CD-Review: Fir Bolg: Towards Ancestral Lands (VÖ: 21.06.2013)

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Im Reich der Ahnen  firbolg_cover_300dpi

Fir Bolg ist ein französisches Ein-Mann-Projekt, das von Mastermind Dagoth im Jahr 2006 gegründet wurde. Nach der Demo-EP Paganism von 2008 erscheint nun das erste Album Towards Ancestral Lands via Schwarzdorn Production, und, so viel sei vorneweg gesagt, es ist Dagoth durchaus gelungen, hier seine ganz eigene Vision von Celtic Black Metal umzusetzen.

Nach dem schlicht „Intro“ betitelten ersten Instrumentalstück geht’s zur Sache: Heidnische Texte, druckvolle Blasts, die den Kopf in den Helicopter zwingen, eine Stimme, die an Abbaths Krächzen erinnert – die ersten beiden Songs, „Behind the great Oppidum“ und „Blood Heritage“ haben es definitiv in sich und mich sofort auf die Seite des Franzosen gezogen. „Banshee“ geht es ruhiger an, zumindest für eine knappe Minute Akustik-Intro, bevor die Melodie von den Gitarren aufgenommen wird. Was da aus den Boxen schalmeit ist beinahe tanzbar und erinnert eingangs an gängige Kelten-Bands, wenn auch zum Glück nicht allzu sehr. Immer wieder kommen keltische Instrumente zum Einsatz, die zwischen all dem Geknüppel für Abwechslung sorgen und wirklich gut und wirkungsvoll zur Geltung kommen. Dieses Prinzip wird auch beim nächsten Song, „Kings of Wallachia“, umgesetzt. „Strong Old Megalith“ wartet mit einem Chor auf und ist ein eher langsames Stück, das jedoch nur eine kurze Verschnaufpause bietet, bevor es mit „Final Battle on the frozen Lake“ wieder voll auf die Mütze gibt, mit einem sehr Power-Metal-artigen Riff, das mich an frühe HammerFall denken lässt. „Mag Tuired“ beginnt mit französischem Text, dann setzen Gitarren und Drums ein, das Riff peitscht nach oben – ein wirklich gelungenes Stück und Nackenbrecher, bevor „Dun Aegus“ den gut fünfzigminütigen Hörgenuss beendet.
Generell ist die Platte hörenswert, wenn sich allerdings auch nach einer Zeit eine gewisse Länge in den Songs bemerkbar macht. Hier merkt man meiner Ansicht nach, dass Fir Bolg noch ein wenig die Finesse im Songwriting fehlt, allerdings gehe ich schwer davon aus, dass Dagoth von Album zu Album besser werden wird. Das Debut lässt jedenfalls Großartiges erahnen, das sicherlich die Szene bereichern wird.

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Towards Ancestral Lands kommt sehr eigenständig daher und hebt sich deutlich von anderen Celtic Black Metal Bands ab. Meiner Meinung nach überwiegt hier weniger das „Celtic“ als das „Black“ in der Genre-Bezeichnung, was die Scheibe für mich durchaus hörenswert macht.
Meinen Geschmack treffen vor allem die schnellen Stücke, die ohne viel Melodie-Passagen auskommen und richtig in den Nacken gehen. Zwar sind alle Songs auf durchweg hohem Niveau komponiert und eingespielt, aber, was soll ich sagen? Ich kann da nicht aus meiner Haut respektive aus meinem Musikgeschmack. Dennoch ist das Album sehr ausgewogen, man kann bedenkenlos alle Stücke durchhören, ohne Angst haben zu müssen, plötzlich auf einen Dudelsack zu stoßen. Fetter Pluspunkt ist die raue, krächzende Stimme Dagoths, die er sehr gut einzusetzen weiß – Chapeau!
Im Vergleich zur Demo Paganism wirken die Songs nicht nur druckvoller (was sicherlich an der Produktion liegt) und komplexer, sondern auch von der Gesamtkonzeption wesentlich ausgereifter. Lediglich das gezeichnete und – sorry – ziemlich kitschige Cover hat mich zu Beginn echt abgeschreckt, aber wenn man die Scheibe erst mal im Player hat und die Hülle umdreht, ist das Ergebnis wirklich gut.

Anspieltipp: Blood Heritage

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch2: :mosch2:

Fir Bolg: Towards Ancestral Lands
Laufzeit: 49 Minuten
Schwarzdorn Production
€ 13,99
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Tracklist:
01. Intro
02. Behind the Great Oppidum
03. Blood Heritage
04. Banshees
05. King of Wallachia
06. Strong Old Megalith
07. Final Battle on the Frozen Lake
08. Mag Tuired
09. Dun Aengus

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