Mythen im Metal: Bathory

Gab es die Blutgräfin wirklich?

Es war einmal an einem düsteren Winterabend in Stockholm: Ein junger Mann namens Quorthon hatte soeben viele Viking- und Doom Metal-Songs mit finsteren Themen geschrieben und brauchte nun einen passenden Namen für sein Projekt. Dann stieß er auf die Legende von der ungarischen Blutgräfin Elisabeth Bathory, die zur Erlangung ewiger Jugend im Blut grausam gefolterter und ermordeter Jungfrauen gebadet haben soll. Schon war der perfekte schauerliche und doch schmissige Bandname gefunden. Was aus der Band Bathory wurde, ist dem gediegenen Leser vermutlich bekannt, also soll es hier einmal um die Namensgeberin gehen. Weiterlesen

Tag des offenen Denkmals, 14.09.2014 – Der Alte Hof

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Am 14. September enthielt das Programm des Tags des offenen Denkmals auch den Alten Hof. Eigentlich kenne ich das Gebäude schon seit meiner Schulzeit, aber warum nicht Altbekanntes wieder entdecken? Weiterlesen

PC-Spiel: Alice – Madness Returns (2011, EA)

Curiouser and curiouser

Das Spiel Alice – Madness Returns ist die Fortsetzung von America McGee’s Alice (2000). Sowohl der erste, als auch der zweite Teil sind angelehnt an die Novelle Alice im Wunderland von Lewis Caroll. Im ersten Teil des Spiels erfährt man von Alice‘ Eltern, die beide bei einem Brand umgekommen sind. Das Mädchen gibt sich die Schuld daran und zieht sich immer mehr zurück. Sie lebt in einer Irrenanstalt und flüchtet immer mehr in das imaginäre, surreale Wunderland, das sie sich selbst geschaffen hat. Im Wunderland allerdings ist alles anders als zuvor, da die Herzkönigin dort ein Terrorregime führt und die Hauptdarstellerin mit Waffengewalt retten muss, was noch zu retten ist.

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Sonstiges: Mythen im Metal – Der Blutadler

Gab es den Blutadler wirklich?

Viking Metal – da denkt man an hünenhafte, langhaarige, bärtige Schweden, die etwas wie „GRRRARRR ROARRR URGHHH“ in ihre Mikros schreien. Hört man aber genauer hin (oder liest im Album-Booklet nach), dann stellt man fest, dass die Herren Wikinger doch wirklich Texte zu ihren Songs haben. Darin geht es dann um Schlachten, Walhalla und allgemein ziemlich viel Blut. Was steckt aber dahinter, waren die Wikinger wirklich so krass drauf? Weiterlesen

Redaktions-Jukebox August/September

Wir waren ein bisschen nachlässig mit unseren Playlisten im September, deswegen gibts diesmal gleich zwei Monate zum Preis von einem! Das rotierte in den CD-Fächern des SchwarzesBayern-Teams im August und September: 

 

Horusauge hört: 
John Garcia – sein Debüt „John Garcia“
Audrey Horne – Pure Heavy
Rea Garvey – Pride

enchi verbringt die Regentage mit: Weiterlesen

Sonstiges: Lesung Su Turhan – Bierleichen (Oberschleißheim, Bücher am Schloss)

Der Abend, den ich in einer Metzgerei verbrachte,
ein neues Adjektiv kennen lernte und
danach fast einen Schriftsteller nach Hause gefahren hätte.

 

Im September 2014 fahre ich an einem Donnerstagabend im Berufsverkehr fast eine Stunde lang mit dem Auto nach Oberschleißheim, um in einer Buchhandlung dem Autor Su Turhan zuzuhören, der mir von einer Freundin empfohlen wurde. Ich bin etwas früh dran. Die Mutter des Inhabers der Buchhandlung „Bücher am Schloss“ zeigt mir die Räumlichkeiten. Ihr Sohn, Ronald Hanke, komme etwas später, der müsse den Schriftsteller von der U-Bahn abholen. Das klingt ja schon mal sympathisch!

Kurze Zeit später treffen zwei Herren ein, einer ist der Herr der Bücher, und der andere ist der Schriftsteller. Er wollte mit der S-Bahn nach Oberschleißheim fahren, wegen eines Wies‘n-Malheurs ging es aber ab Hackerbrücke nicht weiter. Der Autor musste zurück zum Hauptbahnhof, in die U-Bahn einsteigen und von dort nach Feldmoching fahren.
Nun sind wir also genau eine Handvoll Leute, und es ist noch recht persönlich, so kommen wir ins Gespräch, und ich biete Herrn Turhan an, ihn wieder in die Stadt mit reinzunehmen, denn es stellt sich heraus, dass wir Stadtviertel-Nachbarn sind: Von Sendling nach Obergiesing, das ist ein Rutsch. Su freut sich, für die Fahrt zurück in die Stadt eine Mitfahrgelegenheit zu haben.

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Tag des offenen Denkmals, 14.9.2014: Borstei

Ein Paradies in Moosach

d2Treffpunkt ist um 11.00 Uhr der Torbogen Franz-Marc-Straße.
Eine recht große Menschenmenge interessiert sich für die Historie der Borstei. Frau Juliane Reister, die uns das Thema nahebringen wird, ist eine kleine, ältere, resolute und für das Thema in Leidenschaft entbrannte Dame – leider kann sich ihre Stimme in der großen Menge an Leuten nicht durchsetzen. Man versteht sie sehr schlecht. Das ist aber das einzige Manko dieses Vormittags.

