Konzertreview: A Dark Summer Night – Subway to Sally, Saltatio Mortis, Mono Inc., 12.07.13, Tollwood Musik-Arena

Hits, Hits, Hits

A Dark Summer Night ist das Motto des Abends – da dieses Mini-Festival allerdings schon um 18.00 beginnt, ist von einer dunklen, stimmungsvollen Nacht auf dem Tollwood noch nichts zu sehen. Eher brütende Hitze, doch trotz dieser und der frühen Stunde hat sich bereits eine beachtliche Menge Schwarz- und Mittelaltervolk in der Musik-Arena eingefunden und wartet auf die Eröffnungsband Mono Inc.

 

mono-incWie alle Bands des Abends hat auch Mono Inc. etwas zu feiern, nämlich die Veröffentlichung ihrer neuen Single „Heile, heile Segen“ aus dem für August angekündigten Album Nimmermehr, die beim Publikum auch schon hervorragend ankommt. Überhaupt ist die Stimmung vom ersten Moment an großartig, das Zelt füllt sich zunehmend, und das ausgewogene Best-of-Programm der Hamburger wird frenetisch bejubelt. Neben der neuen Single werden uns hier mit großer Spielfreude bekannte Hits wie „My worst Enemy“ oder „Temple of the Torn“, „Arabia“ oder „Revenge“ dargeboten, die wohl kaum einem der Anwesenden unbekannt sein dürften. Das Cover von „The Passenger“ wird als „ganz alter Mittelaltersong für das Met trinkende Publikum“ angekündigt – Mono Inc. sind sich bewusst, dass sie mit ihrer musikalischen Ausrichtung ein wenig von den übrigen Bands des Abends abweichen, was aber außer ihnen keinen zu kümmern scheint. Spätestens bei der zweiten Coverversion des Abends, „After the War“, ist die Stimmung auf dem Siedepunkt, und vor allem Schlagzeugerin Katha Mia wird beim anschließenden Drum-Solo (auf zwei großen Ölfässern sowie an ihrem Drumkit) lautstark gefeiert.
Der Klassiker „Voices of Doom“ bildet schließlich den Abschluss dieses hervorragenden Auftritts, der die Atmosphäre im Zelt nicht nur mit den wohlplatzierten Pyroeinlagen angeheizt hat. Während Sänger Martin Engler eine Bandflagge ins Publikum wirft, kündigt er an, sich sogleich mit seinen Bandkollegen an den Merch-Stand zu begeben, um dort mit dem Fans noch zu plaudern.
Mono Inc. haben leichtes Spiel und eröffnen die Dark Summer Night ganz hervorragend mit ihrem gut ausgewählten, druckvollen und temporeichen Set.  Weiterlesen

Konzertreview: Inquisition, Von, Wraithcult, Manic Disease, Ewigeis – 03.07.2013, Backstage Club, München

Eintauchen in den Untergrund

 

Mittwoch, 3. Juli, ein warmer Sommerabend, das Münchner Konzertangebot überschlägt sich geradezu mit Alternativen – und doch kommt eine ansehnliche Anzahl Schwarzmetaller im Backstage Club zusammen, um dem Untergrund-Black-Metal zu huldigen. Fünf Bands sollen heute spielen, manche erst in den letzten Jahren gegründet, manche echte Szeneveteranen wie die Amerikaner Von oder das kolumbianisch-amerikanische Duo Inquisition.

