Interview mit Dagoth (Fir Bolg)

Kein Bling-Bling

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Dagoth

 

 

Heute erscheint das erste Album des französischen Ein-Mann-Projekts Fir Bolg via Schwarzdorn Production: Towards Ancestral Lands heißt der Silberling, und ich kann nur sagen, hier reinzuhören lohnt definitiv, wenn man schnellen, druckvollen Black Metal mit keltischen Einflüssen mag. Solo-Künstler Dagoth hat sich die Zeit genommen, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Nekrist: The Press-Info-Sheet says you want to create your own vision of Celtic Black Metal with Fir Bolg. What vision is this exactly, and where are the differences towards other Celtic Metal Bands, such as Skyclad or Primordial, in your opinion?
Dagoth: It is a rather dark and violent vision, I have a more esoteric and ritualistic approach, without the more joyful folk atmosphere like Skyclad.
I neither use clear vocals like Primordial. Weiterlesen

Interview: Thorngoth

Thorngoth sind eine 2003 gegründete Black-Metal-Kapelle aus Bad Tölz, die soeben mit Schwarz-Karg-Kalt in Eigenregie ihr viertes Album vorgelegt hat. Über die aktuelle Scheibe haben wir ja bereits berichtet, jetzt hat sich Sorath (Gitarre/ Synthies) die Zeit genommen, meine Fragen zu beantworten.

Nekrist: Vorneweg ganz eigennützig die Frage, die mich am meisten interessiert: Wann und wo kann man euch mal live sehen?
Sorath: Der nächste Gig wird voraussichtlich Anfang September bei uns in der Nähe von Bad Tölz stattfinden. Näheres dazu werden wir auf unseren Webseiten bekannt geben.
Ende des Jahres wird es wohl noch weitere Gigs geben, wobei noch nichts bestätigt ist. Weiterlesen

Interview mit Su Turhan

Bayerisch-türkische Wurzeln

 

af-su-turhan-by-lyn-turhanDer neue Kommissar Pascha (siehe auch Rezension) wurde von Su Turhan ins Leben gerufen. Der Autor und Regisseur wuchs als Kind türkischer Eltern in Deutschland auf und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seine Filme sind tendenziell Thriller, aber seit 04.01.2013 ist sein erster Krimi auf dem Markt. Zwischen April und September ist Turhan auf Lesereise und hat sich dazwischen für ein Interview Zeit genommen:

Horusauge: Anfang dieses Jahres erschien Dein erster Krimi mit dem Titel „Kommissar Pascha“. Wovon handelt er?
Su Turhan: Von einer Dönerqueen und einigen Morden, die um sie herum verübt werden … Im Mittelpunkt steht der bayerisch-türkische Kommissar Zeki Demirbilek. Er wird gegen seinen Willen Leiter des Weiterlesen

Interview: Kaja Evert

So viel in diesem Kopf …

Die fiktive SchwarzesBayern-Bühne betritt: Kaja Evert. Die junge Schleswig-Holsteinerin mit der bunten Fantasie stellt am 2. Mai ihren Debütroman Flügel aus Asche vor und teilt damit eine der vielen Geschichten in ihrem Kopf mit der Welt. Auf meine Rezension müsst ihr noch ein wenig warten, doch ich kann jetzt schon versprechen, dass Flügel aus Asche ein absolutes Must-Read für Fantasy-Fans sein wird. Um die Wartezeit etwas zu versüßen, habe ich Kaja Evert um ein kurzes Interview gebeten, und durfte eine ebenso sympathische wie begabte Autorin kennenlernen, die ihr Handwerk perfekt beherrscht. Weiterlesen

Interview mit Lilith

Auf keinen Fall sich unterordnen

Eine junge Band aus München, die sich dem Metal verschrieben hat: Lilith. Das Quartett geht seinen eigenen Weg mit viel Leidenschaft und einem Hang zu Philosophie und Mythologie. Dabei werden nicht immer nur positive Beispiele gewählt, wie man am Bandnamen bereits erkennen kann. Lilith schöpfen aus dem endlosen Brunnen der Symbolik und bringen eindrücklichen Metal hervor, der mehr ist, als nur stumpfe Härte. Sie haben sich Zeit für ein Interview genommen, in dem sie uns einen Einblick in die Band und das aktuelle Album Carthasis geben.

Kyra Cade: Stellt euch bitte kurz vor.
Lilith: Wir sind Lilith aus München und uns gibt’s seit sechs Jahren in derzeitiger Formation – Bastian an den Drums, Ben an der Gitarre, Niklas an Bass und Backing-Mic und Jens am Gesang. Bisher haben wir eine Demo-CD, The Art Of Metal (2008), und ein Album, Catharsis (2011/12), rausgebracht.

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Interview mit Lord Of The Lost

Die zweite Headliner-Tour zeigt, ob sich die Arbeit gelohnt hat. Nach bisher drei ausverkauften Venues (Stuttgart, Köln, Frankfurt) können Lord Of The Lost sicherlich schon zufrieden sein. Die Fangemeinde ist definitiv gewachsen und auch Unzucht freuen sich über ein dankbares und begeistertes Publikum. Die zweite Headliner-Tour ist aber auch dazu geeignet, einmal Klartext zu sprechen. Bo Six, Chris „The Lord“ Harms und Class Grenayde haben sich die Zeit genommen, vor dem Auftritt in München am 26.01.2013 ein paar Fragen zu beantworten und aus dem Nähkästchen zu plaudern. Dabei werden auch unschöne und brisante Themen angesprochen, zu denen die drei klar Stellung beziehen und auch manches ins rechte Licht rücken. Während viele Musiker sich zu Gerüchten, Drogen und Familie kaum bis gar nicht äußern, haben Lord Of The Lost in diesem Interview das Schweigen gebrochen. Ein großer und wichtiger Schritt, um auch zu zeigen, wo es Grenzen gibt, wo diese leider von anderen überschritten werden und vor allem: Welche Meinung die Hamburger wirklich dazu haben. Ein offenes Interview, dass Klartext spricht.
Vielen Dank!

