CD: October Tide – Winged Waltz

Finnisches aus Stockholm

00-october_tide-winged_waltz-web-2016Dieses Jahr ist ein Fest für Liebhaber des eher dunklen, langsamen und atmosphärischen Metals. Nicht nur neue Alben von Swallow the Sun, Katatonia, The Morningside und [Echo] sind erschienen, sondern auch ein neues Album der in Schweden (Stockholm – machen die Einwohner dieser Stadt eigentlich auch mal etwas anderes außer Instrumente spielen?) beheimateten Formation October Tide namens Winged Waltz. Veröffentlicht wird das Ganze von Agonia Records, dem Label, das ohnehin für sein gutes Bandrooster bekannt ist. Das Besetzungskarusell hat auch vor October Tide nicht halt gemacht, so gab es Besetzungswechsel, aber das tut dem Sound der Band keinen Abbruch! Folgend nun mein kleiner Höreindruck:

Das Monster (so möchte ich diese Veröffentlichung titulieren, da es musikalisch selbiges ist) bietet eine Spielzeit von 51 Minuten verteilt auf acht recht lange Songs. Der Opener „Swarn“ eignet sich ideal, um auf das folgende einzustimmen: Heavy Doom Metal mitsamt Death Growls wie man sie seit ungefähr Mitte der 90er Jahre nicht mehr gehört hat, langsam, zäh, melodisch ohne Ende und mitreißend. Mein persönlicher Favorit „Sleepless Sun“ hat sich bei meiner Review recht früh manifestiert. Dieser finnisch klingende Doom Metal aus Schweden hat Drive und vermag es jederzeit, Bilder vor dem geistigen Auge zu erzeugen. Track 3, „Reckless Abandon“, pendelt ständig zwischen tiefem Death Metal, Dissonanz mit gelegentlichen neoklassisch / Horror Soundtrack ähnlichen Einschüben, recht interessant auf jeden Fall. „A Questian Ignite“ verlässt den sonst gespielten Sound, um kurz einen Ausflug in das Genre des Mid Tempo Death Metals zu machen, wirklich sehr geglückt. „Nursed by the Cold“ (der Titel klingt sehr nach Gevatter Tod finde ich) und „Lost in Rapture“ sind zwei relativ kurze Stücke, die die etwas rockigere Ausrichtung der Band in den Vordergrund rückt. „Perilous“ ist für mich das, wofür Death / Doom Metal steht. Es wird gekeift, gegrowl und gekreischt, immer mit einem absolut bösartigen Lavastrom im Background. „Coffins of November“, das abschließende Stück des Albums, erinnert mich nicht selten an Mourning Beloveth. Immer wiederkehrende Melodien, die sich nach und nach förmlich durchs Ohr direkt ins Musikgehirn drängen. Beim Hören dieses Stückes habe ich persönlich das ein oder andere Mal ein wenig geheadbangt.

Fazit: Ich für meinen Teil bin froh, dass 2016 das Jahr des Doom Metals ist. Dieses Album wird eines Tages als Meilenstein des Genres gelten. Ich bin hin und weg! Kaufen!

:mosch::mosch::mosch::mosch::mosch:

October Tide: Wingeld Waltz
Agonia Records, Vö.: 22.04.2016
EMP 14,99 €

Tracklist
1 Swarm
2 Sleepless Sun
3 Reckless Abandon
4 A Question Ignite
5 Nursed by the Cold
6 Lost in Rapture
7 Perilous
8 Coffins of November

Band octobertide.net/
Facebook facebook.com/octobertideband/

(1150)