Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

Reise in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte

 

Obwohl ich schon mehrmals im hübschen Dachau war, habe ich noch nie die KZ-Gedenkstätte direkt vor Dachaus Toren besucht. An einem grauen Samstag im Februar 2016 ist es aber soweit. Der Parkplatz ist von vielen ausländischen Autos frequentiert. Wir holen uns an der Information einen Audioguide und einen Übersichtsplan und gehen dann in Richtung der Anlage, die wir – wie auch tatsächlich die Neuankömmlinge damals – durch ein Tor mit der makabren Aufschrift „Arbeit macht frei“ betreten. (Ende 2014 waren Dachau und dieses Tor in der Presse:

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Es wurde in einer Nacht- und Nebelaktion aus den Verankerungen gehoben und gestohlen. Ein Kunstschmied hat es rekonstruieren müssen, und genau am 70. Jahrestag der Befreiung wurde es wieder eingesetzt.) Kurze Zeit später stehen wir in einem großen Hof, auf dem sogenannten Appellplatz. Hier mussten die Häftlinge morgens zum Abzählen und zum Appell antreten. Hier wurden auch Bestrafungen durchgeführt. Für kleinste Vergehen konnte man „am Baum“ oder „am Pfahl“ landen, oder man stand ungeachtet jeden Wetters stunden- oder tagelang bewegungslos auf dem Platz.

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Unterwegs: Münchner Vororte – Dachau

Einstige Künstlerstadt im Wandel

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Nur 30 Minuten von der Bayerischen Landeshauptstadt München entfernt liegt die große Kreisstadt Dachau mit ihren 45.000 Einwohnern. Idyllisch, klein und ruhig zieht es immer mehr Menschen hierher, die sich niederlassen. Ich möchte euch ein wenig die Geschichte dieser Stadt näherbringen. Was viele nicht wissen: Dachau feierte dieses Jahr seine Gründung, 1210 Jahre, und ist somit um einiges älter als München.

Das erste Mal wurde Dahauua (das heutige Dachau) im Jahre 805 in einer Urkunde erwähnt. Die edle Erchana aus dem Grafengeschlecht der Aribonen schenkte ihren gesamten Grundbesitz dem Erzbistum Freising. Da das Erzbistum sehr emsig war, was das Erschließen neuer Handelswege anging, bekam Dachau 1270 den Namenszusatz Markt verliehen. Aufgrund seiner perfekten Lage zwischen München und Augsburg erlangte Dachau Ruhm und Macht, gleichzeitig brachte der Handelsweg aber auch Krieg, Leid und Krankheit. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt von seinen schwedischen Besatzern geplündert.

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Meine Lieblingsweihnachtsmärkte in München

 Glühwein, Plätzchen, Kunst und Müll

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Das Weihnachtsmarktaufkommen in München ist eigentlich regelrecht inflationär. Gab es früher einen am Marienplatz, mit immer dem gleichen Gezeter, wie „schiach“ der Christbaum in diesem Jahr wieder einmal ist, einen in Neuhausen, in Haidhausen und in Schwabing, so hat mittlerweile jeder Stadtteil, ja fast jeder Platz seinen Weihnachtsmarkt. Und was früher ein Geheimtipp war – Pink Christmas am Stephansplatz zum Beispiel – ist mittlerweile so Kult, dass kein Durchkommen mehr ist. Hat man sich einen Glühwein erkämpft, so ist er, wenn man an seinem Platz angekommen ist, kalt oder verschüttet.

Dennoch gibt es ein paar Märkte, voll hin, voll her, auf die ich mich jedes Jahr freue, weil sie einfach, zumindest für mich, etwas Besonderes sind.
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Münchner Kirchen mit dem gewissen Etwas

Take me to Church

asam6Eine Kirche kann ein Ort des Glaubens sein, zum Beten, sie ist möglicherweise aber auch eine Belastung für manche, eine Verpflichtung, ein Zwang, dem man sich vielleicht an Allerheiligen oder Weihnachten der lieben Familie wegen aussetzen muss. Ganz für sich betrachtet kann eine Kirche aber ein wundervoller Ort des Friedens sein, des Rastens mitten in einer hektischen Stadt, oder auch ein Ort, an dem es Kunst zu entdecken gibt.

Ich möchte euch ein paar Kirchen in München vorstellen, jenseits der Frauenkirche mit ihren zwei prägnanten Türmen oder des Alten Peter mit seiner Möglichkeit, mitten in der Innenstadt einen Turmaufstieg zu machen. Kirchen, die vielleicht nicht ganz so bekannt sind, es aber auch in sich haben – oder vielmehr etwas in sich haben.