Interview mit My Tide

Die Gezeiten einer Band

img_4390Aus Hamburg kommt eine Gothic-Doom-Metal-Band, die seit 15 Jahren Musik macht. Das Trio hat bereits mehrere CDs produziert und gibt auch auf der Bühne richtig Gas. My Tide sind vielseitig und erfinden sich selbst immer wieder neu, so kommt keine Langeweile auf. Stefan Frost, Sänger der Band, hat sich zu einem Interview bereit erklärt und bringt uns My Tide ein bisschen näher.
Kyra Cade: Stellt Euch bitte kurz vor.
Stefan: Die Band My Tide besteht derzeit wieder aus drei Musikern und das wird wohl auch so bleiben. Tobias Norff macht bei uns den Bass, die Vocals und Keyboards, Jörn Dackow spielt die Drums und ich (Stefan Frost) bin für die Gitarre und ebenfalls für die Vocals und Keyboards zuständig. Tobias und ich teilen uns die Stimmen, um so mehr gesangliche Bandbreite zu erlangen. Er growlt und ich singe klar bis halb klar mit angerauter Stimme. Seit dem Jahr 1997 sind wir jetzt mit My Tide unterwegs, Jörn stieß 2007 dazu, nachdem unser vorheriger Drummer ausgestiegen war. Angefangen haben wir mit weiblichen Vocals und Drum-Computer, im Laufe der Zeit entschieden wir uns aber für einen Drummer aus Fleisch und Blut, außerdem passen männliche Vocals besser zu unserem Stil. Seitdem haben wir mehrere Demos und Alben produziert, waren auf Samplern zu hören und haben natürlich einige Live-Konzerte gegeben.

K.C.: My Tide ist ein Bandname, den man nicht sofort verstehen und einordnen kann. Könnt ihr erklären, wie es zu dem Namen kam?
S.: Tobias und ich kamen auf den Namen 1997. Wir hatten damals noch nichts Passendes gefunden, also verabredeten wir uns zum Essen, um zu überlegen, was am besten zu uns und unserer Musik passen würde. Da wir eine sehr enge Bindung zum Wasser und dem Meer haben, wir sind ja Nordlichter, wollten wir einen Namen haben, der das auch wiedergibt. Übersetzt heißt der Name My Tide „Meine Gezeiten“. Tide kommt von Tidenhub, also dem Scheitelpegel einer Flut und dem untersten Pegelstand einer Ebbe. Da unsere Texte hauptsächlich die Gedanken unseres realen Lebens wiederspiegeln und das Leben auch Höhen und Tiefen für uns bereit hält, entschieden wir uns letztendlich für den Namen My Tide, also „Meine Gezeiten“.

K.C.: Welches Genre bedient ihr?
S.: Unsere heutige Musikrichtung würden wir wohl am ehesten als eine Mischung aus Gothic, Metal und Doom beschreiben. Allerdings sind wir sehr offen für andere Einflüsse, so waren auf unserer letzten CD beispielsweise auch Blackmetal-Einflüsse zu vernehmen. Ich kann gar nicht genau sagen, ob wir nur ein spezielles Genre abdecken. Unsere produzierten CDs waren dafür sicherlich zu unterschiedlich. Wenn wir zum Beispiel das 2007 produzierte Album Love, lies, anguish nehmen, das wirklich sehr melodische und poppige Songstrukturen innehat und es der letzten CD This cold age gegenüberstellen, mit weitaus mehr Doom- und Blackmetal-Einflüssen, dann müsste ich sagen, wir decken das Gothic-Genre genauso ab, wie zum Beispiel die Fraktion der Hörer, die auf eher härtere Klänge stehen. Es ist eben ein Prozess; auf der bald erscheinenden CD wird es beispielsweise eine gekonnte Mischung aus den beiden vorherigen genannten CDs geben. Wir machen keine Musik um ein Genre zu bedienen oder einer Strategie zu folgen. Wir sind eben Musiker und machen Musik, die uns gefällt.

K.C.: Euch gibt es bereits seit 1997. Mit welchen Erwartungen, Wünschen und Hoffnungen habt ihr My Tide aus der Taufe gehoben?
S.: Ich denke, wir unterschieden uns mit unseren Erwartungen nicht von anderen Musikern. Wenn man anfängt selbst Musik zu machen, hat man beispielsweise den Traum auf einer Bühne seine Musik anderen Menschen zu präsentieren, die im Idealfall die Musik dann auch gut finden. Da spielt sicherlich auch immer eine Portion Narzissmus eine Rolle. Natürlich hat man mit Anfang 20 den

Traum, einen guten Label-Vertrag zu bekommen und von seiner Musik leben zu können. Das relativiert sich mit den Jahren. Ich habe mit der Zeit so viele Musiker kennengelernt, die wirklich nichts anderes machen als Musik und wirklich nicht gut davon leben können. Unterhält man sich oberflächlich mit diesen Menschen, dann klingt das Profi-Musikerdasein immer sehr blumig, fragt man näher nach, dann erkennt man schnell, dass diese Musiker sich häufig am Existenzminimum bewegen. Nur die wenigsten können sehr gut davon leben, daher sind wir alle drei froh, uns in anderen Bereichen hauptberuflich etabliert zu haben.img_4417

K.C.: Hat sich alles erfüllt?
S.: Teilweise schon, immerhin haben wir insgesamt fast sechs CDs produziert und durften unsere Musik häufig anderen Menschen präsentieren, ob nun live, im Internet oder auf Sampler-Beiträgen. Das mit dem Label hat bis heute leider nicht funktioniert. Allerdings hatten wir 2002 einen Vertriebs-Deal mit Twilight Distribution, unser Album Impressions from a dying world war damals beispielsweise bei Mediamarkt und Saturn erhältlich. Mein größter Wunsch hat sich allerdings erfüllt, nämlich dass ich nach 22 Jahren des GitarreSpielens immer noch nicht müde bin, weiterhin Musik mit Leidenschaft zu produzieren und diese dann anderen Menschen zu präsentieren.

K.C.: Was war bisher das absolute Highlight? 
S.: Als Highlights würde ich unsere Club-Konzerte zwischen 2002 und 2005 bezeichnen. Bei diesen Konzerten haben wir viele musikbegeisterte Menschen kennengelernt, mit denen wir einen guten Austausch hatten.

