Konzertreview: 09.08.2013 – Monster Magnet, Backstage Werk, München

Space Baby!

 

monster-magnetEin weiteres Highlight hatte das Backstage für diesen Freitagabend organisiert: die großartigen Monster Magnet, die mit ihrem Album Powertrip 1999 den ganz großen Durchbruch schafften und seither ein Garant für mitreißende Konzerte und überfüllte Hallen sind. Ich mochte die Band schon vor ihrer musikalischen Reduzierung auf knackige Schweinerockhymnen und war gespannt, ob sie ihre verdrogten Frühwerke auch noch live spielen. Und ob Dave Wyndorf wie bei meinem letzten MonsterMagnet-Konzert vor vielen, vielen Jahren wieder Gogo-Tänzerinnen dabeihaben würde … Weiterlesen

Konzertreview: 03.08.13 – Der Weg einer Freiheit, Waldgeflüster, Hailstone, Backstage Club, München

Harte Klänge aus der Heimat

 

Der Abend des 3. Augusts stand im Club des Backstages ganz im Zeichen der harten Klänge. Death und Black Metal aus Bayern erwarteten die Besucher, die sich trotz des heißen Wetters im kleinen Club, der zu einem Backofen zu werden drohte, eingefunden hatten. Zwar haben Schwarzkristall und Dagnir en Gwann abgesagt, aber dennoch kamen die Freunde der etwas heftigeren Musik voll auf ihre Kosten. (Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Konzert kostenlos war!) Weiterlesen

Konzertreview: 28.07.2013 – Free and Easy Festival – Russkaja, Le Fly und Gasmac Gilmore

Энергия!

Polka-Abend im Backstage ist angesagt, was bei annähernd 40° in diesem heißesten Juli seit 2003 eine schweißtreibende Angelegenheit zu werden verspricht. Im Rahmen des Free and Easy-Festivals kommen Gasmac Gilmore, Le Fly und Russkaja in die schnell eingerichtete Backstage-Werk-Sauna, um denjenigen einzuheizen, denen noch nicht warm genug ist.

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23.07.2013 – Suicidal Tendencies

Hardcore in der Hitze

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Im Sommer lockt das Backstage in München zu Party, Film, Diskussion und tollen Konzerten bei freiem Eintritt. Längst ist das Free & Easy ein Muss für die Stadt geworden, und mindestens einmal innerhalb der knapp drei Wochen sollte man schon dort gewesen sein. Die Veranstalter scheuen keine Kosten oder Mühen und holen zahlreiche namhafte Bands nach München, die meist unterstützt von noch unbekannteren, lokalen Gruppen erstklassige Konzerte spielen.
Gestern waren Suicidal Tendencies in der Landeshauptstadt, und das ließen sich die Metalheads nicht zweimal sagen. Doch zuerst hieß es warten. Warten auf die Bandausgabe, warten auf den Beginn, warten auf den Hauptact. Denn natürlich sollten zwei Formationen erst einmal die Stimmung im ziemlich heißen Werk noch weiter anheizen. Weiterlesen

Konzertreview: 30.07.2013 – Pequod, Saeculum Obscurum, Combustion, Suicide Salvation – Free & Easy Festival 2013, Backstage Club, München

Death Metal Dienstag
von Münchnern für Münchner

Eine feine Bandauswahl aus dem todesmetallischen Untergrund erwartete den geneigten Hörer an einem Dienstag im Juli im Backstage Club, der so heiß war, dass es eigentlich an Selbstmord grenzte, sich mit hundert anderen Headbangern in einen Raum zu stellen, der nicht größer als mein Wohnzimmer ist. Wir haben es dennoch getan – und wurden nicht enttäuscht!