Das verspricht ein langer, intensiver Abend zu werden, sodass mit Ewigeis auch um Punkt 19:30 Uhr schon die erste Band die Bühne des wegenewigeis des Oberlichts noch taghellen Clubs betritt – leider ohne Ansage, der exakte Konzertbeginn (der auch noch ein intensives Instrumentestimmen sein könnte) geht daher etwas unter. Mit der Zeit versammeln sich dann doch ein paar Leute vor der Bühne und lauschen dem Münchner Duo um Mastermind Saat, das eher midtempolastigen Black Metal mit deutschen Texten spielt und einen Querschnitt aus den zwei bisher erschienenen Demos Abgrund und Wolfsmond präsentiert. Im Prinzip machen Ewigeis das auch nicht schlecht, Kreisch-Sprechgesang, sägende Gitarren, scheppernde Drums – doch so richtig mitreißen will das alles nicht. Musikalisch fehlt (noch) Eigenständigkeit und Intensität, letztere wäre auch in puncto Bühnenpräsenz wünschenswert. Die beiden Musiker auf der nicht gerade riesigen Bühne sehen leider etwas verloren aus, der eine hinter seinem kleinen Schlagzeug, der andere mit der Gitarre in der Hand vom linken zum rechten Mikro pilgernd … dass es in dieser Besetzung auch sehr viel dynamischer geht, zeigt sich im Lauf des Abends.  Weiterlesen

Wave Gotik Treffen 2013

Mein erstes Mal

Lange habe ich drauf warten müssen, bis es endlich geklappt hat mit dem Urlaub zum WGT. Pfingsten ist immer eine schwere Zeit für kinderlose Angestellte im Schichtdienst.
Doch 2013 war es endlich soweit und wir machten uns Donnerstagvormittag auf den Weg Richtung Leipzig. Erst im Hotel einchecken, dann ab zur Agra, Bändchen holen. Anschließend haben wir noch ein wenig das Flair vor der Agra genossen, eine Kleinigkeit gegessen (die Nudeln mit Schinken-Sahne-Soße werden wir nächstes Jahr meiden) und sind dann noch ein bisschen durch die Stadt gebummelt. Weiterlesen

26.05.13: Lacrimas Profundere, Mundtot, Concept Chaos – Backstage Club, München

Gothrock’s not dead

 

concept-chaosSeit zwanzig Jahren gibt es die Waginger Dark-Rock-Urgesteine Lacrimas Profundere schon, und gerade haben sie ihr zehntes Album Antiadore veröffentlicht – zwei gute Gründe, die Münchner Fans in den Backstage Club zu einer Release-Show zu bitten. Freunde/Bekannte/Fans leisten der Aufforderung auch zahlreich Folge und bekommen einen sehr unterhaltsamen Abend im gut gefüllten Club geboten.

Mit im Gepäck sind zwei junge Münchner Bands, die der eine oder andere sicher schon kennt. Concept Chaos machen um kurz nach acht den Anfang. Die fünfköpfige Truppe um Sängerin Maike Werner – die auch unbestreitbarer Bühnenmittelpunkt ist – hat bereits zwei EPs und das Album Sedativa herausgebracht und spielt eine energiegeladene Mischung aus Rock, (Nu-)Metal und einer ordentlichen Prise Rotz ’n’ Roll. Nicht ganz leicht zu beschreiben – leider insgesamt auch wenig greifbar, mir erscheinen die Lieder alle etwas austauschbar, was aber durch die wirklich gute und druckvolle Show der Band wiedergutgemacht wird. Die Sängerin ist ein Energiebündel mit hüftlangen, knallrot gefärbten Dreadlocks, die wirklich keine Sekunde stillsteht und über ein beeindruckend kräftiges Organ verfügt. Mit Songs wie „Die For Celebration“, „Calling“, „Final Breakout“, „Asking For The Moon“ oder „Wrong Medication“ geben sie einen repräsentativen Querschnitt durch ihre bisherigen Veröffentlichungen und heizen den Anwesenden exzellent ein, auch wenn ihr Musikstil vielleicht nicht ganz perfekt zu den zwei nachfolgenden, etwas „schwärzer“ und gothrockiger orientierten Bands passt. Weiterlesen

23.5.2013 – The Great Mass-Tour: Septic Flesh, Fleshgod Apocalypse, Carach Angren und Descending, Backstage Werk, München

Griechischer Bombast

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Descending-Frontmann Jon Simvonis

Vier Bands aus unterschiedlichen europäischen Ländern, wenn auch deutlich dominiert von den Griechen, machen sich bereits seit geraumer Zeit daran, in ganz Europa eine große schwarze Messe zu zelebrieren. Vergangene Woche erreichten sie auch München.