K.C.: Ihr sagt selbst, ihr erfindet euch immer wieder neu. Heißt das im Umkehrschluss, ihr habt euch noch nicht gefunden?
S.: Um auf jeder CD immer wieder dasselbe zu machen, sind wir uns zu schade. Ich würde sagen, wir ergänzen den Stil der vorhergegangenen CD mit wieder neuen Einflüssen. Das „immer wieder selbst erfinden“ ist tatsächlich eine Tatsache, zu der wir uns selbst verpflichtet haben. Wenn ich mir heute Bands anhöre, die ich bereits vor 10 Jahren gehört habe und sie klingen heute immer noch genauso, dann kann es meiner Meinung nach nur an zwei Dingen liegen.
Erstens: Die Band hat keine Ideen.
Zweitens: Sie müssen die Fans mit immer demselben Stil bedienen, wie bereits vor zehn Jahren, um diese nicht zu verlieren.
Die Angst etwas Neues auszuprobieren haben wir nicht. Natürlich spielen beim Songwriting-Prozess auch äußere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Stimmung der Musiker. Ich denke, wir erfinden uns immer wieder neu, ohne den roten Faden zu verlieren.

K.C.: Bisher sind fünf Alben von euch erschienen, die auch richtig reinhauen. Gibt es eins, das ihr besonders empfehlen würdet?
S.: Mein persönlicher Favorit ist das Love, lies, anguish-Album. Wir hatten 2007 ganze zwei Jahre für das Songwriting und die Produktion aufgewendet, weil die äußeren Umstände dies zuließen. Ich denke, das hört man der CD an. Tobias würde an dieser Stelle sicherlich unser letztes Album This cold age nennen, weil er eher auf einen sehr rohen Sound steht.

img_4489K.C.: Wer schreibt bei euch die Songs?
S.: Das variierte bislang von CD zu CD. Das Songwriting für unsere erste Demo Tired haben Tobias und ich gemeinsam gemacht. Das zweite Demo Sounding Lead habe ich komplett alleine geschrieben und aufgenommen. Zu unserem ersten Album Impressions from a dying world habe ich die Musik geschrieben und Tobias die Texte. Genauso haben wir das bei dem zweiten Album Love, lies, anguish gehandhabt. Für unsere letzte CD This cold age hat Tobias fast (bis auf einen Titel) die komplette Musik und die Texte im Alleingang geschrieben. Ich habe mich quasi nur noch ins Studio begeben, um die Gitarren einzuspielen und meine Gesangsparts beizusteuern. Die bald erscheinende Scheibe ist ein Gemeinschaftsprodukt von allen drei Musikern. Wir verfolgen beim Songwriting-Prozess keine Regeln.

K.C.: Gibt es Themen, die ihr am liebsten besingt?
S.: Wir schreiben über Dinge, die die Menschen beschäftigen (außer Bildzeitungsleser vielleicht). Es geht viel um zwischenmenschliche Beziehungen (nicht nur Frau/Mann-Beziehungen) und den Umgang damit. Dabei schildern wir unsere teilweise sehr skurrilen Gedanken, die sicherlich häufig nicht leicht nachzuvollziehen sind. Im Schwerpunkt geht es in den Texten, zur Musik passend, um die Schattenseiten und Abgründe des menschlichen Daseins.

K.C.: Kann man My Tide auch außerhalb Hamburgs live erleben?
S.: Natürlich, wir sind zu jeder Schandtat bereit und sind auf Hamburg nicht festgelegt.

K.C.: Wo würdet ihr gerne mal auftreten?
S.: Wacken wäre für uns sehr attraktiv, dann müssten wir nicht mal besonders weit fahren.

K.C.: Wer inspiriert euch?
S.: Musikalisch haben uns häufig skandinavische Bands inspiriert. Die alten Sachen von Sentenced finden wir sehr gut. Intelligente Musik in Verbindung mit ausdrucksstarken Texten, die über das 08/15 Larifari hinausgehen. Als einzelnen Musiker muss ich hier auch noch mal Taneli Jarva nennen. Er war früher Sänger bei Sentenced und ist mittlerweile Kopf der Band The Black League. Seine Stimme, seine Texte und sein Songwriting sind außergewöhnlich. Wir mögen generell Bands, die einzigartig sind. Wer braucht schon den 100. Klon von Band x oder y.

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K.C.: Welche Pläne habt ihr für die nahe Zukunft?
S.: Wir wollen jetzt erst mal unsere aktuelle CD fertigstellen und danach so oft live spielen wie möglich.

K.C.: Ein paar Worte zum Abschluss?
S.: Wir möchten uns bei Dir für das Interview bedanken und STAY METAL!

K.C.: Vielen Dank für das Interview!

Mehr über die Band erfahrt ihr im Bandblog, dort gibt es auch die CDs zu bestellen.

Fotos by My Tide.

Interview mit Black Blitz

Handgemachter Riff Rock

Nachdem ich die Band im Blog bereits ein wenig vorgestellt habe, wollte ich die Jungs zusätzlich noch interviewen. Sänger Thomas Bauer nahm sich die Zeit und das kam dabei raus:

Likiwing: Erzählt ein bißchen was zu Eurer Musik! Was steckt dahinter? Was macht sie so besonders? Was sind Inspirationen für Texte?
Black Blitz: Wir machen klassischen Hard Rock. Bewusst einfach gehaltene Musik, wo jeder Song aus einem markanten Riff besteht, dazu gibts kraftvollen Gesang und ein Gitarrensolo. Besonders macht uns vielleicht, dass wir als Trio wirklich auf die Minimalbesetzung für eine Rockband reduziert sind und jeder Einzelne dann vor allem auf der Bühne voll gefordert ist. Diese Leidenschaft merkt und honoriert dann auch der Zuschauer.
Für die Texte lasse ich mich von einzelnen Zitaten aus einem Buch oder Film inspirieren, aber eigentlich von allem, was den ganzen Tag um mich rum passiert. Eine Panne mit meinem Motorrad hat mich zum Beispiel zu „Hell Breaks Loose“ inspiriert, eine Hommage an den Viertaktmotor.

L: Gibt es Vorbilder, die Euch inspirieren?
BB: Da gibt es viele, AC/DC natürlich, aber auch Guns N‘ Roses und Metallica zählen zu meinen Lieblingsbands.

