CD: Leathürbitch – Into the night

Glam auf Speed

HRR672 Cover.inddLeathürbitch wurde von Gitarrist Patrick Sandiford und Drummer Meshach Babcock gegründet, die weiteren Mitglieder sind Bassist Andrew Sylvia, Gitarrist Sebastian Silva und Sänger Joel Stair. Nach einer selbstbetitelten EP letztes Jahr ist nun auf High Roller Records das erste Full-Length-Album Into the night erschienen.
Leathürbitch, ein sehr plakativer Bandname, der zunächst Fragen aufwirft und klingt wie eine Kreuzung aus den wenig bekannten Leather Nun und der Band Bitch um Sängerin Betsy „Bitch“ Weiss, die jeweils Leder und SM-Elemente in ihr Bühnenimage aufgenommen haben. Dazu passen auch das Cover und die Bandfotos. Und weisen die ü-Tüpfelchen auf Glam-Bands wie Mötley Crüe hin? Tauchen wir in die Nacht ein und finden wir es heraus.

Mit „Into the night“ eröffnet ein Intro, das latent Ähnlichkeit mit der ikonenhaften Melodie von Europes „Final Countdown“ hat und in Richtung 80er entführt. „L.U.S.T.“ ist die Abkürzung für „Living under shadow temptation“, und somit hätte der Track tatsächlich auch gut zu Bitch gepasst, beinhaltet aber auch Glam-Elemente. Bands wie Lizzy Borden seien hier zur Orientierung genannt. Klassische Riffs dominieren „I want what you have got“, bei dem der Gesang auch überraschende Höhen erreicht. Wer weiß, vielleicht ist der Bandname auch eine Hommage an Rob Halford, der schließlich auch dieses Leder-Nieten-SM-Image vorgelebt hat. „Sleaze city“ schließlich wirkt tatsächlich wie Mötley Crüe auf Speed gespielt, und spätestens jetzt ist klar, dass Leathürbitch ihre Vorlieben für Glam und Speed Metal höchst originell miteinander verbinden.
LB_3Auch auf „Killing the silence“ prescht die Band unerbittlich voran, während Joel Stair seinem Gesang nach zu urteilen eine Dose Haarspray inhaliert hat. „I’m insane“ agiert wieder mehr im Heavy-Metal-Bereich, ohne aber weniger intensiv zu sein. Auch das obligatorische 80er-Jahre-Solo darf natürlich nicht fehlen. Das folgende „The search“ scheint regelrecht auf der Suche nach dem perfekten Riff zu sein, und die Nackenmuskeln folgen instinktiv. Der letzte Track „Killer instinct“ überrascht mit einem gefühlvollen Intro, das Leathürbitch noch einmal von einer anderen Seite zeigt, zudem auch der Song an sich im Midtempo-Bereich gerockt wird.

Fazit: Kann ich hier etwas bemängeln? Vielleicht wäre etwas mehr musikalische Eigenständigkeit trotz der aktuell angesagten Retro-Welle wünschenswert, andererseits ist mir diese Mischung aus achtziger Jahre Glam Rock und Speed Metal so auch noch nicht untergekommen. Jedenfalls macht Into the night mächtig Spaß, Fans der genannten Bands und Musikrichtungen allgemein sollten sich mit einer Leatherbitch einlassen. Weiter so!

Anspieltipps: L.U.S.T., Killing the silence

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch2:

Leathürbitch: Into the night
High Roller Records, Vö. 31.05.2019
CD 15,00 $, LP 19 $ erhältlich über Bandcamp
Homepage: https://www.facebook.com/HeavyChains/
https://leathurbitch.bandcamp.com/
https://www.hrrecords.de
https://www.facebook.com/hrrecords

Tracklist:
01 Into the night
02 L.U.S.T.
03 I want what you have got
04 Sleaze city
05 Killing the silence
06 I’m insane
07 The search
08 Killer instinct

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