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Suicide Salvation

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Konzertreview: 29.07.13 – Folkstone, Adorned Brood, Narrator, Brocelian, Backstage Halle, München

Italien rockt das Free&Easy

Ein weiterer Metal-Abend auf dem Free&Easy steht an – heute mit einigen Spielarten des Folk-Pagan-Metal. Die Backstage Halle ist allerdings eher spärlich gefüllt, was sich auch zu späterer Stunde und größerem Bekanntheitsgrad der Bands nicht so richtig ändern will. Egal. Klein, aber sehr fein wird dieser Abend, so viel sei schon mal verraten.

brocelian-jpgDen Anfang machen die Münchner von Brocelian, eine noch sehr junge Band, die sich dem melodischen Symphonic-Metal verschrieben hat. Der Name leitet sich von dem mythischen französischen Wald Brocéliande ab, und genauso phantastisch und mythenumsponnen möchte die Musik sein. An diesem Abend präsentieren die Musiker ihr Debütalbum Lifelines, das allerdings meines Wissens nach noch nicht erhältlich ist. Insgesamt sieben Songs präsentiert die Band (darunter als Zugabe „Theatre Moments“ vom 2010er Demo), die weitestgehend im Midtempo-Bereich gehalten sind. Der Symphonic-Metal von „The Hunt“, „Heartstrings“ oder „Unbreakable“ geht grundsätzlich ganz gut ins Ohr, ist sauber gespielt, und vor allem Violinistin Elli kann immer wieder wunderschöne Akzente setzen. Doch so richtig zünden will die Mischung noch nicht, vielleicht muss die Band noch ihren ganz eigenen Stil finden. Sängerin Susan verfügt über eine sehr gute Stimme in den Höhen, doch in den tieferen Lagen kann diese sich nicht so recht gegen die Mitmusiker durchsetzen und geht ein wenig unter. Das ist sehr schade, denn insgesamt liefern die Fünf einen guten Auftritt ab. Wenn sie ein bisschen Gas geben, wird es sogar richtig gut. Mal schaun, wie es mit Brocelian weitergeht.  Weiterlesen

Konzertreview: 25.07.13 – Powerwolf, Milking the Goatmachine, Dew-Scented, Backstage Werk, München

So kommet und feiert mit uns

Ein heißer Tag Ende Juli, das Free&Easy-Festival im Backstage ist gerade mal zwei Tage alt, und schon wartet ein beeindruckendes Metal-Package auf viele feierwütige Zuschauer. Mit Dew-Scented, Milking the Goatmachine und Powerwolf treten drei deutsche Bands auf, die exzellente Vertreter ihrer jeweiligen Spielrichtung sind und Garanten für einen intensiven Metal-Abend.

dew-scented-freeeasyUrsprünglich hätten vier Bands spielen sollen, doch dann gehen Dew-Scented doch als Erste auf die Bühne, offensichtlich hat sich da in der Planung etwas geändert. Die Band war im März mit Testament auf Tour und hat mir da schon sehr gut gefallen. Jetzt sind sie mit der neuen Platte Insurgent im Gepäck zurück und bestätigen meinen guten ersten Eindruck voll und ganz. Thrash voll auf die Zwölf, kompromisslos und schnell, so muss das sein. Die Songauswahl konzentriert sich hauptsächlich auf ältere Stücke von dem 2003er-Album Impact (z.B. „Acts of Rage“, „Cities of the Dead“) und neuere vom 2012er-Album Icarus (z.B. „Sworn to obey“, „Thrown to the Lions“ oder „Storm within“). Ein brandneuer Song vom neuen Album Insurgent – das eine Zusammenstellung von neuen Stücken, Liveaufnahmen und anderen Raritäten darstellt und mit dem die Band ihr 20-jähriges Bestehen feiert – kommt auch zu Ehren und wird gewohnt humorvoll von Sänger Leif Jensen angekündigt: „Das ist jetzt was Neues, wenn’s in die Hose geht, nich anmerken lassen, einfach weiterbangen, ok?“ Das lässt sich machen, und in die Hose geht zum Glück auch nichts.
Nach einer Dreiviertelstunde ist das etwa zur Hälfte gut und darüber hinaus locker gefüllte Werk ausreichend aufgewärmt. Danke, Dew-Scented, das war fein, beim nächsten Mal gern wieder dabei!  Weiterlesen