L: Wer hat den Namen gewählt und warum?
BB: Wir haben etwa eine Stunde lang Brainstorming mit allen möglichen Namen gemacht und gleich auf Google gegengecheckt, ob es schon eine Band gibt, die sich so oder so nennt. Ich kann sagen, es gibt wirklich schon fast alles was man sich vorstellen kann. Black Blitz hat dann sämtliche Kriterien erfüllt, die wir an einen guten Bandnamen gestellt haben: Man weiß sofort wie man ihn schreibt und ausspricht, er ist leicht zu merken, man merkt welche Musik wir ungefähr machen, er klingt gut und steht für viel Energie.

L: Wie ist es überhaupt zu dem Projekt gekommen?
BB: Ich bin im Sommer 2008 von Passau nach München gezogen, um Rockstar zu werden. Ein Jahr später hatte ich die beiden Mitstreiter gefunden, um das Ganze zu realisieren.

L: Arbeitet Ihr an einem neuen Album? Wenn ja: Wann erscheint es und kann man mit Überraschungen rechnen?
BB: Das zweite Album hat gerade absolute Priorität, wir nehmen dafür auch unsere Live-Aktivitäten sehr zurück. LWir hoffen die Scheibe im Sommer 2013 veröffentlichen zu können. Man kann sich aber drauf verlassen, dass wir an unserem Sound nicht viel verändern werden.

L: Was wollt Ihr mit den Texten vermitteln? Neues Lebensgefühl?
BB: In unseren Texten geht es um das Leben als Rocker. Man kann das am ehesten mit einem Actionfilm vergleichen: Markante Sprüche, Vollgas, Frauen und Bier.

L: Gibt es Nebenprojekte, in die Ihr Euch noch einbringt?
BB: Ich bin mit Black Blitz voll ausgelastet, Drummer Thomas ist ein gefragter Mann bei vielen Bands in allen möglichen Stilrichtungen und auch Bassist Christian tobt sich musikalisch in anderen Bands aus.

L: Wieviele Auftritte habt Ihr noch geplant in diesem Jahr und ganz speziell wann und wo wieder in München ?
BB: Das lassen wir immer auf uns zu kommen. Wir wollen heuer vor allem raus aus München und Bayern und spielen vermehrt Supportshows für größere Bands und Festivals. In München spielen wir eine große CD-Release Party, wenn im Sommer die neue Scheibe rauskommt, einen Termin gibts dafür aber noch nicht.

L: Support von Eisbrecher, eine Ehre oder ein Auftritt wie jeder andere? Was verbindet Euch mit Alex und Mannen?
BB: Das war so ziemlich das Größte, was wir je erlebt haben, vor so vielen Leuten haben wir noch nie gespielt. Es war natürlich eine Ehre, dass uns Alex von Eisbrecher da eingeladen hat. Wir tanzten ja rein musikalisch schon ein bisschen aus der Reihe. Das hat er glaub ich einfach gemacht, weil er uns pushen wollte. Den Kontakt zu ihm hat ein Fan von uns hergestellt, die ihn ganz gut kennt. Er hat sich dann mal ein Konzert von uns angesehen und danach war auch er ein Fan – und wir seine Vorband.

L: Was ist das für ein Gefühl auf der Bühne zu stehen? Gibt es ein Ritual vor den Auftritten der Band?
BB: Es gibt bloß dann ein Ritual, wenn wir wo spielen, wo nur die berühmten ‚paar Hanseln‘ vor der Bühne stehen. Dann sage ich zu den Jungs bevor wir loslegen: „Stellt euch vor, wir spielen in der Olympiahalle vor tausenden von Menschen!“. Es war im Zenith einfach unglaublich sich all diese Menschen nicht mehr vorstellen zu müssen, weil sie wirklich da waren. Ich habe während des ganzen Konzerts mein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht gekriegt. Danach sowieso nicht. Mit dieser Resonanz auf unsere Musik haben wir überhaupt nicht gerechnet. Es hat an diesem Abend wirklich alles gepasst.

L: Warum sollte man ein Black Blitz Konzert nicht verpassen?
BB: Wer auf handgemachten Riff Rock steht, vorgetragen von drei Burschen, die immer Vollgas geben, der darf uns wirklich nicht verpassen. Jedes Black Blitz-Konzert ist einmalig, keines ist wie das andere. Es wird viel improvisiert und wir arbeiten von Konzert zu Konzert an unserer Performance. Es hört sich vielleicht blöd an, aber das letzte Konzert von uns ist auch immer das Beste, was wir je gespielt haben.

L: Was machen Black Blitz, wenn sie nicht auf der Bühne stehen und rocken? Normale Jungs in Anzug und Krawatte zur Arbeit?
BB: Ich bin Gitarrenlehrer, Drummer Thomas ist Schlagzeuglehrer und Bassist Christian ist Lektor.

L: Was findet ein ‚Zugereister‘ toll an der Stadt München? Welche Locations besucht Ihr gern? Was würdet Ihr empfehlen?
BB: Als jemand, der für die Musikkarriere von Passau nach München gezogen ist, mag ich an München die internationale Größe, zum Beispiel kommen alle großen Bands nach München. Ich mag ganz gern die Gegend um die Isar, vom Flaucher bis zum Deutschen Museum. Ich empfehle am Hauptbahnhof den Kaffee bei Yormas für 1 € statt den für 4 € bei Starbucks zu kaufen.

L: Und vielleicht noch ein paar Worte zum Abschluss?
BB: Schaut Euch auf unserer Webseite die Videos an und hört Euch unser Debütalbum in voller Länge an.

Interview mit Coppelius

„Niemals!“

Es gibt viel zu tun auf dem Herrensitz, denn Coppelius komponieren fleißig neue Musikstücke. 2013 soll es einen neuen Silberling geben, der vom Auditorium mit Spannung erwartet wird. Dazu gab es bereits Aufnahmen zu einer Videografie und natürlich den immerwährenden Zwist zwischen Max Coppella und Le Comte Caspar, wer denn nun der Bessere sei. Vielleicht können wir das endlich in diesem Interview klären – falls nicht, stehen die Herren immerhin Rede und Antwort.

