CD-Review: Fir Bolg: Towards Ancestral Lands (VÖ: 21.06.2013)

Im Reich der Ahnen  firbolg_cover_300dpi

Fir Bolg ist ein französisches Ein-Mann-Projekt, das von Mastermind Dagoth im Jahr 2006 gegründet wurde. Nach der Demo-EP Paganism von 2008 erscheint nun das erste Album Towards Ancestral Lands via Schwarzdorn Production, und, so viel sei vorneweg gesagt, es ist Dagoth durchaus gelungen, hier seine ganz eigene Vision von Celtic Black Metal umzusetzen. Weiterlesen

CD – Review: .com/kill (VÖ 31.05.13)

…komm töten…

 

Es ist erstaunlich, wie viele Neuerscheinungen im Hause Adrian Hates zu verzeichnen sind, und das Besondere ist, jede Neuerscheinung macht unglaublich Laune, reinzuhören! Egal ob eigens geremixte Tracks in der Diary of Dreams –  Compilation „Dream Collector II“, oder die erst letzten Herbst erschienene DoD Akustik-Scheibe „The Anatomy of Silence“. Jetzt erscheint mal eben schnell ein Nebenprojekt, welches schon seit 1996 in einem Ordner vor sich hin stauben soll. .com/kill nennt man dieses und nimmt sich neun Tracks an, die es nie auf eines der zumeist konzeptionierten Alben geschafft haben, und dazu macht man noch ein hinreißendes Video als Lustmacher, veröffentlicht aber den Song dazu nicht als Single-Auskopplung, und dann teilt Adrian H. über Facebook mit, dass er bereits an neuen Tracks für das nächste Diary of Dreams-Album arbeite. Was will man als Fan denn mehr? Weiterlesen

CD-Review: Fortið – Pagan Prophecies

Stimmen aus der Vergangenheit

pagan_prophecies_cover_300dpiPagan Metal ist in den letzten Jahren immer mehr zum Synonym für Party Metal geworden, Bands wie Korpiklaani oder Turisas verbreiten gute Laune und laden zu Bier, Gesang und Tanz ein (was ja auf keinen Fall schlecht sein muss). Doch das wirklich Heidnische, das Naturverbundene und die Rückbesinnung auf alte Götter und Mythen – das sollte man woanders suchen. Fortið – auf Isländisch „Vergangenheit“ – gehören zu diesen tiefgründigeren Bands, denen neben mitreißender Musik auch die Gedankenwelt dahinter wichtig ist. 2002 wurde das Projekt in Kópavogur von Einar „Eldur“ Thorberg ins Leben gerufen. Nach der im europäischen Untergrund sehr erfolgreichen Völuspá-Trilogie – Thor’s Anger, The Arrival of Fenris, Fall of the Ages –, die Eldur im Alleingang eingespielt hatte, zog er 2008 von Ísland nach Norwegen und bildete eine komplette Band. Pagan Prophecies das Ergebnis dieser Kooperation. Der Titel bezieht sich – ähnlich wie die ersten drei Alben – auf die Prophezeihungen der Völva, der Seherin in der „Völuspá“, dem ersten der sechzehn Götterlieder der Edda. Weiterlesen

CD-Review – Curse: Void Above, Abyss Below (VÖ: 2011)

42 Tage

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Wenn ich Sätze lese wie „So wurde das Album ‚Void Above, Abyss Below‘ innerhalb von 42 Tagen geschrieben und aufgenommen. Die Hälfte des Songmaterials ist improvisiert (…).“, muss ich an den bösen Geist des Black Metal, Varg Vikernes himself, denken, und wie er erklärt, dass er bei Burzum alles über ein Headset-Mikrofon aufgenommen habe. Und angesichts dessen weiß ich dann immer nicht so genau, ob ich das jetzt abschätzig belächeln oder irgendwie geil finden soll. So oder so: Neugierig werde ich bei so was immer. Also, rein mit Void Above, Abyss Below, Play gedrückt und los geht’s! Weiterlesen

CD-Rezension: Terminal Prospect – Redefine Existence

Ausbaufähiger Thrash aus Skandinavien

 

terminal-prospect-redefine-existence-cover-artworkTerminal Prospect kommen aus Schweden und spielen eine Mischung aus Thrash und Melodic Death Metal, bzw. „Superior Swedish Thrash“, so die Eigenbezeichnung der Band. So weit, so vielversprechend, Schweden zeichnet sich ja durch eine überdurchschnittlich hohe Zahl von guten Bands aus diesen Bereichen aus.