Festivalreview: IX. Amphi-Festival, 19.-21.7.13, Köln Tanzbrunnen, Teil 3

21.7.13 – Der Amphi-Sonntag

 

img_8223Auch der Sonntag begann mit gleißendem Sonnenschein und infernalischen Temperaturen, und schon wieder musste ich bereits um die Mittagszeit aufs Gelände. An sich ist das ja kein Opfer, so ein Festival will ausgenutzt werden, und die Stimmung am Tanzbrunnen ist immer so entspannt, dass man sich dort auch gern einfach nur aufhält und Zeit überbrückt. Aber die Hitze … war nicht schön an diesem Tag. Bei Beauty of Gemina stand ich zum Glück unter den Pilzen vor der Mainstage und konnte so diesen wirklich wunderbaren Auftritt der Schweizer genießen. Auf dem Schirm hatte ich sie schon lange, live allerdings noch nicht gesehen. Die Band brachte schon um zwei Uhr nachmittags eine herrlich melancholisch, gothrockende Atmosphäre auf die Bühne, unter anderem bedingt durch die tiefe, warme Stimme des Sängers, der sehr sympathisch und kommunikativ war. Man erfuhr auch einiges über die Schweiz, was man so noch nicht wusste – zum Beispiel die extrem hohe Selbstmordrate, die in „Suicide Landscape“ thematisiert wird. Oder dass Beauty of Gemina vom Schweizer Radio nicht gespielt werden, mit der Begründung, ihre Musik sei gesundheitsgefährdend (sinngemäß wiedergegeben). Was natürlich eine besorgte Nachfrage beim Publikum zur Folge hatte, ob man sich denn wohlfühle. Natürlich!

Nach diesem herrlich melancholischen Einstieg in den Amphi-Sonntag ging es auf der Mainstage brachial-elektronisch weiter. Andy LaPlegua war mit seinem Projekt Icon of Coil im Lande und machte (nach dem München-Konzert am Abend zuvor) in Köln Station. Die Norweger haben schon einige Bandjahre auf dem Buckel, und Andy LaPlegua hatte sich intensiv um Combichrist gekümmert, doch es fanden sich viele Fans vor der Bühne ein, und gerade das Jungvolk im Cyberdress tanzte bei über 30 Grad in der prallen Sonne, als gäbe es kein Morgen mehr. Brachiale Beats (brachialer als früher? Ich hatte die Band etwas melodischer in Erinnerung) fuhren jedem in die Beine, doch ohne ausreichenden Schatten flüchtete ich schon bald ins Staatenhaus, wo das totale Kontrastprogramm wartete: Faun. Die Münchner waren stilistisch etwas unglücklich zwischen Santa Hates You und Umbra et Imago (und draußen Icon of Coil) eingequetscht, zogen aber eine große Zuschauerschar ins Staatenhaus, wo sie sich schon bald in Trance gespielt hatten. Mir wäre ein etwas songorientierterer Auftritt lieber gewesen, so merkte ich dann aus leichter Langeweile schon nach wenigen Liedern den Sauerstoffmangel im Staatenhaus und flüchtete quer übers Gelände ins (dieses Jahr zum ersten Mal – danke, danke, danke!!) klimatisierte Theater, wo ich die nächsten drei Stunden verbrachte.  Weiterlesen