Kyra Cade: Wie ist das werte Befinden der Herren?
Max Coppella: Zur Zeit sehr gut, mich plagen lediglich Selbstmordgedanken, sonst kommen immer noch mein schmerzender Rücken und die Sorge um die viel zu gute Verpflegung von Bastille hinzu.
Comte Caspar: Max Coppella ist so sehr mit Lamentieren beschäftigt, dass ich mich in Ruhe den Aufnahmen zum neuen Album widmen kann. Es sind also alle in ihrem Element!

K.C.: Genießen Sie den Sommer und lassen sich von Bastille kalte Getränke servieren – auch wenn sich die Sonne rarmacht?
M.C.: Ich genieße den Sommer in meinem Verlies, bei Hitze muss ich direkt unter das Dach, bei kühlem und feuchtem Wetter verbringe ich die Zeit im Keller mit ähnlichem Klima.
C.C.: Er hat sich den Südflügel selbst ausgesucht, ja, er hat darauf bestanden, dort zu wohnen. Nun regt er sich darüber auf, wenn die Sonne hineinscheint und übertreibt, wenn es regnet… Was mich angeht, ich mache bei strahlendem Sonnenwetter gern hin und wieder eine Aufnahmepause und lasse die Füße in den Brunnen baumeln. An diesigen Tagen macht es umso mehr Freude, sich ganz in den Arbeiten am neuen Album zu vergraben.

K.C.: Sie haben in „Ma Rue A Moi“ gefordert, Straßen und Plätze nach Ihnen zu benennen. Gibt es bereits Fortschritte in dieser Richtung?
M.C.: Ach wo denken Sie hin, ich will noch nicht einmal, dass mein Name auf meinem Grabstein steht.
C.C: Na ein Glück, dass es in diesem Stück darum geht, was nach MIR benannt wird, Herr Coppella! Und ja, es geht voran, es geht voran! Fanatiker brachten mir zum Beweis sogar schon Straßenschilder, die sie irgendwo abmontiert hatten. Wo, habe ich allerdings noch nicht herausfinden können. Wahrscheinlich, weil sie noch nicht ersetzt wurden …

K.C.: Als das Musikstück recht neu war, haben Sie einen Wettbewerb ausgerufen. Eingereicht wurden Collagen, Zeichnungen und sogar Figuren aus Ton. Wer hatte die Idee dazu?
M.C.: Das war meine Idee!
C.C: IHRE Idee? Ha! Haben Sie überhaupt von MEINEM Wettbewerb mitbekommen?

K.C.: Können Sie sich noch an die Beiträge erinnern? War etwas dabei, das Ihnen besonders gefallen oder gar geschmeichelt hat?
M.C.: Oh, ich erinnere mich nun, dass es doch nicht meine Idee war.
C.C: Da sehen Sie es! Ja, ich war sehr erstaunt, wie viel Kreativität und Kunstgeschick in unseren Fanatikern steckt. Und dabei sagt man doch, heutzutage seien alle Menschen ungeschickt und ohne Inspiration, weil sie nur noch vor dem Bildschirm hingen! Tatsächlich denke ich, solche Kreativwettbewerbe sollten wir öfter veranstalten, sozusagen als coppelianisch-künstlerisches Breitenbildungsprogramm!
Zum neuen Album werden wir ein Stück schon vorzeitig veröffentlichen und die künstlerische Welt da draußen bitten, eine Musikvideographie dazu zu zaubern! Das kann ja heutzutage nun wirklich jeder, ein paar bewegte Bilder einfangen und sie zur Musik zusammenstellen. Doch dies dann auch in künstlerischer Art zu tun, ist wiederum um einiges schwerer. Nehmen Sie die Herausforderung an! Im Herbst wird die Aktion auf unseren galvanischen Seiten bekanntgegeben werden! Gönnen Sie sich den Spaß, machen Sie mit!

K.C.: Das war nicht der einzige Wettbewerb. Sie riefen im Frühjahr des Jahres dazu auf, das Musikstück „Das Amulett“ zu interpretieren. Warum ausgerechnet dieses?
M.C.: Das war meine Idee, ich wollte, dass ein einfaches Stück von mir interpretiert wird, das leicht besser zu gestalten ist als von Coppelius. Es wird ja normalerweise vom Comte gesungen.
C.C. Herr Coppella, Sie sind wohl sehr eifersüchtig, dass hier die ganzen Fragen an MICH allein gerichtet sind!

K.C.: Waren Sie erfreut über die Beiträge?
M.C.: Aber natürlich, wie erwartet.
C.C: Haben Sie sie denn gehört!

K.C.: Was geschieht mit den Gewinnern?
M.C.: Sie haben sich sehr bemüht und werden für immer in unseren Gedanken bleiben.
C.C.: Haben Sie nicht! Herr Coppella! Wir haben einige Gewinner bereits auf Konzerten als Gast auftreten lassen. Das stand nämlich als Preis ausgeschrieben. Tatsächlich waren wir so begeistert über die Einsendungen, dass wir uns nicht recht entscheiden konnten und nicht nur dem ersten Platz sondern gleich allen drei Erstplatzierten einen Gastauftritt auf coppelianischer Bühne versprachen. Zu den Jahresendkonzerten in Annaberg-Buchholz und Kaiserslautern wird man dies erleben können.
Wo wir gerade davon sprechen, die restlichen Konzerte für dieses Jahr sind übrigens:
22.09.2012 (Sa) Zwickau – Alte Gasometer
28.12.2012 (Fr) Kaiserslautern – Kammgarn
29.12.2012 (Sa) Annaberg-Buchholz – Alte Brauerei

K.C.: Konnte das Auditorium den Herren Coppelius musikalisch das Wasser reichen?
M.C.: Nun, die Frage muss anders herum gestellt werden und dann antworte ich mit einem klaren Ja.
C.C.: Stellen Sie doch Ihr Licht nicht so unter den Scheffel, Herr Kollege! Für meinen Teil: Das Auditorium hat sich sehr bemüht und das soll auch gelobt werden. Einzig geht es bei Musik ja nicht nur um das sogenannte ominöse Talent, sondern auch um jahrelange, ja jahrzehntelange Übung auf dem Instrument, die dem wahren Künstler dann natürlich zu einem gewissen Vorsprung verhilft … Insofern ist diese Frage völlig unnötig und eigentlich auch schon fast etwas anmaßend. Oder anders gesagt: Genug andere Kapellen erreichen uns musikalisch nicht im Entferntesten, nein, greifen sogar auf elektrische Einspielungen während eines Konzertes zurück – was es bei Coppelius niemals geben wird – und da stellen Sie unsere musikalische Superiorität in Frage?

