Eine eindeutige Erklärung

Dass Corona Stillstand für Musiker und andere Künstler zur Folge hat, ist bekannt. Viele nutzten den kompletten Lockdown, um sich ins Studio zu verziehen, um an neuen Werken zu tüfteln – so auch die Schweden von Amaranthe, deren neues Album Manifest seit dem 02.10.2020 in den Läden zu haben ist. Wir haben mal reingehört.

Amaranthe sind keine Unbekannten mehr in der New-Metal-Szene, es erwartet die Hörer*innen wie gehabt die Combo von zwei männlichen Sängern und Frontfrau Elize, gepaart mit fetten Gitarrenriffs und Schlagzeugbeats. Sie haben sich ihren Namen gemacht und trotzdem gibt’s noch immer die Diskussion: „Ist das denn echt noch Metal?“
Mehr noch als bei den vorherigen Alben Helix und Maximalism unternehmen die Schweden eine Gratwanderung und brechen brachial mit Hilfe von Elektrobeats, dem hin und wieder dem etwas poppig anmutenden Gesang von Elize oder Rap-Sequenzen Szenegrenzen auf. Besonders anschaulich wird dies bei „Chrystalline“ (dem einzigen recht ruhigen Song auf Manifest), „Viral“ „Die and wake up“ oder „Make it better“. Aber dies ist meines Erachtens genau das, was Amaranthe von anderen unterscheidet. Wie immer ist die Produktion von Manifest richtig gut gelungen, Riffs, Vocals, Schlagzeug und die „kleinen Specials“ sind immer exakt auf den Punkt. Schon beim ersten Anschauen ihres Videos „Do or die“ (feat. Angela Gossow, Ex-Arch-Enemy) ist die Message klar und massiv. Entweder wir tun endlich was gegen den Klimawandel oder alles stirbt. Allerdings ist die Albumversion ohne Angela aufgenommen, die Vocals und Growls unter den Amaranthes aufgeteilt. In „Strong“ singt die Frontfrau „I’m stronger than I ever been“ und kann vielen Hörer*innen Kraft schenken. Richtig Spaß gemacht hat mir auch „BOOM!1“, hier fordern die Dame und die Herren zu einem richtigen Vocal-Battle heraus.

Der Silberling fasst insgesamt zwölf Songs, allerdings ist keiner länger als vier Minuten, was ich ein wenig schade finde. Man hat das Gefühl, durch das Album in Höchstgeschwindigkeit zu rasen und kann sich nicht so recht Zeit nehmen, über die Tracks im Einzelnen nachzudenken. Dies nimmt dem ein oder anderen Song etwas an Tiefgründigkeit.
Manifest ist ein großartig gewählter Albumtitel, denn er sagt genau das aus, was es ist – eben ein Manifest. Kompromisslos wird hier die Richtung vorgegeben, in die sich Amaranthe weiterentwickelt. Allerdings würde ich mir im nächsten Silberling noch etwas mehr Abwechslung zwischen ruhigen und lauten Songs durchaus wünschen. Wer sich darauf einlassen kann, dass Szenestereotypen mit einer Hand vom Tisch gewischt werden, dem kann ich Amaranthes Manifest nur empfehlen.

Anspieltipps: Do or die, Strong, Boom!1, Crystalline

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch2:

Amaranthe: Manifest
Nuclear Blast, Vö. 02.10.2020
ab 15,99 €

Tracklist:
1. Fearless
2. Make it better
3. Scream my name
4. Viral
5. Adrenaline
6. Strong (feat. Noora Louhimo/Battle Beast)
7. The game
8. Crystalline
9. Archangel
10. BOOM!1
11. Wake up and die
12. Do or die

(247)

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.