2005 von Kristian Norelius und Jussi Niiranen gegründet, legt die Band mit Redefine Existence ihr zweites reguläres Album vor, das wieder mit den gewohnt sozialkritischen Texten aufwartet. Das Versagen der Menschheit und die Auswirkungen des jahrhundertelangen Raubbaus an der Umwelt und der Menschen untereinander sind nach eigener Aussage wichtige und immer wiederkehrende Themen der Band.  Weiterlesen

CD-Review: Defrage – The Sick Letter (VÖ Juni 2013)

Erwachsen geworden

Nur ein Jahr nach ihrem Debütalbum gibt es neuen Stoff aus Estland – Defrage, die sechs baltischen Hardrocker, die in den Fußgängerzonen Europas CDs verkaufen, melden sich mit ihrem neuen Silberling The Sick Letter zu Wort. Nachdem sie daheim nach Hotelrandalen in alter Rockermanier Hausverbot hatten, verbrachten sie den größten Teil des letzten Jahres auf Tour, was sie allerdings nicht davon abhielt, ein neues Album aufzunehmen. Gerade waren sie zurück daheim (wo sie genächtigt haben? Keine Ahnung!) und haben den Videoclip zu Track vier des Albums, We are Metal aufgenommen, und dieser Track beinhaltet die Kernaussage des neuen Machwerks.

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CD-Review: ELO – Live und Zoom (VÖ: April 2013)

Have a good time

 

Das Electric Light Orchestra war in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt für seine eingängigen Melodien und der Beimischung von orchestralen Tönen, die zur damaligen Zeit etwas Neues waren. Für mich ist ELO der Garant für Musik, die im Hintergrund laufen kann, die mich nach einem anstrengenden Arbeitstag auf dem Heimweg zum Mitsingen sowie Lächeln bringt, und die auch beim Feiern unterstützt. 1987 hat sich die im Laufe der Jahre mehrmals veränderte Besetzung der Band aufgelöst.

Nach einem ersten Comebackversuch 2001 von Jeff Lynne, dem Komponisten, Produzenten und Sänger von ELO, bringt er jetzt nochmals Live und Zoom als Neuaufnahmen auf den Markt. In seiner gewohnt perfektionistischen Art und Weise der Studioarbeit versucht er hier eine Wiederbelebung seiner Musik.

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CD-Review: Combustion: Combustion (EP, VÖ: Sept. 2012)

Deconstructing God’s Creation

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Das Münchner Quintett Combustion hat sich komplett dem Oldschool-Death-Metal verschrieben und 2012 in Eigenregie eine EP auf den Markt geworfen, die mit sechs Nackenbrechern aufwartet. Die 2009 gegründete und 2011 nach Besetzungswechseln und Studiobesuch gewissermaßen respawnte Band spielt straightes, brutales Todesmetall, wie es im Buche steht: Keine Schnörkel, kein Gitarrengeficke und kein Track länger als viereinhalb Minuten, statt dessen brachiale Growls und Gedresche auf technisch hohem Niveau. Lyrisch werden die genre-typischen Themen bedient, hier erlebt man wenig Überraschung. Weiterlesen

CD-Review: Totengeflüster: Vom Seelensterben (VÖ: 01.02.2013)

Wenn Seelen in der Kälte verenden

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Vom Seelensterben ist eigentlich keine CD. Es ist eher ein Gedichtzyklus, den jemand mit symphonischem Black Metal unterlegt und mit einem grandiosen Artwork bebildert hat.
Aber der Reihe nach: Totengeflüster sind eine noch relativ junge Band, 2007 von Totleben gegründet, die jetzt ihren Erstling komplett in Eigenregie auf den Markt geworfen haben. Musik, Lyrics, Artwork – alles handgemacht, und man merkt schnell, dass hier absolute Profis am Werk sind (insbesondere, was das beeindruckende Artwork betrifft).

Den Hörer erwartet eine Dreiviertelstunde lang kalter, sehr melodischer Black Metal. Und wenn ich eingangs „symphonisch“ sagte, dann meinte ich das auch so: Die Instrumentation kann sich hören lassen, Dimmu Borgir, Cradle of Filth, Agathodaimon oder auch Imperium Dekadenz hätten es nicht besser machen können.

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CD-Review: Asaru: From the Chasms of Oblivion (VÖ: 18.05.2012)

Darkness, Death and Hate from Darmstadt

(… and Oslo)

asaru__cover__rgbManchmal habe ich das Gefühl, Agathodaimon verfolgen mich. Ernsthaft, es scheint, als gäbe es in der deutschen Black Metal-Szene kaum einen Musiker, der nicht irgendwann mal bei der Mainzer Formation mitgewirkt habe. Welch‘ Wunder also, dass auch ASARU mit einem Ex-Agathodaimon-Mitspieler aufwarten kann: Frank „Akaias“ Nordmann gründete die Kapelle 1995 zusammen mit Basser Dorian Kremer, ASARU sind also eine der dienstältesten Bands in Deutschland. Nach zahllosen Besetzungswechseln, Auflösung, Neugründung, zwischenzeitlichem Umzug Nordmanns nach Oslo und diversen anderen Problemchen erschien im Mai 2012 das zweite Album From the Chasms of Oblivion – und, soviel sei vorab gesagt – es lohnt sich definitiv, hier reinzuhören. Weiterlesen