K.C.: Wird es noch weitere Ausschreibungen geben?
M.C.: Ich denke schon, aber warum fragen Sie nicht, wie die Vorbereitungen für den neuen Silberling laufen?
C.C.: Wie bereits erwähnt, im Herbst dann die Ausschreibung zur Videographie. Einen geeigneten Preis als Anreiz zur Teilnahme müssen wir uns noch ausdenken. Obwohl eigentlich die Teilnahme selbst schon Preis genug ist, aber das sieht ja heutzutage niemand mehr. Haben Sie passende Ideen, was attraktive Preise sein könnten? (Also jenseits von „Tonträger & Kleidungsstück“ )
(Anm. d. Red.: Veröffentlichen Sie eine Single mit dem Musikstück, einigen bisher unveröffentlichten Liedern und eben dem Gewinnervideo.)

K.C.: Sie planen einen neuen Silberling. Wie laufen die Vorbereitungen?
M.C.: Fragen Sie bloß nicht, es geht sehr schleppend und zerrüttet meine letzten Nerven.
C.C.: Das tut mir leid zu hören – MEINE Aufnahmen gehen herrlich voran! Ich will Sie nicht mit lähmenden Details aus dem Verfahren der Audioakustik entnerven – denn auch dies ist eine Wissenschaft für sich, mit der sich der Tonkünstler herumplagen muss -, aber durch viele entscheidende Verbesserungen in der klanglichen Abnahme der Klarinette ist es gelungen, den Klang zu revolutionieren! Nun, wahrscheinlich für das ordinäre Ohr kaum wahrnehmbar, und doch wird die Musik dadurch druckvoller und lauter, obwohl sie weniger anstrengend wirkt! Ach, Sie müssten die Tonproben hören! Schade, dass wir nicht jetzt schon kleine Klanghäppchen veröffentlichen! Sie würden dahin schmelzen!

K.C.: Wann wird das Auditorium selbigen erstehen können?
M.C.: Wenn das so weiter geht, niemals!
C.C.: Wenn ich so weiterkomme, im Januar 2013.

K.C.: Können Sie schon etwas über die neuen Musikstücke erzählen?
M.C.: Ich könnte schon, aber dafür reicht die Zeit nicht aus, ich muss gleich zur Therapie.
C.C.: Oh, dafür ist es etwas zu früh – wir stecken noch so tief in den musikalischen und klanglichen Details, dass wir erst wieder einige Schritte von der Tafel zurücktreten müssen, um das große Ganze zu überblicken. Gönnen Sie uns noch ein paar Wochen, dann können wir beginnen, uns zu den Stücken in ihrer Gänze zu äußern.

K.C.: Im Gesichtsbuch erwähnten Sie einmal, über eine Interpretation von Liedern anderer Kapellen nachzudenken. Haben Sie sich entschieden, welche?
M.C.: Ich interpretiere sowieso sehr gerne so etwas, kann mich aber nicht entscheiden, welche Künstler es verdient haben, von uns so beleidigt oder geadelt- dazwischen gibt es leider nichts – zu werden.
C.C.: Wir arbeiten an mehreren verschiedenen Stücken unterschiedlicher Künstler – darunter auch wieder Iron Maiden und sogar einmal die Beatles – jedoch haben wir insgesamt viel zu viele Stücke aufgenommen, als dass sie alle auf ein Album passen würden. Darum will ich jetzt noch nicht zu viel verraten und keine Begehrlichkeiten wecken, die dann nicht erfüllt werden, weil andere Stücke viel besser klingen und deswegen dann auf das Album kommen. Es wird ohnehin noch schwer genug werden, sich für einige Stücke zu entscheiden und einige andere herauszulassen!

K.C.: Es ist zwar schon wieder ein paar Monate her, aber bei Ihrem Auftritt in Nürnberg im Januar klangen die Instrumente etwas voller. Vor allem auch der Bass kam besser hervor. Haben Sie etwas verändert?
M.C.: Ich habe von unserem Amplifikator gehört, dass er bei den danach stattfindenden Konzerten die Klänge, die er aus den vorhandenen Anlagen zu zaubern wusste, sogar noch besser fand!
C.C.: Oh, Sie haben es von allein gehört? Welch feines Ohr! Ja, bei Coppelius tut sich etwas, auch durch die klangliche Arbeit an den Aufnahmen! Wir müssen doch das Auditorium daran erinnern, dass die Gitarren die Nachmacher sind und nicht andersherum! Man konnte ja in den letzten Dekaden den Eindruck gewinnen, dass die eine oder andere Gitarrenkapelle fast so voll klingt wie Streicher und Bläser!

K.C.: Ist Herr Voss nun auch zufrieden, hört man den Bass ausreichend oder muss da noch mehr getan werden?
C.C.: Herr Voss und zufrieden! Ha! Ich denke, er würde es so formulieren: Einige Weichen wurden in die richtige Richtung gestellt, nun kann man beginnen, an den Reglern zu drehen und auszuprobieren, in welche Richtung es weiter geht.

K.C.: Stichwort: Videographisches Tagebuch. Wer von den Herren hatte die Idee dazu?
M.C.: Ich, ich , ich…
C.C. rollt mit den Augen: Ist es nicht völlig unerheblich, wer die Idee dazu hatte? Das Auditorium scheint die videographischen Ausflüge zu lieben, also stehen wir ja quasi in Zugzwang, immer weiter und weiter zu drehen. Irgendwie macht es ja sogar Spaß.