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ABBA-Museum in Stockholm

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Mein lang gehegter Wunsch hat sich im Juli 2015 erfüllt: Urlaub in Schweden. Endpunkt der zweiwöchigen Rundreise war Stockholm, eine Stadt mit besonderem Flair und mit dem ABBA-Museum! Weiterlesen

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Streetart: Stockholm einmal anders

Graffitis – Von Null auf Hundert

 

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Ein langgehegter Traum wurde wahr: Ich besuchte dieses Jahr Stockholm. Ich habe alles gesehen, Gamla Stan, die pittoreske Altstadt, das Königsschloss, Kirchen, das Freilichtmuseum Skansen und das Vasa-Museum, wundervolle alte Häuser und Gassen, vieles per Schiff in malerischer Umgebung im Wasser, und die kleinste Skulptur Stockholms habe ich auch gefunden. Weiterlesen

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Konzert: 10. Prague Gothic Treffen 2015

10. Prague Gothic Treffen 2015

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Mehr oder weniger spontan haben wir Ende August eine Woche Städteurlaub in Prag geplant. Nachdem der Bus gebucht und das Zimmer reserviert ist, folgt die Internetrecherche: Was ist zu dem Zeitpunkt subkulturell eigentlich los in Prag?

Und siehe da, vom 28.08. bis 30.08.2015 findet das 10. Prague Gothic Treffen statt, und das auch noch bei unserem Hotel ums Eck! Das ist dann wohl Schicksal, in das wir uns aber bereitwillig und voller Vorfreude fügen. Das Festival ist weniger bandorientiert, sondern soll mittels vieler Partys ein Treffpunkt für die Gothen aus nah und fern sein – ein etwas anderes, aber deshalb nicht schlechteres Konzept. Weiterlesen

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Lager der Engadiner „Söldner des Grauen Bundes“ in Ehrenberg vom 24.-26.07.2015

“Leben wie vor tausend Jahren”

 

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… okay, in unserem Fall eher wie vor 700 Jahren. Die Söldner des Grauen Bundes aus dem Schweizerischen Engadin haben es sich zum Ziel gesetzt, das Leben eher einfacherer Leute des 14. Jahrhunderts darzustellen. Gegründet 2011 eher als Spaßtruppe, haben sie mittlerweile den Anspruch, etwas mehr echte Geschichte und etwas mehr Authentizität einfließen zu lassen und sich an historischen Eckdaten wie der Sempacher Schlacht 1386 zu orientieren. Diese Schlacht im Kanton Luzern gilt in der Geschichte der Schweiz als Höhepunkt des Konfliktes zwischen den Habsburgern und den Eidgenossen während der Schweizer Habsburgerkriege. Weiterlesen

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Konzert: BBC Proms – Prom 41: Sherlock Holmes – A Musical Mind, Royal Albert Hall, London (16.8.2015)

Walküren, Deerstalker und ein musikalisches Genie

Es ist ein bewölkter Nachmittag im August in Westlondons Stadtteil Kensington. Eine große Menschenmenge wälzt sich von der Tube Station in Richtung Hyde Park. Viele sind schick angezogen – Theater? Konzert? – aber auch Jeans und T-Shirt sind vorhanden. Eine Matineevorstellung also. Die große Menge zeigt, dass es sich um eine große Halle handeln muss, die Schlussfolgerung ist simpel: Royal Albert Hall. Dort finden um diese Jahreszeit die BBC Proms statt, jene legendäre Konzertreihe, die jeden Sommer in zahllosen Themenkonzerten Musikfreunde aus aller Welt beglückt. Aber was ist das? Einige Konzertbesucher tragen Deerstalker, diese merkwürdigen altmodischen Mützen mit den Ohrenklappen, die wir unweigerlich in Verbindung bringen mit … Sherlock Holmes? Ganz recht, an diesen Nachmittag sammeln sich die Massen, um einem Konzert zu lauschen, das ganz dem großen Detektiv aus 221B Baker Street gewidmet ist.

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Reisebericht: London einmal anders

London calling to the Underworld

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Ich war schon mehrmals in London und wollte natürlich alle meine Lieblingsplätze erneut anschauen und schöne Unternehmungen wiederholen, aber ganz besonders interessierte ich mich für die Graffitis, die in London besonders viel und vielfältig sein sollten.

Hierfür habe ich mir ein paar gut erreichbare Spots ausgesucht.

Einer davon ist an der South Bank, den man mit dem Bus oder der Tube, Station Waterloo, gut erreichen kann. Die Gegend um den Skate Park ist mit ein paar ganz besonders charmanten Stücken ausgestattet:

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