CD: Eisbrecher – Ewiges Eis

Ein eiskalter Cocktail

Eisbrecher_Ewiges_Eis_Cover„Am Anfang war das Eis! Als wir erkannten, dass es weit und breit um uns herum die Musik nicht gab, die wir im Jetzt und Hier hören wollten, beschlossen wir, sie selbst zu machen.“ Aus diesem Eisbrecher-Credo wurden 15 gemeinsame Jahre, neun Alben (zwei davon vergoldet), dazu stimmungsgeladene Konzerte und sogar ein eigenes Festival. Die Gründungsmitglieder Noel Pix und Alexander Wesselsky stellten einen Querschnitt ihres Schaffens mit einigen Neuauflagen und Remixen zusammen, die auf zwei CDs als Ewiges Eis herauskamen.

Überraschend ist der Einstieg: „Menschenfresser“, ein Rio Reiser Song. Aber hallo, das klingt wirklich stimmig auf die bekannte Eisbrecher-Art. Eigentlich befinden wir uns im härteren, kraftvollen Rock-Kosmos, textlich immer wieder mit einem ironischen Augenzwinkern. CD 1 ist ein perfekter Mix aus unterschiedlichen Zeiten: 2017 (Sturmfahrt), 2015 (Schock), 2012 (Die Hölle muss warten), 2010 (Eiszeit), 2008 (Sünde), 2006 (Antikörper) und 2004 (Eisbrecher). Mit „Rot wie die Liebe“ kriecht einem der Frontmann sinnlich und mit tiefer Stimmlage unter die Haut, sehr wirkungsvoll ist auch das Duett „Zwischen uns“, wobei ich mir trotzdem ein Grinsen nicht verkneifen kann (Textauszug: „zwischen uns der Typ da – der muss jetzt leider gehen“). Besonders gelungen sind auch die elektronischen Streicher, zum Beispiel bei „Eiszeit“. Dagegen hat „Amok“ diesen Stampftakt, dem man sich selten entziehen kann, und man findet hier auch in ähnlicher Gangart den Dancefloor-Füller „This is Deutsch“. „Schwarze Witwe“ und „Miststück 2012“ dürfen natürlich nicht fehlen, die wirken in der Regel im Club, live und auf CD, wobei mir die 2012er Version von „Miststück“ zu Keyboard-lastig ist. Ein wunderbares Live-Feeling wird mit „Himmel, Arsch und Zwirn“ vermittelt.
Auf CD 2 geht’s weiter mit dem gecoverten „Eisbär“ aus dem letztjährigen Album (SB-Review) und mit Neuem-Alten: „Das steht dir gut“, im Original von Rheingold – sehr gelungen! Der Eisbrecher-Reigen geht weiter, unter anderem mit „Wenn Zeit die Wunden heilt“, „Eiskalt erwischt“ und „Kein Wunder“. „Süsswasserfisch“ kannte ich bis dato nicht, gefällt mir aufgrund der musikalischen Härte gut. Darauf folgen bandeigene Neuschnitte zu „Schwarze Witwe“, „Adrenalin“ und „Eisbrecher“, die mehr Computer-Programmings verpasst bekamen. Diese elektronischere Ausrichtung sind wir eher von [:SITD:], Die Krupps und Aesthetic Perfection gewohnt, die ihre Remixes hinzugefügt haben – die Aesthetic Perfection-Version begeisterte mich besonders.

Der Cocktail Ewiges Eis ist gut gemixt: ein Teil Bekanntes, ein Teil Neues. Die größtmögliche Zugabe von Electro-Elementen ist gewöhnungsbedürftig und kommt bei mir nicht so gut an. Die härteren, rockigen Originale sind mir wesentlich lieber, das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich schon einige geniale Tanz-/Konzertnächte mit den „Oldies“ verbracht habe. Vielleicht ist der hohe Anteil an Keyboard- und Programming-Anteilen einfach eine Art, sich auszuprobieren und die Fans auszutesten. Überraschend und wirklich gelungene Versionen sind „Menschenfresser“ und „Das steht dir gut“, das scheint ein neuer Kick zu werden: Was covern sie beim nächsten Mal? Es bleibt abzuwarten, wohin die Reise geht und was als nächstes kommt.

Ewiges Eis gibt es zu kaufen als Doppel CD im Jewelcase oder Hardcoverbook, limitierte Media Markt / Saturn Edition (mit exklusivem Dog Tag), limitierte Fanbox (mit Eisbrecher-Gürtelschnalle, -Schlauchschal, -Sprühschablone und Sticker plus DVD) sowie als Doppel Vinyl.

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Eisbrecher: Ewiges Eis
Rca Deutschland (Sony Music), 05.10.2018
45,99 € EMP

Tracklist:

Disk: 1
1. Menschenfresser
2. Was ist hier los?
3. Das Gesetz
4. Wo geht der Teufel hin
5. 1000 Narben
6. Rot wie die Liebe
7. Zwischen uns
8. Prototyp
9. Verrückt
10. Die Hölle muss warten
11. Eiszeit
12. Amok
13. Kann denn Liebe Sünde sein?
14. This is Deutsch
15. Leider
16. Vergissmeinnicht
17. Schwarze Witwe
18. Willkommen im Nichts
19. Himmel, Arsch und Zwirn – Live im Circus Krone – Single Edit
20. Miststück 2012

Disk: 2
1. Eisbär
2. Schwarze Witwe – 2018
3. Adrenalin – 2013
4. Eisbrecher – 2013
5. Metall
6. Wenn Zeit die Wunden heilt
7. Zu Leben
8. Süsswasserfisch
9. Ozean
10. Das steht dir gut
11. Eiskalt erwischt
12. Kein Wunder
13. Zeit
14. This is Deutsch – [:SITD:] Remix
15. Miststück – Clawfinger Remix
16. Rot wie die Liebe – Neuroticfisch Remix
17. Automat – Aesthetic Perfection Remix
18. Was ist hier los? – Die Krupps Remix

Eisbrecher live:
14.12.18 Adventssingen, Augsburg (Ausverkauft!)
15.12.18 Adventssingen, Augsburg (Ausverkauft!)
25.12.18 Dark Storm Festival, Chemnitz (Headliner)
01.05.19 Fürth, Stadthalle
02.05.19 Wiesbaden, Schlachthof
03.-04.05.19 Plage Noire Festival, Weissenhäuser Strand (Headliner)
04.05.19 Hannover, Swiss Life Hall
05.05.19 Oberhausen, Turbinenhalle
19.07.19 Rock am Stück, Fritzlar (Headliner)

III. VOLLE KRAFT VORAUS FESTIVAL 2019
07. 09. 2019 | Neu-Ulm / Ratiopharm Arena (Vorverkauf läuft seit 10.10.18)

www.eis-brecher.com
www.facebook.com/eisbrecher
www.instagram.com/eisbrecher_official

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