Pünktlich geht’s los mit Descending, einer noch jungen Formation aus HELLas, die mit New Death Celebrity Ende 2011 ihren ersten Silberling auf den Markt geworfen haben. Die fünf Jungs machen schnellen, trashigen Metal und ziehen eine Bühnenshow ab, die sich wirklich sehen lassen kann. Wie es aber immer so ist vor 22 Uhr in München sehen die nicht allzu viele, das Werk ist alles andere als gut gefüllt. Die Zuschauer, die schon da sind, bekommen ein extrem spielfreudiges Quintett zu sehen, das richtig abgeht und auch – zumindest für die weiblichen Zuschauer – optisch ein Leckerbissen ist. Nach einer halben Stunde ist das Set durch und der Augenschmaus vorbei. Ich jedenfalls besorgte mir umgehend die CD und habe beschlossen, Descending im Auge zu behalten – den letzten Halbsatz mag jetzt jeder auslegen, wie er will! Weiterlesen

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17.5.2013 – 1. Bayerische Luftgitarrenmeisterschaft – Backstage Halle, München

Tactical Facepalm

Man kann sich so manches schön saufen auf dieser Welt: Den Job, die Weiber, ne miese Party … Man brauchte einiges an Kapazität, wollte man die 1. Bayerische Luftgitarrenmeisterschaft bis zum bitteren Ende durchstehen. „Einlass / Beginn: 21 Uhr“, so verkündete es die Backstage-Homepage. Pünktlichst um neun öffneten sich die Pforten, die Meute stürmte in die Halle und an die Bar, zwei DJs sorgten mit altbewährten – und gitarrenlastigen – Metal- und Rock-Klassikern für hervorragende Stimmung. Die Bühne lag noch in mysteriöses Dunkel gehüllt, hin und wieder gab’s Nebel von oben. Daran sollte sich auch eine Weile nichts ändern … Weiterlesen

10.05.2013 – Motorpsycho, Backstage Werk

You gotta hang on to the trip you’re on …

 

 

motorpsycho-1Das Backstage Werk füllt sich anfangs nur langsam, auch wenn die Seitenränge abgehängt sind. Man kann sich bequem ganz vorne an die Absperrung stellen, ohne dass einem der Platz streitig gemacht wird. Um kurz nach acht, der Saal ist inzwischen relativ gut gefüllt, läuft der Roadie zum letzten Mal über die Bühne und positioniert die letzte Gitarre, die Spannung im Publikum steigt, Motorpsycho betritt die Bühne.

Nach einem knappen „Guten Abend“ legen die Norweger mit „Year Zero“ los. Der Song beginnt ruhig, die Bühne ist in blaues Licht getaucht. Man hat Zeit, erst einmal die Bandmitglieder zu studieren. Mir als Motorpsycho-Neuling fällt erst einmal auf, dass der Bassist Bent Sæther (übrigens ein Linkshänder) in der Mitte der Bühne steht – das wundert mich allerdings nicht lange: Bent ist nicht nur Bassist, sondern auch Leadsänger von Motorpsycho. Weiterlesen

14.05.2013 – Agalloch – Fen – Abandoned Dreams – Lucifer over Europe-Tour – Backstage, München

Kolossale Klangwelten

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Abandoned Dreams

Die Dark-Doom-Metal-Giganten Agalloch aus Portland haben sich aufgemacht, Europa mit ihrer epischen Musik zu beglücken. Mit im Gepäck hatten sie Fen aus England und die lokale Band Abandoned Dreams, und zu dritt stürzten sie gestern das Backstage in dunkle Tiefen.

