Maschinelle Bosheit

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Manchmal ist es als Rezensent nicht einfach, einen Tonträger zu besprechen. Im Falle von Aevangelist, einer 2-Mann-Black/Death Metal Band aus Portland, Oregon, USA ist dies so. Die Band gründete sich im Jahr 2010 und veröffentlichte seitdem mehrere EPs und Alben, die mehr oder weniger nennenswert sind. Nun liegt mir ihr 2015er-Opus Enthrall to the Void of Bliss zur Rezension vor.

Auf knapp 57 Minuten Spielzeit, unterteilt in sieben Tracks, wird der puren Raserei und Disharmonie gefrönt. Ich gestehe, dass selbst ich mich als Black-Metal-Hörer erst einmal hineinhören musste, um ein wenig mit dem gebotenen Material warm zu werden. Track 1 „Arcania Manifestia“ beginnt in purer Dissonanz. Man fühlt sich wie in einem Film namens „Tim Burton meets Klaustrophobie“. Dieses maschinell erzeugte Gefühl des Unwohlseins ist sehr gut gelungen und läutet den weiteren Verlauf des Albums ein. „Cloister of the Temple of Death“ geht in die gleiche Richtung, nur dass der Metal etwas mehr in den Vordergrund rückt. Bei einer Spielzeit von 8:30 Minuten wird hier die Dissonanz noch einmal ausgereizt, durch den Einsatz eines recht schrägen Keyboards im Hintergrund und Uptempo/Downpaced Parts im Wechsel. In Track 3 „Gatekeeper´s Scroll“ wird richtig Metal gespielt, und zwar böser Black Metal gepaart mit Horrorfilm Sounds. Göttlich oder ungöttlich sind auch die kurzen clean Vocals die zum Einsatz kommen, und die sich anhören als ob etwas heraufbeschworen wird. „Alchemy“ fällt komplett aus dem Rahmen. Es erinnert etwas an Industrial/Ambient der Marke Abruptum aus Stockholm. Düster, repetitiv und fast schon angstschürend. Die restlichen Tracks auf der CD, „Levitating Stones“, „Emanation“ und das abschließende „Meditation of transcendental Evil“ mit seinen knapp 14 Minuten Spielzeit runden dieses Machwerk ab.

Fazit: Dieses Album sei all denen ans Ohr gelegt, die nicht viel Wert auf filigrane Melodien legen, sondern eher auf eine düstere, beklemmende Atmosphäre. Jeder Track erreicht eine durchschnittliche Spielzeit von nahezu acht Minuten. Wenn man sich auf die Musik einlässt, bin ich mir sicher, stellt sich ein nicht alltägliches Gefühl ein. Ich könnte es nicht immer hören, aber in misanthropischen Momenten ist es genau das Richtige.

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Aevangelist: Enthrall to the Void of Bliss
20 Buck Spin, VÖ. 30. Oktober 2015
20,16 €
Amazon

Band Page: http://www.newobliviongospelmusic.com/

Tracklist
1. Arcania Manifestia
2. Cloister of the Temple of Death
3. Gatekeeper´s Scroll
4. Alchemy
5. Levitating Stones
6. Emanation
7. Meditation of transcendental Evil

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