K.C.: Der letzte elektronische Eintrag in diesem Tagebuch ist vom verregneten Rock-Harz-Freilicht-Konzert. Schadet so ein Wetter den Instrumenten sehr? Wird das Musizieren erschwert, muss öfter nachgestimmt werden?
M.C.: Haben Coppelius denn mehr nachgestimmt als sonst? Ich glaube, nein, das liegt nicht daran, dass es nicht nötig wäre, aber es ist doch bereits alles verloren, was soll da das schnöde Stimmen der Instrumente noch bringen.
C.C.: Max Coppella meint, dass feuchtes, kühles Wetter den Instrumenten schon sehr zusetzt. Allerdings spielen wir nur zwischen Mai und September an der frischen Luft, da kann das Wetter den Instrumenten nicht allzu viel anhaben. Im Winter allerdings können – insbesondere bei den Klarinetten – durch warme Atemluft und kühle Außentemperatur – sehr schnell große Spannungen im Holz auftreten, ja das Instrument kann sogar reißen. Alles schon passiert …

K.C.: Aktuell drehen sie eine neue Musikvideographie. Zu welchem Musikstück, wo, warum und vor allem: In 3-D?
C.C.: Das Stück nennt sich „Spieldose“. Es geht darum, dass heutzutage jeder nur in das kleine blinkende Ding schaut, anstatt dass die Menschen noch miteinander sprechen würden. Warum schweigt ausgerechnet hier Max Coppella, er könnte doch viel mehr dazu sagen! Lieber mischt er sich in MEINE Straßenumbenennung, MEINE Ma-Rue-A-Moi-Kunst-Aufrufe und überhaupt ein! Pah! 3-D. Ja. Also. Was ist das genau? Die Regie hat gesagt, dass dies das Werk besser zur Geltung bringt. Videographische Details interessieren Musiker nicht, man kann sich ja nicht mit allem beschäftigen! Aber mehr künstlerischer Ausdruck? Immer! Gern!

K.C.: Wie waren die Aufnahmen?
M.C.: Schrecklich, ich verfiel in tiefe Depressionen, man wird das den Aufnahmen ansehen.

K.C.: Müssen andere Dinge beachtet werden, als bei 2-D-Aufnahmen?
M.C.: Das war ja das schlimme, alles musste perfekt sein.

K.C.: Sie treten bald mit Unzucht, Lord of the Lost und anderen auf dem 1. Ostfriesischen Gothictreffen auf. Wie wäre es mal mit einer musikalischen Zusammenarbeit mit Unzucht?
M.C.: Niemals!
C.C.: Ihre Frage kommt zu unpassendem Zeitpunkt! Dieses OGT ist doch schon längst Vergangenheit! Oder haben wir etwa so lang gebraucht, diese läppischen paar Fragen zu beantworten?
(Anm. d. Red.: Haben die Herren, aber es sei ihnen verziehen, schließlich haben die Arbeiten am neuen Silberling absoluten Vorrang!)

K.C.: Und Kapellen wie Lord of the Lost? Da liegen ja nun Jahrhunderte zwischen den Herren und diesen jungen Leuten. Kommen Sie mit der Musik und dem „schmutzigen“ Auftreten der Kapelle zurecht oder runzeln Sie die Stirn, weil Sie selbst stets ordentlich gekleidet und sauber auftreten?
M.C.: Niemals!
C.C.: Unsere Hemden strahlen dadurch gleich noch weißer! Und es kann ja nun auch wirklich heutzutage nicht verlangt werden, dass jede Kapelle frisch gewaschen auf die Bühne ginge! Wo kämen wir denn da hin?

K.C.: Die Herren Coppelius – wohin geht’s? Ziele, Pläne, Wünsche für die nächste Zeit?
M.C.: Ich möchte einfach nur in Frieden ruhen und ein paar Mikrofone zerstören.
C.C.: Aufnahmen, Aktionen zur Albumveröffentlichung, dann Albumveröffentlichung, dann Konzertreise zum neuen Album, im Sommer 2013 dann einige größere Festivals. Dann vielleicht etwas ausruhen und wieder an einem neuen Album arbeiten? Wir sollten uns vielleicht dieses Mal nicht ganz so viel Zeit lassen, das Auditorium lechzt ja immer so schnell nach neuen Werken!

K.C.: Ein paar Worte zu Abschluss?
M.C.: Niemals!
C.C.: COPPELIUS HILFT!

K.C.: Vielen Dank für diese Befragung!

Aktuelle Informationen und Konzerttermine sind auf der galvanischen Seite zu finden.

 

Interview mit Tiefenstadt

Tiefenstadt sind eine noch junge Band aus Nürnberg. Dabei haben die fünf Bandmitglieder bereits reichlich Erfahrungen in der Musikbranche sammeln können. Doch unter diesem Namen fanden sie sich laut Bandseite erst im Oktober 2011 zusammen. Tiefenstadt ist mehr als nur Musik, mehr als nur Gothic: Wie der Namen schon vermuten lässt, gehen die Songs tiefer, sprechen vom Inneren, vom Verborgenen und von noch viel mehr. Die Fünf haben sich Zeit für ein Interview genommen und stellen sich vor.


Tiefenstadt aus Nürnberg

Kyra Cade: Wer steckt hinter Tiefenstadt?
Tiefenstadt: Hinter dem Namen steht eine ganze Reihe von Begriffen und Personen. In erster Linie eine Band und ein wunderbares Team an Freunden, die diese Band aktiv unterstützen. Wenn man sich auf die Idee Tiefenstadts einlässt, sind wir die Lithonauten, eine Gesandtschaft einer sehr alten Zivilisation, die tief im Inneren der Erde existiert. Gesandte mit einer Botschaft, enormen Wissen und der Fähigkeit, durch die Tiefen der Erde zu reisen.

K. C.: Welchem Genre kann man eure Musik zuordnen?
Tiefenstadt: Es ist melancholische aber auch harte Musik. Wir sind keine Vertreter der sogenannten Neuen Deutschen Härte. Wir sind auch keine klassische Gothic-Band. Die unterschiedlichen Erfahrungen jedes Einzelnen verdichten sich zu etwas Eigenem. Wohin unsere Musik tatsächlich zuzuordnen ist, überlassen wir daher gern der schreibenden Zunft. Vielleicht ist es Tiefenrock!

K. C.: Tiefenstadt ist eine Stadt, ein phantastischer Ort; aber auch die innere Welt eines jeden. Was verbindet ihr mit diesem Ort?
Tiefenstadt: Zuflucht, Ursprung, geistige Heimat. Rückzugsort ohne Mobilfunkempfang und Internet. Ein Ort der Stille. Ein eigener Kosmos mit eigener Energiequelle.

