CD: Heimdalls Wacht – Geisterseher

Ein Meisterwerk!

6051021Ich möchte anfangs einen etwas weniger bekannten, aber nichtsdestotrotz von mir sehr geschätzten Denker zitieren, der einst sagte: „Dieses Jahr ist ein gutes Jahr!“ Beim Hören der neuen CD Geisterseher der aus Ahlen (Nordrhein Westphalen) stammenden Band Heimdalls Wacht kam mir eben jener Gedanke. Pagan Metal ist auf der Überholspur (wenn ihr mir diese Formulierung gestattet). Bestehend aus Saruman (Guitar), Herjann (Bass, Vocals), Winterheart (Drums) und Skjeld (Vocals) veröffentlichte Heimdalls Wacht in regelmäßigen Abständen sehr beachtliche Alben. Folgend meine Eindrücke, die ich während der Rezension hatte!

Die Produktion des knapp 56-minütigen Machwerks (sehr treffend, wie ich finde) könnte roher und ursprünglicher nicht sein. Man lebt teilweise den Spirit des Mid-90er Black Metal Marke Emperer, Satyricon oder Enslaved. Track 1, „Spökenkieker“, macht gleich klar, wo der Hammer hängt: hochmelodischer Black Metal, mal langsam, mal schnell. Das Zusammenspiel eines jeden Instruments mit den Vocals ist sehr gut gelungen. Beginnend von Verzweiflung über wütende Ausbrüche ist komplett alles in diesem Track geboten. „Wir sind die Wächter“ beginnt stampfend und geht in einen der wohl besten Übergänge ins Uptempo über, die ich jemals gehört habe. Mehr davon bitte! „Der kommende Gott (Treffen mit Sabazios)“ ist ein Prototrack für Depressive Bleak Black Metal. Ein wenig habe ich mich an Wigrid erinnert gefühlt. Die Melodien der Gitarren zu Beginn von „Scyomantia – Der Thron im Schatten“ sind so genial, dass man die Wiederholungstaste alleine für diesen Part immer wieder drücken möchte. Auch hier gilt Melodie über alles! Die gelegentlichen Chöre und der Cleangesang fügen sich nahtlos ein. „Tairach“ ist ein kleiner Bastard aus Black / Trash Metal und doomigen Black Metal. Klingt sehr, sehr geil! Track 6, „Taedium Vitae“, ist meine Empfehlung für Euch! Einem Lavastrom gleich entfaltet sich das Stück nach und nach, und es werden einige Facetten abgedeckt. Knappe neun Minuten lang pure Erhabenheit. Der Titel „Anderswelt“ beschließt diese CD. Eine Zuhörstellung all dessen, was Pagan Black Metal ausmacht. Melodie, Tempowechsel und ganz wichtig sind die Vocals, die hier keifen als ob es keinen Morgen mehr gäbe.

Fazit: Währe diese CD eine Serie, hätte sie einen guten Cliffhanger. Nach dem Hören des Albums habe ich Lust auf Black Metal bekommen. Heimdalls Wacht verstehen ihr Handwerk und sind oldschool und modern zugleich. Die durchweg in deutsch gehaltenen Texte sind sehr gut verständlich und sehr tiefgründig. Die CD ist am besten geeignet für Metaller, die auf rohen, abwechslungsreich gespielten Black Metal stehen. Ich bin gespannt, was da in Zukunft noch kommt. Kaufen!!!

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Heimdalls Wacht: Geisterseher
Trollzorn Records, VÖ. 14.10.2016
CD 15,99 € / Vinyl 18,99 €
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Band: http://heimdallswacht.de
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Tracklist
1 Spökenkieker
2 Wir sind die Wächter
3 Der kommende Gott (Treffen mit Sabazios)
4 Scyomantia – Der Thron im Schatten
5 Tairach
6 Taedium Vitae
7 Anderswelt

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