Theater: Edward Albee “Wer hat Angst vor Virginia Woolf?” – Residenztheater München

In der Eiswüste der Seele

Ehe- und Geschlechterkriege auf offener Bühne sind nichts Neues im Theater – ein Urvater des Genres dürfte August Strindberg sein, in jüngerer Zeit feierten damit Autoren wie der Schwede Lars Norén und natürlich Yasmina Reza mit ihrem Gott des Gemetzels Erfolge, letztere insbesondere auch im Kino. Zum Spielzeitauftakt im Münchner Residenztheater steht nun Edward Albees 1962 entstandener Klassiker der Moderne Wer hat Angst vor Virginia Woolf? in der Inszenierung von Intendant Martin Kušej auf dem Programm, ein schonungsloser Seelenstriptease, der nicht zuletzt auch durch die geniale und oscarprämierte Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton Berühmtheit erlangte.

George und Martha sind ein in inniger Hassliebe verbundenes Ehepaar, er 46, sie 52, er Geschichtsdozent an einem mittelmäßigen amerikanischen College, sie die Tochter des Collegepräsidenten, die keinen Hehl daraus macht, dass sie ihren Gatten für einen Komplettversager hält, weil er irgendwann in der Mitte der Karriereleiter stehengeblieben ist. Ebenso kennt aber auch George die wunden Punkte und Verletzlichkeiten Marthas, und so zelebrieren beide ihre Rituale gegenseitiger seelischer Nadelstiche, ohne sich aber voneinander lösen zu können. Weiterlesen

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Tag des offenen Denkmals, 14.09.2014 – Kriegsgräberstätte in Hadern

Licht und Schatten

p1050329Im Südwesten von München befindet sich an der Tischlerstraße eine Kriegsgräberstätte. Am Tag des offenen Denkmals fällt mir als erstes die alte, verwitterte Mauer auf, die die 100 m breite und 150 m tiefe Waldlichtung von der Straße abgrenzt. Ein schmiedeeisernes Tor gibt den Blick auf ein Betongebilde frei, das an die Architektur der 70er Jahre denken lässt. Eingeweiht wurde diese Fläche allerdings am 20. Juni 1965. Das Innere dieses Bauwerks soll eine kleine Sehenswürdigkeit bergen: Am Zusammenstoß der zwei dreieckigen Betonplatten ist eine 13 m hohe Prismenscheibe eingesetzt. Bei Sonnenschein ergibt sich ein bunter Lichteinfall, der sich dann an der gegenüberliegenden Seite zeigt. „Die Färbung kann man daraufhin an einem Relief von 3.543 aneinander geschweißten, länglichen Stahlplatten“ (1), die bewusst der Korrosion anheim gegeben wurden, sehen. In jedes der Schildchen ist der Name eines auf diesem Ehrenfriedhof begrabenen Toten eingestanzt. Leider ist aufgrund der bewölkten und regnerischen Wetterlage nichts von der Herrlichkeit zu sehen. Einzig ein Foto des Geschichtsvereins Hadern e.V. zeigt, wie es bei Sonnenschein aussehen würde: Weiterlesen

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Autorenportrait: Neil Gaiman

Der Herr der Träume

 

Wie oft führt man als Leseratte das übliche Gespräch über Lieblingsbücher und Lieblingsautoren, das ist nichts weiter Besonderes. „Welchen Autor magst du?“ Dann kommen die Standardantworten der modernen Fantasyliteratur: Tolkien. Rowling. Pratchett. „Und Gaiman! Ich liebe Neil Gaiman!“ Hier weicht das Gespräch vom Standard ab, indem mein Gegenüber fragt: „Wer?“ Mir entgleisen dabei vor Erstaunen die Gesichtszüge, und ich möchte mir vor Kummer die Haare raufen.
Obwohl viele seiner zahllosen Werke auf Deutsch (zumeist beim Heyne Verlag) erschienen, eine Handvoll sogar verfilmt worden sind, wird er in Buchhandlungen, Bestsellerlisten und dem gesamtdeutschen Literaturbewusstsein oft schändlich übergangen. Dabei hat sich der gebürtige Brite seinen wohlverdienten Platz ganz oben am Olymp der Fantasyautoren bereits früh erklettert:Im Jahr 1985 treffen sich zwei Männer in einem Restaurant in London. Der eine heißt Terry Pratchett, ist Autor und hat kurz zuvor sein Scheibenwelt-Debüt mit The Colour of Magic gegeben. Der andere ist ein junger Journalist und soll den aufstrebenden Autor interviewen. Sein Name? Neil Gaiman.
Ganz im Stil eines Schmalzromans müsste man diesen Moment wohl als „Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ bezeichnen, denn die beiden verstehen sich prächtig. Einige Jahre später entwickelte sich jedenfalls daraus eine
Zusammenarbeit, die den kultigsten Roman über das Ende der Welt
hervorbrachte: Ein gutes Omen (Good Omens).