K. C.: Es klingt ein bisschen nach Atlantis oder Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Hatten solche Fantasien Einfluss auf den Bandnamen?
Tiefenstadt: Natürlich kennen wir diese Geschichten. Die Idee zu Tiefenstadt war aber eher ein isolierter Prozess, der wie eine Treppe zum Ziel führte. Wir versuchen uns von ähnlichen Themen aus Literatur und Film abzuschirmen, um der Fantasie die größtmögliche Freiheit zu gewähren.

Aus den Augen verloren: Die wirklich wichtigen Dinge im Leben

K. C.: In euren Texten soll die innere Welt des Menschen eine Rolle spielen. Kann man sagen, ihr singt über die Seele, über Träume, Hoffnungen und den Schmerz des Menschen?
Tiefenstadt: Genau so würden wir das beschreiben. Viele Texte behandeln die Selbsterkenntnis des Einzelnen. Die Einsicht der eigenen Schwächen und Ängste ist der Anfang, ein besserer Mensch, ein besseres Wesen zu werden. Nur so kann eine Gemeinschaft entstehen, die nicht in der eigenen Auslöschung endet.

K. C. Welche Sehnsüchte habt ihr?
Tiefenstadt: Der Mensch, mit seiner bis jetzt entwickelten Technologie, verliert den Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. TV, Internet und andere Medien fressen die Lebenszeit ohne
Spuren zu hinterlassen. Wir leben im Informationszeitalter und es wäre dringend notwendig, dass der Mensch aufwacht, seinen Verstand benutzt und sich und seine Umwelt nicht freiwillig vergiftet.

K. C.: Sind Gott oder der Glaube von Bedeutung?
Tiefenstadt: Den Glauben oder eine Gottheit gibt es in Tiefenstadt nicht. Unsere „Religion“ basiert auf einem kollektiven Bewusstsein. Allerdings gibt es alte Schriften, die das Schwinden des Götterglaubens belegen. Der Song „Do We Cheat God Now“ versucht an diese Zeit zu erinnern.

„Eine musikalische Symbiose“

K. C.: Dann kann man sagen, dass ihr eine eigene Philosophie habt? Wie lautet diese genau? 
Tiefenstadt: Es ist nicht mit einer Philosophie zu vergleichen – Tiefensadt ist eine sehr alte Zivilisation. Ein Vielvölkerstaat, der durch viele Kriege vor der eigenen Auslöschung stand. Nur durch das kollektive Bewusstsein können die verschiedenen Arten zusammenleben. Wie genau sich dieses Denken und Fühlen entwickelt hat, würde jetzt den Rahmen sprengen. Wir werden, wenn uns der Zeitpunkt richtig erscheint, einige Texte und Songs veröffentlichen, die Einsicht in diese Themen geben.

K. C.: Spielt ihr noch in anderen Bands?
Tiefenstadt: Bis auf unseren Schlagzeuger Robert (Ignis Fatuu) und Bassisten Michael (Sanity Obscure) gilt es, unsere Energie effizient und ohne Ablenkung auf ein Ziel gerichtet einzusetzen.

K. C.: Martin und Robert haben aufgrund des übereinstimmenden musikalischen Verständnisses die Band gegründet. Was ist euch denn in dieser Hinsicht besonders wichtig?
Tiefenstadt: Es ist wie ein Bund, den wir eingegangen sind. Dieser Bund, davon sind wir überzeugt, führt unweigerlich zu einer musikalischen Symbiose, die großartige Songs hervorbringen wird.

Tiefenstadt ist immer eine Reise wert

K. C.: Ihr wart vorher bereits in Bands: Vier von euch bei Soul in Isolation, Martin u.a. bei Deadone Sign. Konntet ihr euch da nicht so ausleben, wie es jetzt möglich ist?
Tiefenstadt: Tiefenstadt ist etwas anderes. Wenn zwei Komponisten aufeinander treffen, gibt es entweder Streit und Machtkämpfe oder etwas Neues entsteht. Es ist eine musikalische Bewusstseinserweiterung, sich auf den anderen einzulassen. Dies kann nur funktionieren, wenn gegenseitige Wertschätzung, Achtung und Respekt vor der Kreativität des anderen vorhanden sind. Das geht nicht, wenn man sich das nur vornimmt – es muss bereits vorhanden sein. So gesehen sind Soul In Isolation und Deadone Sign an ein Ende gekommen.

K. C.: Gibt es Vorbilder?
Tiefenstadt: Nein, nur Einflüsse aus unterschiedlichen Stilrichtungen und Epochen. Die bringst Du automatisch mit, wenn Du schon ein paar Jahre Musik machst. Aber nicht wirklich benennbare. Auch entwickelt man im Laufe der Zeit etwas Eigenes – allein aus der Intension, etwas Eigenes zu schaffen. Sei es ein bestimmter Sound, bestimmte Harmonien oder auch Gestaltung der Titel. Wir sind noch am Anfang unseres Weges. Aber schon jetzt ist unser Sound unverkennbar Tiefenstadt.

K. C.: Arbeitet ihr bereits am Debutalbum?
Tiefenstadt: Ja und nein. Das ist mehr ein Parallelprozess. Um ein Debutalbum veröffentlichen zu können, sind zwei Voraussetzungen notwendig: Einmal eine größere Auswahl an probaten Songs und zum anderen natürlich ein gewisser Bekanntheitsgrad. Da Tiefenstadt offiziell erst seit Januar 2012 als eine Band existiert, ist beides natürlich noch nicht vorhanden.

K. C.: Man kann derzeit auf Facebook abstimmen, ob man euch beim DMF 2013 sehen möchte. Wäre dieser Auftritt etwas Besonderes für euch?
Tiefenstadt: Auf jeden Fall, da wir bis dahin vielleicht schon mit einem kompletten Album wieder aus Tiefenstadt auftauchen werden.

K. C.: Zukunftspläne für Tiefenstadt?
Tiefenstadt: Wir möchten die Musik und die Geschichte von Tiefenstadt weiterbringen. Das ist ein lebendiger Prozess und wir hoffen, dadurch möglichst vielen Menschen und allem, was Ohren hat einen Anstoß zu geben. Eine Reise nach Tiefenstadt ist und wird immer eine wunderbare Erfahrung sein.

K. C.: Ein paar Worte zum Abschluss?
Tiefenstadt: Wir denken, das langt fürs erste. Vielen Dank!

K. C.: Vielen Dank für das Interview!