CD: Peter Heppner – Confessions & Doubts

Go Solo die Dritte

HEPPNER_Confessions_And_Doubts_Artwork_px900Sechs Jahre sind vergangen seit der Veröffentlichung seines letzten Solo-Albums My heart of stone. Jede Menge Zeit also für den Herrn der Spatzen und Nachtigallen, um jede Menge künstlerisches Liedgut anzuhäufen. Daher ist es, wenn auch ungewöhnlich, nicht weiter verwunderlich, dass nun zeitgleich gleich zwei neue Alben am 28.09.2018 erschienen sind. Auf den beiden Scheiben Confessions & Doubts und TanzZwang (Review 02.11.) werden insgesamt 21 neue Tracks veröffentlicht, die überwiegend von Peter Heppner und Dirk Rieger geschrieben wurden. Confessions & Doubts ist das erste der beiden Alben, das ich euch vorstellen möchte.

Das neue Album startet mit „Unloveable“, damit ist der perfekte Opener für das neue Album gewählt worden, umschmeichelt einen doch direkt bei den ersten Tönen vertrauter, melodischer Heppner Sound. Mit „Was bleibt“ wird 20 Jahre nach dem Erfolgshit „Die Flut“ ein neues, von den Fans lang ersehntes Heppner/Witt-Duett veröffentlicht. Der Titel war ursprünglich bereits schon früher geplant, er sollte jedoch zunächst unveröffentlicht bleiben. Da das Musiklabel von Joachim Witt in 2012 auf die Veröffentlichung gedrängt hat, wurde der Track zunächst in veränderter Form unter dem Titel „Mut eines Kriegers“ auf Witts Album DOM veröffentlicht. Auf Confessions & Doubts kommt es nun zur lang erwarteten Wiedervereinigung der beiden starken Charaktere und zeitgleich zur Präsentation der ursprünglichen Version des gemeinsamen Titels. Die so verschiedenen, starken und vertrauten Stimmen, die in der Vergangenheit bereits erfolgreich überzeugen konnten, funktionieren auch erneut wie erwartet in perfektem Zusammenspiel und durch starken Ausdruck und Dramatik (s. hierzu auch das Video: https://youtu.be/E2njcGhSAPo )

Auch wenn die ersten Worte von „Viele schöne Stunden“ etwas an „Halt dich an mir fest“ von Revolverheld erinnern, ist es ein ganz besonderes Stück über die Frage, die wir uns alle sicher einmal stellen mussten: Was wäre gewesen, wenn …? Rückblickend betrachtet mit dem Gedanken konfrontiert, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat, als man eine Liebe womöglich vorzeitig aufgegeben hat oder dieser gar keine Chance einräumte. Text und Melodie harmonisch im Gleichklang lassen hier unsere Gedanken schweifen und führen uns an den einen Punkt in unserem Leben zurück und reflektieren dabei vielleicht viele schöne Stunden.
Beim melodramatischen „Good things break“ schwingt schon fast ein wenig Wolfsheim mit, obwohl ich den Vergleich eigentlich nicht ziehen möchte. Anders präsentiert sich „You don`t love me“, bei dem sich sofort Kopfkino zu einer verrauchten Bar materialisiert, in der sich eine Schönheit lasziv an einem Klavier räkelt. Unterstützt wird das Ganze von der wundervollen und großartigen Stimme von Kim Sanders. „Herz“ knüpft ebenso an die Thematik des Albums an, Herz, Schmerz, Liebe und Verlust sind der rote Faden der sich durch die Texte schlängelt und durch die passenden Beats und Rhythmen verstärkt und dramatisiert wird.
„Nothing ends“ und „Chance“ bestechen hingegen durch Stärke und Schnörkellosigkeit und sind mit ihren treibenden Beats fast schon auf dem Weg zum Nachbar-Album TanzZwang. Den Abschluss bildet das eher schwere „Theresienstadt hinter der Mauer“, das vom Musikdrama „Die Kinder der toten Stadt“ inspiriert wurde, für das Peter Heppner die Schirmherrschaft übernommen hat. Mehr zum Musikdrama gegen das Vergessen und die Zeit des Holocaust findet ihr unter https://www.diekinderdertotenstadt.de/

Fazit: Echter, vertrauter Heppner-Sound, romantisch-melodisch in den Melodien und dramatisch tiefgründig in den Texten. Zeitlos schön und eine willkommene Abwechslung zum künstlichen Einheitsbrei. Mein absoluter Favorit auf dem rundum gelungenen Album ist „Viele schöne Stunden“, einzig der Track „Gib mir doch`n Grund“ konnte mich trotz der nachvollziehbaren Message nicht wirklich überzeugen.

Viel Spaß mit diesem ersten, der zwei interessanten und unterschiedlichen Alben. Unsere Rezension zum zweiten Album TanzZwang folgt in Kürze.

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Peter Heppner: Confessions & Doubts
RCA Deutschland / Sony Music, Vö. 28.09.2018
19,99 € (z.B. bei Out of Line)

Tracklist:
1. Unloveable
2. Was bleibt feat. Joachim Witt
3. Nothing ends
4. Viele schöne Stunden
5. Good things break
6. Gib mir doch ’n Grund
7. You don’t love me
8. Herz (Metropolis)
9. Chance
10. Theresienstadt

Peter Heppner live:
15.11.2018, Hamburg (Markthalle)Peter_Heppner_B1340111sw_Photocredit_Mathias_Bothor_px900
16.11.2018, Rostock (Mau Club)
17.11.2018, Berlin (Huxley’s Neue Welt)
29.11.2018, Hannover (Musikzentrum)
30.11.2018, Leipzig (Haus Leipzig)
01.12.2018, Glauchau (Alte Spinnerei)
08.12.2018, Magdeburg (Factory)
09.12.2018, Nürnberg (Hirsch)
11.12.2018, Stuttgart (Im Wizemann)
12.12.2018, Zürich (X-tra)
14.12.2018, Oberhausen (Kulttempel)
15.12.2018, Langen (Stadthalle)
16.12.2018, Köln (Live Music Hall)

https://www.youtube.com/channel/UCtlp3QHmRBiBlsaM7ehD-Dw

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