„I just don’t know what to do with myself“

… dann macht man halt mal ein Cover-Album zu Corona-Zeiten. Colin Hay landet mit Men at Work in den 1980er-Jahren zahlreiche Hits. Nach der Trennung der Band im Jahr 1985 beginnt er seine bis heute andauernde Solokarriere. Mit I just don’t know what to do with myself erscheint heute sein 13. Album mit zehn Coverversionen von Hays Lieblingssongs, man kann ziemlich schnell erkennen, welche Bands/Interpreten in den Fokus gerückt wurden: The Beatles, Blind Faith, Del Amitri, Dusty Springfield, Faces, Gerry & the Pacemakers, Glen Campbell, Jimmy Cliff und The Kinks.

Colin Hay entdeckte seine Liebe zur Musik in seiner Heimat Schottland, als er im Plattenladen seiner Eltern arbeitete. So entdeckte er Songs wie „Waterloo sunset“ (ein Genuss!) von The Kinks, Faces‚ „Ooh la la“ (lasst euch mitreißen!) und Dusty Springfields „I just don‘t know what to do with myself“. Als der Künstler realisiert, wie wichtig bestimmte Songs für sein Leben sind, ist die Idee zu diesem neuen Album geboren. Viele der Songs erkenne ich sofort, meine musikalische Vorbildung überschneidet sich anscheinend mit der Tracklist. Die überwiegend im Singersongwriter-Stil arrangierten Versionen zeigen Hays Gespür für Musik, sie greifen Stimmungen auf, und seine jeweilige schöne Stimmfarbe rundet das Paket ab. Der Sänger gibt jedem Song seinen persönlichen Touch, der hohe Wiedererkennungswert bleibt auf jeden Fall erhalten. Wirklich hingerissen bin ich von den The Beatles-Covers und meinen weiteren Favoriten: der Interpretation des gefühlvollen „Can’t find my way home“ (Text von Steve Winwood) und „Driving with the brakes on“ (Del Amitri 1995).

Colin Hay spielt bis heute in der wechselnden Besetzung von Ringo Starr & His All-Starr Band (sehenswert!). Dieses neue Album ist etwas Besonderes, es hüllt einen ein, ist warm und tröstend, lädt zum Mitwippen und -singen ein. Die Originale erfahren dadurch eine Wiederbelebung und Ehrung. Für mich wird I just don’t know what to do with myself ein Alltime-Favourite in meiner Playlist sein.

:musik: :musik: :musik: :musik: :musik: 

Colin Hay: I just don’t know what to do with myself
Compass (H’Art), Vö. 20.08.2021
15,99 € z.B. bei Amazon

Tracklist:
1. I just don’t know what to do with myself (Burt Bacharach/Hal David)
2. Waterloo sunset (Ray Davies)
3. Wichita lineman (Jimmy Webb)
4. Norwegian wood (This bird has flown) (John Lennon/Paul McCartney)
5. Don’t let the sun catch you crying (Gerard Marsden / Fred Marsden / Les Chadwick / Leo Maguire)
6. Ooh la la (Ronnie Lane / Ron Wood)
7. Driving with the brakes on (Justin Currie)
8. Across the universe (John Lennon/Paul McCartney)
9. Can’t find my way home (Stevie Winwood)
10. Many rivers to cross (Jimmy Cliff)

 

(830)