CD: Ravensire: The Cycle goes on

Portugal rockt!

 

Ravensire-CoverEpic / Power Metal und ich – das passt normalerweise nicht so wirklich gut zusammen. Ab und zu gibt es aber eine Band, die zu mir durchdringt und die mich tatsächlich begeistern kann – Grand Magus, Falconer, Doomsword, aber auch durchaus mal das eine oder andere Hammerfall-Lied. Ravensire aus Portugal würde ich jetzt nicht direkt mit den genannten Bands vergleichen, aber sie vereinen genügend Facetten auf sich, um neugierig werden zu lassen. Eine angenehm tiefe Stimme – check. Episches Woohoooo – check. Melodien, die ins Ohr gehen, rasante Gitarrenläufe – check. Wer also sind Ravensire, die mir bisher unbekannt waren? Seit 2011 ist die Truppe aktiv, hat 2013 das Debüt We will march veröffentlicht und lässt am 5.2.16 den Nachfolger The Cycle goes on auf die Hörer los. Lohnt sich die Scheibe? Lest selbst.

„Crosshaven“ bestimmt gleich mal die Richtung des Albums – erdig, schnell nach vorne, im besten Sinne altmodischer, klassischer Heavy Rock, akzentuiert on schweren Riffs und epischen Woohooo-Chören. Guter Einstieg, schnell weiterhören. „Crosshaven“ setzt sich bei mir vom ersten Ton am Gehör fest, wuchtig und fett ist das Intro, bestechend die Melodien – sowohl Gesang als auch Gitarren –, hier passt alles. „Solitary Vagrant“ macht genau da weiter, wo „Crosshaven“ aufhört, legt allerdings noch einen ordentlichen Zahn zu. Nicht ganz so einprägsam, aber schön zum Nackenmuskeln trainieren. „Procession of the Dead“ nimmt das Tempo ordentlich raus, bietet in der Mitte sogar einige lateinisch gesprochene Passagen, bevor im zweiten Songteil wieder etwas Gas gegeben wird. Insgesamt wirkt der Track auf mich nicht ganz überzeugend, doomige Schwere und Düsternis soll hier wohl erzeugt werden, was meinem Empfinden nach aber scheitert. Deutlich besser sind Ravensire bei den schnellen, melodischen Stücken wie dem darauf folgenden „Trapped in Dreams“, das wieder richtig Laune macht.
Die letzten drei Stücke bilden eine Trilogie, „Eternal Sun – White Pillars I“, „Blood and Gold – White Pillars II“ sowie „Temple at the End of the World – White Pillars III“. Musikalisch stellen sie keine dezidierte Einheit dar, im Gegensatz zum inhaltlichen Konzept (das von der historischen Stadt Sintra in der Nähe von Lissabon handelt), aber es sind gute Tracks, die teils schnell und eingängig, teils etwas elegischer und schleppender daherkommen und das Album hervorragend abrunden.

Fazit: Für alle Fans von tiefen Stimmen bei Power und Epic Metal auf jeden Fall empfehlenswert, generell für alle Fans von ehrlichem, schnörkellosem Heavy Metal. Ravensire erfinden das Rad nicht neu, liefern aber ein solides zweites Album ab, das ich mir sicher noch oft anhören werde.

Anspieltipp: Crosshaven

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch2:

 

Ravensire – The Cycle goes on
Cruz del Sur Music / Soulfood
ET: 05.02.16
Spiellänge: 42min
Kaufen: Amazon 16,99 €

facebook.com/Ravensire/

Tracks:
1. Comlech Revelations
2. Crosshaven
3. Solitary Vagrant
4. Procession of the Dead
5. Trapped in Dreams
6. Eternal Sun – White Pillars I
7. Blood and Gold – White Pillars II
8. Temple at the End of the World – White Pillars III

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