Festivalreview: IX. Amphi-Festival, 19.-21.7.13, Köln Tanzbrunnen, Teil 2

20.7.13 – Der Amphi-Samstag

Bedingt durch die Verschiebungen in der ursprünglichen Running Order, bei der es zu viele Überschneidungen von ähnlichen Bands gab, fing der Festivalsamstag schon sehr früh an. Die Organisatoren waren im Vorfeld auf die vielen Anregungen der Besucher eingegangen und hatten den Zeitplan etwas entzerrt – eine tolle Sache, auch wenn manche dafür dann schon um 11:45 Uhr der ersten Band zujubeln durften. Mein erster Act des Samstags war um halb ein Uhr mittags im Staatenhaus die deutsche Formation Xotox, bestehend aus Mastermind Andreas img_7843Davids und seiner Frau Claudia – beide in Band-T-Shirts mit dem Slogan „Slå tillbaka“ (schwedisch für „schlag zurück“) gewandet, die es leider nicht zu kaufen gab. Die Musik war vom Allerfeinsten, brachialer, tanzbarer Industrial-Noise-Electro, bei dem in den ersten Reihen niemand die Füße stillhalten konnte. Untermalt wurden Knaller wie „Eisenkiller“, „Mechanische Unruhe“ oder die Songs vom brandneuen Album Schwanengesang (wie z.B. das großartige „Slå tillbaka“) von den extrem knappen, trockenen Ansagen von Andreas Davids: „Heiß hier“, „Revolution! Jetzt!“, „Mehr?“ Damit war irgendwie auch alles gesagt. Seine Frau Claudia heizte die Menge mit einigen rhythmischen Tanzeinlagen weiter an und setzte neben ihren soundtechnischen Fähigkeiten auch eindrucksvoll ihre Stimmbänder bei einem Song ein.
Nach diesem großartigen Auftritt war das Staatenhaus warmgetanzt und wach, keine Frage. Vor allem wach.

Frozen Plasma stand gleich im Anschluss daran auf dem Spielplan, auf die ich mich eigentlich auch gefreut hatte, weil ich einige ihrer Lieder sehr gern mag. Doch irgendwie wollte der angenehme Synthie-Pop heute nicht zünden, vielleicht war der Übergang von Xotox auch zu groß, vielleicht war der Auftritt wirklich eher lauwarm, jedenfalls verbrachte ich dann den zweiten Teil lieber im Café im Staatenhaus und hörte mir von da dann abschließend noch „Tanz die Revolution“ und „Murderous Trap“ an. Es waren aber auch hier schon viele Zuschauer anwesend, die Vasi Vallis und Sänger Felix Marc bejubelten. Weiterlesen

Festivalreview: IX. Amphi-Festival, 19.-21.7.13, Köln Tanzbrunnen, Teil 1

19.7.13: Der Freitagabend auf der MS RheinEnergie

 

Das IX. Amphi-Festival stand vor der Tür, und die Vorfreude war diesmal besonders groß. Nicht nur lockte die extrem entspannte Stimmung am Tanzbrunnen-Gelände mit toller Bandauswahl, sondern auch der Freitagabend davor, für den sich die Organisatoren etwas ganz Besonderes einfallen ließen: Ein Konzertabend auf der MS RheinEnergie – Europas bestem Event-Schiff, das auch schon Papst Benedikt XVI. sicher über den Rhein geschippert hat. Nur 1.111 Tickets wurden dafür verkauft, spielen sollten Pianist Lars Arnold mit seinem Programm „Classic & Depeche“, Welle:Erdball sowie Covenant. Klare Sache, dass ich da dabei sein musste.

img_7323Nach einer schweißtreibenden Bändchenabholung im Theaterfoyer am Freitagnachmittag – es war prügelheiß und sollte das ganze Wochenende kein bisschen abkühlen – hieß es ab 19:00 Uhr abends dann Schlange stehen, bis wir aufs Schiff durften. Die Stimmung war von Anfang an bestens, alle freuten sich wie die kleinen Kinder auf diesen besonderen Abend und enterten sofort das gemütliche Oberdeck, um den herrlichen Ausblick auf den Dom und später das vorbeiziehende Rheinufer zu genießen. Der Rest sah sich auf dem sehr übersichtlich und großzügig aufgebauten Schiff um, das auf dem unteren Deck Platz für eine Bühne und einen großen Zuschauerraum bot; auf dem Zwischendeck befanden sich eine Galerie sowie die Gastronomie und diverse Tische mit Sitzplätzen. Von der Galerie aus hatte man einen fantastischen Blick auf die Bühne, man konnte sich aber auch zurückziehen und aufs Wasser schauen oder sich unterhalten. Von hier aus ging es dann aufs Oberdeck, auf dem der Merchandise-Stand des heutigen Abends aufgebaut war und das zudem noch eine kleine Bühne bot, auf der allerdings kein Programm stattfand. Über das ganze Schiff verteilt waren genügend Getränkestände, sodass man nie lange anstehen musste. Das Personal war sehr freundlich und flott, was zur entspannten Stimmung erheblich beitrug. Weiterlesen