CD: Lacrimas Profundere – Bleeding the Stars

Melancholie als Konstante

81eks8BBpNL._SL1500_Endlich lausche ich dem neuen Album von Lacrimas Profundere namens Bleeding the stars. Eine Band, die uns seit mehr als 20 Jahren in regelmäßigen Abständen mit neuer melancholischer Tonkunst versorgt. Die aus Waging am See (Bayern) stammende Formation veröffentlichte im Jahr 1999 Memorandum, ein Album, das bis heute noch zu einem meiner absoluten Highlights zählt, und dem ich ab und an noch lausche. Wie in der Musikbranche „leider“ üblich, hat sich auch bei Lacrimas Profundere besetzungstechnisch einiges getan. Julian Larre (Vocals) übernimmt ab sofort die Stelle des Frontmannes. Ihr Ende Juli erschienenes Album Bleeding the stars ist ihre nunmehr zwölfte Veröffentlichung, und ich war schon sehr gespannt, wie sie wohl klingt mit der neuen Besetzung. Folgend ein kleiner Eindruck, den ich beim Hören hatte.

Die MP3s beginnen zu laufen (früher hatte man noch CDs zum Reviewen …), und sogleich beim ersten Gitarrenriff werden meine Ohren ganz spitz. Es erklingt ein geniales Doom Metal Riff, und in mir keimt die Hoffnung auf, den alten Doom / Death Metal Sound zu vernehmen, der mich zu Beginn auf die Band aufmerksam hat werden lassen. Im Laufe des Stückes „I knew and I will forever know“ macht sich dieser schöne gedämmte Grundtenor breit, der genau der Grundtenor ist, um dieses Album zu genießen. Tatsächlich hört man wieder Growls! Ich möchte als Vergleich mal End of Green und Undertow in die Runde werfen. „Celestite woman“ geht straight nach vorne und lässt dem Hörer keine Zeit zum Verschnaufen. Eine mehr als gelungene Hookline, ein super getimtes Drumming, und dieser Refrain, der sich nach einmal Hören ins Gehirn buddelt, sind einfach unverwechselbar Lacrimas Profundere. Mein Anspieltipp für euch ist „The kingdom solicitude“! Mir hat es fast die Tränen in die Augen getrieben beim Hören. So einen guten Gothic Death Metal / Depressed Subcore habe ich lange nicht mehr vernommen, und das von dieser Band! „Mother of doom“ und „Like screams in empty halls“ überzeugen auf ganzer Linie. Mit starken Doom Anleihen wird hier guter alter Dark Metal mit coolen Industrial Einsprengseln wiedergegeben. Erstaunlich hart und schwer möchte ich sagen. „The reaper“ sticht ein wenig aus der Masse heraus. Ich meine leicht progressive Parts auszumachen, und mich erinnert es ein wenig an Stücke von Katatonia zu Discouraged Ones Zeiten. Es wird von Mal zu Mal besser. Bei „After all those infinities“ besteht Suchtgefahr. Nicht nur, dass dieses Stück das eingängigste ist, nein, es bietet auch eine der schönsten Klaviermelodien im Refrain, die ich je gehört habe. „Father of fate“ wurde vorab als Single und Appetitizer veröffentlicht, und das völlig zu Recht. Ein treibender eingeschwärzter rockiger Song, der durch gelegentlich eingestreute Growls und einer vollkommen radiotauglichen (das sollte übrigens niemals negativ verstanden werden) Melodik aufwartet. „A sip of multiverse“ verleitet mich zum Träumen. Man sieht sich mental an einem Ufer sitzend und in den Sonnenuntergang blickend, in Gedanken versunken und ja, auch ein wenig traurig. An letzter Stelle befindet sich „A sleepingthrone“, das den Hörer träumend aus einem sehr guten Album verabschiedet. Gewohnt werden hier alle Stärken ausgespielt. Melodie, Härtegrad und Melancholie verleiten zum sofortigen Betätigen der Play-Taste, um es sich noch einmal anzuhören.

Fazit: Das Album ist glasklar produziert, und man hört wirklich jedes einzelne Instrument klar und deutlich heraus. Manchmal müssen Bands und Künstler einen Wechsel vornehmen (in diesem Fall einen Besetzungswechsel), um neue Kraft und Kreativität zu tanken. Im Falle von Lacrimas Profundere war das wohl die richtige Entscheidung bzw. der richtige Weg. Ich persönlich hoffe noch lange Veröffentlichungen dieses Kalibers lauschen zu dürfen. Eine gekonnte Mischung aus Doom Metal, Depressed Subcore und Depressive Rock, die so von nur wenigen Bands gespielt wird. Wer die Band nicht kennt, der sollte mal dieses Album antesten. Er wird begeistert sein.

Lacrimas Profundere: Bleeding the stars
Oblivion (SPV), Vö. 26.07.2019
MP3 Album 9,99 € / CD 14,99 €
Album: https://www.amazon.de/Bleeding-Stars-Lacrimas-Profundere/dp/B07PXD6C5F

Tracklist
1 I knew and I will forever know
2 Celestite woman
3 The kingdom solicitude
4 Mother of doom
5 Father of fate
6 Like screams in empty halls
7 The reaper
8 After all those infinities
9 A sip of multiverse
10 A sleepingthrone

Band: https://www.lacrimas.com/
Facebook: https://www.facebook.com/lacrimasprofundereofficial

Hier der Videoclip zu meinem Anspieltipp „The kingdom solicitude“:

 

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