Back to the Roots

convictors-envoys-of-extinction-artworkDie Oldschool-Deather Convictors existierten schon mal von 1986 bis 1987, dann hat sich die Band nach einundzwanzig Jahren Pause wieder zusammengetan und 2009 die Fünf-Track-EP Abdication of Humanity veröffentlicht. Nach einigen personellen Wechseln erschien 2011 zur Feier des 25-jährigen Jubiläums der Song „Epitome of Decay“ als Video. 2014 war es dann endlich soweit – das erste eigene Album Envoys of Extinction erblickte das Licht der Welt. Der Stil ist natürlich gleich geblieben – brutaler Oldschool Death Metal.

Und haben sie was verlernt? Nein, das Album kesselt sehr ordentlich, hier klingt alles so, wie es klingen soll. Abgrundtiefe Growls, bei denen man aber die Texte erfreulicherweise sogar ganz gut versteht, zackige Riffs und guter Drumsound. „Preparedness 101“ gibt gleich mal den richtigen Weg vor, der Nacken zuckt schon vorsichtig, um sich bei „Epitome of Decay“ warmzubangen und schließlich bei „Angels of Decay“ genau den richtigen Midtempo-Rhythmus zum Haareschütteln vorzufinden. „Let Malevolence arise“ beginnt mit einem schön atmosphärischen Intro (Fliegensummen, Sumpfgeräusche), um dem Hörer einen weiteren sehr sauber gespielten Kracher um die Ohren zu hauen, der hier auch eine erfreuliche Abwechslung im Songaufbau bietet.
„Festering Infestation Strikes“ und „Proclivity“ kommen wieder etwas satter und schneller daher, vor allem Letzteres macht durch die einprägsamen Riffs richtig Spaß. „Diabolical Female“ kann ebenfalls durch eine interessante, eher Death-Metal-untypische Gitarrenarbeit überzeugen, bevor der Schädelspalter „Fragments“ Envoys of Exinction überzeugend beschließt.

Death Metal, gerade die Oldschool-Variante, bietet naturgemäß nicht allzu viel stilistische Variationsmöglichkeiten, doch Convictors liefern hier eine im Genrerahmen bleibende, aber im Detail durchaus abweichende Platte ab, die der geneigte Oldschool-Deather sehr gern antesten darf. Für mich persönlich hätte die Produktion noch ein wenig fetter sein können, und mit gut einer halben Stunde ist die Spielzeit auch nicht ganz so üppig ausgefallen, daher gibt es einen Mosher Abzug. Insgesamt ist das aber eine reife Leistung und anhörenswert.

Anspieltipp: Proclivity

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch2:

Convictors – Envoys of Extinction
ET: 07.11.2014
Vertrieb: TWS Music
Gesamtspielzeit: 32:39
Preis: Amazon € 14,25 (mp3-Download € 8,99)

Tracklist:
1. Preparedness 101
2. Epitome of Decay
3. Angel of Impurity
4. Let Malevolence Arise
5. Festering Infestation Strikes
6. Proclivity
7. Diabolical Female
8. Fragments

(1712)