Abandoned Dreams, eine noch junge Band aus Grafing, eröffneten den Ohrenschmaus – und bliesen den wenigen Zuschauer, die schon bereit dafür waren, den Platz an der Sonne für eine Reise in die düsteren Gefilde aufzugeben, ordentlich den Kopf frei. Die drei Herren Raphael (Vox und Gitarre), Nik (Gitarre) und Mike (Drums) sowie Bassistin Liesa sind seit 2009 musikalisch unterwegs und präsentierten neues und altes Material von ihrer Demo-EP Ember and Frost, das sich wirklich hören lassen kann: Atmosphärisch dichter Sound, getragene Passagen, jähes Geknüppel, großartig komponierte Lieder. Nicht nur ich war sofort angetan von den düsteren Klängen des Quartetts, von dem man noch in diesem Jahr das erste Album erwarten darf. Höhepunkt war hier der Titel „Changing the Seasons“, bevor sich Abandoned Dreams mit „Light“ verabschiedeten. Schade nur, dass sich die Zuhörer in Grenzen hielten – diese Kombo hat auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient!

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10.05.2013: Albert Hammond – German Tour 2013 in der Alten Kongresshalle München

„10 minutes later we’ve finished the song!“

Fast 40 Jahre ist es her, dass Albert Hammond auf der Bühne stand. Eine verdammt lange Zeit, und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich vor allem ältere Semester in der Alten Kongresshalle einfinden und in den Stuhlreihen Platz nehmen. Gleich mehrere Generationen sind vertreten, 70-Jährige sind gemeinsam mit ihren Kindern und den Enkeln erschienen, um einen der ganz großen – nein, vielleicht sogar den größten – Songwriter live zu erleben. Auf dem Tourplakat stehen harte Fakten wie: 360 Millionen verkaufte Platten, 30 Top-40-Hits, Emmy Award Gewinner. Da wird also bald kein Unbekannter, kein Möchtegern stehen, sondern eine Legende. Albert Hammond als solche zu bezeichnen ist weder übertrieben noch verfrüht. Der Songwriter und Produzent hat in seiner Schaffenszeit, die bereits mit zwölf Jahren begann, ein monumentales Repertoire an Songs verfasst, an dem man nicht vorbeikommt – auch wenn das vielen gar nicht bewusst ist. An diesem Abend jedoch werden auch die Jüngeren bald merken, dass sie Lieder von dem 68-Jährigen kennen, obwohl er sie gar nicht selbst gesungen hat.
Zu Beginn fühle ich mich noch absolut „zu jung für den Scheiß“, und obwohl ich die alten Hits kenne, bin ich skeptisch. Schnell merke ich: Bei den ganzen Jungspunden auf den Bühnen traue ich älteren Leuten keine Power mehr zu. Aber dieser Abend soll mich eines Besseren belehren. Weiterlesen

03.05.2013: Stahlmann und Schöngeist im Backstage Club München

„Stahlgeist“ bringen den Club zum Kochen

 

Christina Stürmer tritt im Werk auf! Die Schlange ist lang, die Wartenden sind ungeduldig und die Parkplätze voll. Aber die Vorfreude ist recht groß. Noch größer ist die Freude darüber, dass wir uns nicht anstellen müssen, sondern an den Wartenden vorbei zum Club gehen können. Dort treten an diesem Abend zwei deutsche Formationen auf, die ordentlich reinhauen werden: die Münchner Schöngeist und die Göttinger Band Stahlmann.
Der kleine Club ist proppenvoll, und es scheint keine Maus mehr dazwischenzupassen. Gespannt erwartet man beide Acts, redet wild durcheinander, sucht noch einen Platz, von dem aus man etwas sehen kann. Manche haben kein Glück, manche sind weniger an der Vorband interessiert und gehen daher in die hinterste Reihe.

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