CD: AHAB – The Boats of the Glen Carrig

Melancholische Brachialität

598_Ahab_RGBAHAB aus dem schönen Heidelberg gründeten sich im Jahr 2004, damals noch unter der Flagge des Funeral Doom Metal. Im selben Jahr veröffentlichten sie die Single „The Stream“, welche an Zähheit nicht zu übertreffen sein dürfte. Bestehend aus vier Mann zelebrieren sie die düsterste Form des ohnehin schon düsteren und schleppenden Doom Metal. It´s Time for Funeral, Dude!

Das 2015 veröffentlichte und mir vorliegende Album The Boats of the Glen Carrig ist die konsequente Weiterentwicklung zu den Anfangstagen, und trotzdem ist sich die Band musikalisch treu geblieben. Hier wird auf 67 Minuten der puren Verzweiflung und Melancholie gefrönt. Wer alten Helden wie Shape of Despair, Forest of Shadows oder auch den Meistern der zur Musik gewordenen Lava Thergothon etwas abgewinnen kann und sich gelegentlich gerne mal einem musikalischen Lavastrom hingibt, der wird an AHAB seine Freude haben.

Track 1, „The Isle“, beginnt mit einem schönen Akustik-Intro, und man könnte sich gedanklich bei einem Sonnenuntergang am Meer wiegen. Aber kurz darauf wird man doch wieder auf den Friedhof zurückgeholt, als die Growls und die tonnenschweren Riffs einsetzen. Diese Intensität ist schön und erdrückend zugleich. Track Nummer 2, „The Thing that made search“, beginnt ähnlich wie „The Isle“, ist aber ein ganzes Stück langsamer und mit recht schrägen Jazz-Riffs bestückt, die aber nie dissonant wirken. Ich persönlich höre diese Art von Metal sehr gerne, und mir fiel es auch nicht schwer mich darauf einzulassen, jedoch sollte man erwähnen, dass dies kein Album für nebenbei ist. Man muss ein wenig in the Mood sein, um sich der Schwere des gebotenen Materials hinzugeben. Track 3, „The Foam (The great Storm)“, ist in meinen Augen noch besonders hervorzuheben, da er flotter ist und sich ideal eignet, das Haupthaar zu schütteln. Die Death Metal Growls in Verbindung mit den leicht an Black Sabbath erinnernden Riffs sind phänomenal. Die restlichen zwei Tracks „The Weedman“ und das abschließende „To Mourn Job“ runden diese musikalische Walze ab.
Der Bonustrack stand mir leider auf dem Download des Labels nicht zur Verfügung.

Fazit: Auf über einer Stunde Spielzeit bekommt man hier Düsternis in Reinform geboten. Wenn man sich auf Funeral Doom einlässt, weiß man, dass keine Geschwindigkeitsrekorde gebrochen werden, weil es vielmehr um die Atmosphäre geht, die erzeugt wird. AHAB verstehen es meisterlich, die Hörer in ihren Bann zu ziehen. Traut euch ruhig ran, und ihr werdet es nicht bereuen!

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AHABThe Boats of the Glen Carrig
Napalm Records, V.Ö. 28.08.2015
Stil: Funeral Doom Metal
Preis: 18,99 € CD, Vinyl 21,99 €, MP3-Download 9,99 €
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Tracklist:
1. The Isle
2. The Thing that made search
3. Like red Foam (The Storm)
4. The Weedmen
5. To Mourn Job

 

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