CD-Rezension: Thorngoth – Schwarz Karg Kalt (VÖ: 12.4.13)

Schwarz Kalt Karg – Der Name ist Programm!

thorngoth-schwarz-karg-kalt-artworkThorngoth wurden bereits anno 2003 im idyllischen Bad Tölz gegründet, der Name bezeichnet „den gehörten Feind“ in J.R.R. Tolkiens Eldar-Sprache. Die Band steht für eigenständigen Black Metal, bisheriger Karriere-Höhepunkt war sicherlich der Auftritt auf dem Under the Black Sun-Festival 2009. Jetzt haben die fünf Musiker um Sänger Akhorahil mit Schwarz Karg Kalt ein ebensolches Album vorgelegt.

Die Scheibe überzeugt mich sofort – bretthartes Geknüppel ist einfach mein Ding, und die Tölzer bedienen mich in der Hinsicht mehr als vortrefflich. Die Produktion lässt auch nichts zu wünschen übrig, der düstere Sound kommt klar rüber, und eine gewisse Sterilität wird gekonnt als Stilmittel eingesetzt und macht so das Gesamtpaket noch kälter.
Die Texte sind auf Deutsch – ein weiterer Pluspunkt in meinen Augen. Man soll ja immer vorsichtig mit Vergleichen sein, aber mich erinnern die Jungs definitiv an die frühen Nocte Obducta: schneller Sound, immer wieder durchbrochen von melodischen Passagen, in denen man theoretisch zur Ruhe kommen könnte, wären sie nicht so trostlos und kalt. Gut, der melodische Teil hält sich in Grenzen und wird sparsam – genau richtig! – dosiert eingesetzt, für mich die perfekte Abstimmung.

Es geht hart zur Sache, denn man landet mit dem titelgebenden Opener sofort in einer Einöde, die man die nächsten 47 Minuten nicht mehr verlässt. Unweigerlich drängt sich einem das Cover auf, sobald man die „Play“-Taste gedrückt hat. Schwarze, erstarrte Lava, leblos, unter einem schwarzen, sternenleeren Himmel, absolut lebensfeindlich und bizarr – „Das Tote Feld der Wirklichkeit“ ist eine so unwirklich anmutende Landschaft, dass man unweigerlich an H. P. Lovecraft denken muss („Ein spitzer Winkel da, wo eigentlich ein stumpfer sein sollte“). Getragenes Mid-Tempo und schnellere Passagen wechseln sich ab und ergeben die oben angesprochene Mischung, die mir so zusagt. Spätestens beim „Todesschrei der Materie“ bin ich genau da angekommen, wo ich sein wollte.

Gnadenlos

Hoffnungsschimmer am Horizont? Die Möglichkeit, aus der Schwärze zu entkommen? Nix da, keine Chance: Wir sind auf „Einer Reise ohne Wiederkehr“, alles ist schwarz, karg und tot. Darüber können auch die melodischen Passagen nicht hinwegtäuschen, im Gegenteil, sie verstärken die Einsamkeit auf dem „Lavaplaneten“ noch. Was einem hier begegnet ist feindlich, ohne Gnade, und lässt daran auch keinen Zweifel.

thorngoth_band

Mein Fazit:
Ich nehme die Scheibe so schnell nicht aus dem Player!

Anspieltipp: „Todesschrei der Materie“

Thorngoth: Schwarz Karg Kalt
VÖ: 12.4.2013
Genre: Black Metal
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Trackliste:
01. Schwarz Karg Kalt
02. Im toten Feld der Wirklichkeit
03. Umkehr der Kräfte
04. Todesschrei der Materie
05. Leblos Totgestein
06. Aggressor
07. Lavaplanet
08. Das Licht stirbt
09. Alles ist erstarrt

((Zitat: „Eine Reise ohne Wiederkehr“ aus: „Todesschrei der Materie“))

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  1. […] Bad Tölz, die soeben mit Schwarz-Karg-Kalt in Eigenregie ihr viertes Album vorgelegt hat. Über die aktuelle Scheibe haben wir ja bereits berichtet, jetzt hat sich Sorath (Gitarre/ Synthies) die Zeit genommen, meine […]

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