Klangvolles Gefühlschaos

Post Hardcore, Emo und Electronica haben Future Palace in ihr Debütalbum Escape (Veröffentlichung 18.09.2020) hineingepackt. Man watet mit den drei Musikern, Maria aka ItsPandaCore (Gesang) – Manuel (Gitarre) – Johannes (Schlagzeug), durch die Tiefen ihrer selbst durchlebten Gefühle und Abgründe. Sie haben sich durch ihre Musik selbst gerettet bzw. sind noch dabei, sich aus dem negativen Strudel zu befreien. Wie so etwas klingt? Das kann ich euch sagen.

„Illusionist“ packt eine E-Gitarre aus, die erste Single der Platte ist ein guter Opener. Maria zeigt sich kämpferisch, schwankt zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Unterstützung bekommt sie dabei von Alazka-Frontmann Tobias Rische. Die Sängerin erzählt: „Der Song ‚Maybe‘ erzählt, wie ich regelmäßig mit Depressionen und suizidalen Gedanken kämpfe. Diese sind zum Teil eine Folge meiner Vergangenheit. Mit meinen Texten möchte ich ausdrücken, dass solche Gedanken bekämpft werden können, dass ich nicht aufgeben will und an meinem Kampfeswillen festhalte.“ Das kann man ihr voll und ganz mit dem Song abnehmen. Eine Mischung aus stimmlicher Kraft und Gefühl ist „Lately“, Synthesizer-Beats gepaart mit Drums und Gitarre. „Anomaly“ prescht ganz gewaltig voran, nachdem das Schlagzeug die Führung übernimmt. Der Synth-Pop gibt sich zu „My air“ die Ehre, die Vocals schielen manchmal Richtung Pink. Nur ein Klavier und zerbrechlicher, verzweifelter Gesang, „Maybe – stripped“ kann einen in den seelischen Grundfesten erschüttern und nimmt mich gefangen.

Future Palace sind noch nicht allzu lange eine Band. Erst Ende 2018 fand das Trio zueinander. Escape entstand in Kooperation mit Christoph Wieczorek, der bereits zum Beispiel mit Annisokay oder Emil Bulls zusammengearbeitet hat. Die Berliner Musiker sind in der kurzen Zeit zusammengewachsen und drücken die Kehrtwendungen und Verwirrungen des Lebens klanglich und gesanglich vielschichtig aus, wobei der Hardcore eine gewichtige Rolle spielt. Ich hätte mir mehr Synthesizer-Spielereien vorstellen können. Die ausgedrückten seelischen Verletzungen sind unüberhörbar und gut in Szene gesetzt. Völlig hin und weg bin ich vom letzten Track, das hallt auch noch nach. „Wir wollen trotz schweren Erlebnissen Stärke entwickeln und eine Motivation für andere Menschen werden.“ Ein guter Ansatz der Band, aber die Frage ist, wie viel sie weiterhin preisgeben wollen und können. Man wird sehen.

Anspieltipp: Illusionist, Maybe

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch2: 

Future Palace: Escape
Arising Empire, Vö.: 18.09.2020
15,99 € z.B. bei Nuclear Blast

Trackliste:
1. Illusionist
2. Twisted
3. Maybe
4. Ghost Chapter
5. Lately
6. Parted ways
7. Something new
8. Anomaly
9. Break free
10. My air
11. Maybe – stripped

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