig – warum, könnt ihr ja nachlesen. Inzwischen gingen einige Monate ins Land, was mir wiederum Gelegenheit gibt, euch Fallen Utopia vorzustellen und mir den trashigen Black Metal der Österreicher näher anzuhören. (Mal nebenbei, ihr Ösis: Trashiger Black Metal ist irgendwie euer Ding, ne? Wenn ich mir da meine neuste Black’n’Trash-Metal Epiphanie Irdorath so anschaue … ). Nothing’s made for Eternity heißt die 2012er EP von Fallen Utopia, erschienen via Cursed Records – und, aber das war mir vorher schon klar, reinhören lohnt sich.
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CD: Desolation – Desoriented (VÖ: 20.09.2013)

Ich hasse ein bisschen die Welt …

desolation-desoriented-artworkBereits im September erschien mit Desoriented das dritte Album der Melodic Black Metaller aus Hannover – erst jetzt finde ich die Zeit, mich so eingehend mit dem neuen Material zu befassen, wie der Silberling es verdient hat. Das Sextett besteht seit 1994 und aus René Hühnerberg (Bass), Felix Hanisch (Gitarre), Nicolas Marochow (Gitarre), Johannes Bergmann (Vocals), Sebastian Thomas (Keyboards/Vocals) und Thomas Nagel (Schlagzeug), und beinahe alles, was jemanden mit diesem Namen (oder auch der Variante mit Doppel-L) an den Drums sitzen hat, hat sich bisher als sehr gut herausgestellt (gut, von The Underground Resistance möchte ich an dieser Stelle einfach nicht sprechen. Und auch an keiner anderen Stelle!). Weiterlesen

CDs: Ildjarn – „Ildjarn“ und „Strength and Anger“

Hier scheiden sich die Geister

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Das norwegische Ein-Mann-Projekt Ildjarn gehört zu der Sorte Black Metal, wie sie nur die Neunziger hervorbringen konnten: Monoton, düster, kraftvoll, bösartig und extrem kalt. In diesem Jahr entschied sich Seasons Of Mist, die beiden ersten Alben, Ildjarn (das stolze 27 Tracks aufweist) und Strength And Anger (das mit insgesamt 18 Songs auch nicht gerade kurz ausfällt), erstmals 1995 und 1996 erschienen, neu zu veröffentlichen.
Melodie und Abwechslung sucht man hier vergebens, und der Charme bleibt auch in der Neuauflage gewahrt: Die Produktion ist unterirdisch schlecht. Aus den gut eingestellten Boxen dröhnt Demo-Tape-Brei, und ich habe das Gefühl, hier mitten in meine wilde Jugend zurückversetzt zu werden – damals klang alles so. Lyrische Ergüsse? Fehlanzeige. Auf beiden Alben erwartet den Hörer vor allem eins: Geräusch. Weiterlesen

CD: Solar Fake – Reasons to Kill

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Reasons to kill ist mittlerweile das dritte Studioalbum von Solar Fake. Ganze zwei Jahre haben die Arbeiten zu der neuen Scheibe gedauert. Das Vorgängeralbum Frontiers kam in den Clubs und in der Szene sehr gut an, sodass es sich acht Wochen auf den oberen Plätzen der Deutschen Alternative Charts halten konnte. Die Erwartungen an die Berliner waren also extrem hoch angesetzt.
Elf Songs schmücken Reasons to Kill. Das Thema verrät bereits der Titel. Alles ist negativ, vor allem der Mensch selbst. Auf die Frage, ob es tatsächlich so viele Gründe zum Töten geben würde, antwortete Sven kurz und knapp mit: JA! Weiterlesen

CD: The Exploding Boy – Four

Bewährte Kost auf hohem Niveau

 

cover-exploding-boyDie Stockholmer, die in der Postpunk- und Gothic-Szene schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt haben, legen mit Four ihr – wer hätte es geahnt – viertes Album vor, das sicher nicht nur von mir sehnsüchtig erwartet wird. 2012 haben sie unter anderem auf dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig vor einer begeisterten Menge gespielt und gezeigt, dass ihr melancholisch-treibender Postpunk, der mal mehr, mal weniger von Bands wie Joy Division beeinflusst klingt, auch live und im strahlenden Sonnenschein hervorragend funktioniert.
Die drei bisherigen Alben The Exploding Boy (2007), Afterglow (2009) und The black Album (2011) zeigen die musikalische Entwicklung der Band von ihren noch düsteren und Wave-lastigeren Anfängen bis hin zu den großen Pop-Postpunk-Hymnen wie „London“, „Heart of Glass“ oder „Torn“. Ich bin also gespannt, wohin die musikalische Reise von The Exploding Boy auf diesem Album geht.  Weiterlesen