CD: Ramihrdus – Eternity

Musik gewordener Herbst

CoverIn dieser Review haben wir es mit einem recht obskuren Vertreter des Atmospheric Ambient Black Metal zu tun. Es ist nicht wirklich viel über dieses Ein-Mann-Projekt bekannt. Gegründet wurde Ramihrdus schätzungsweise im Jahr 2016 von dem aus Wisconsin (U.S.) stammenden Musiker Bryce Witt. Im Alleingang, wie es sich für eine Band des Atmospheric Ambient Black Metal gehört, hat er alle Instrumente eingespielt und die Vocals eingekrächzt. Am 17.08.2017 erschien ihr Debütalbum Eternity, das in Eigenvertrieb unter das Volk gebracht wird. Mittlerweile wurden sie von dem sehr vielversprechenden Label Anthrazit Records unter Vertrag genommen. Folgend möchte ich euch meine Höreindrücke beschreiben.

Das mir bislang völlig unbekannte Projekt läutet die recht knapp bemessene Spielzeit von 32 Minuten mit einem Intro ein (gibt es heutzutage leider viel zu selten, dabei haben die Intros früher die Atmosphäre einer CD gesteigert). „Cold winds of the wild“ ist ein atmosphärisch dichtes, sehr ins Ambient / Bombast gehende Intro, das durch die wiederkehrende Melodie einlullt. Das Intro hat funktioniert! „The ethereal forest“ ist der Grund, warum ich diese Art von Musik schätze. Im Midtempo gehaltener Rhythmus untermalt von einem Keyboard und sich dazugesellenden Screams. Der Song lässt mich unweigerlich an Summoning, Vietah oder auch Öröm aus Ungarn denken. Eine waldesgleiche Majestätik! „Lake evendim“ ist eines der insgesamt zwei Stücke des Albums, das mit Depressive Elementen angereichert wurde. Mächtige Gitarrenwände in den Hintergrund gemischt und mit Hall versehen. Schließt eure Augen und lasst euch in diesen zu Musik gewordenen Nebelwald fallen! „The prancing pony“, ein kurzes musikalisches Zwischenspiel, reißt mich leider nicht so wirklich vom Hocker. Es ist mir persönlich zu fröhlich geraten und will nicht so wirklich auf das Album passen. Aber es ist wie gesagt ein kurzes Zwischenspiel. „Crypt of the frost storm“ hat mich ab der ersten Sekunde an Burzum erinnert. Fantastisch, wie hier mit Repetition gespielt wird. Mal schnell und mal langsam. Episch wie Dunkelheit vom Filosofem Album, jedoch durch gelegentliche Klaviereinsprengsel noch ein wenig gedrückter von der Stimmung. Für „Eternity“ müsste man eine neue Bezeichnung erfinden. Der für mich mit Abstand beste Track dieser Veröffentlichung. Das rein instrumental klassisch gehaltene Outro „Closure“ rundet ein sehr gutes Album ab.

Fazit: Ich gestehe eine Vorliebe für Atmospheric Ambient Black Metal zu haben, daher hat mich Eternity sehr angesprochen. Aber niemals hätte ich erwartet, ein dermaßen gelungenes Release in dieser Qualität zu hören. Die Intensität der gebotenen Musik verleitet dazu, nach einmaligem Hören die Playtaste erneut zu betätigen. Einflüsse von Burzum, Hermödr, Summoning und alten Dimmu Borgir gemischt mit einer gehörigen Portion Ambient. Zu dieser Jahreszeit besonders zu empfehlen. Für mich persönlich der Anwärter auf den Titel Album des Jahres 2017! Uneingeschränkte Kaufempfehlung.

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CD Ramihrdus – Eternity
Bandcamp, 17.8.2017

Facebook https://www.facebook.com/pages/Ramihrdus/438984412879200

Tracklist
1 Cold winds of the wild
2 The ethereal forest
3 Lake evendim
4 The prancing pony
5 Crypts of the frost storm
6 Eternity
7 Closure

 

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