Da brennt was

schwarzer-engelSchwarzer Engel ist ein Solo-Projekt, das seit 2007 durch die Kreativität und den Ideenreichtum des Gründers lebt, der wirklich alles selbst macht. Warum, das bleibt wohl eine für immer unbeantwortete Frage, aber wenn man Dave Jason auf seinen Alben hört, dann merkt man gar nicht, dass da nur ein Mann an Drums, Gitarre und dem Mikro steht. Live sieht das zum Glück ein bisschen anders aus, da wird Jason von vier Musikern begleitet, die mit ihm zusammen eine düstere Show auf die Bühne bringen. Jason holt sich für seine Alben immer wieder Gastmusiker ins Studio. Anfang 2010 unterschrieb er einen Plattenvertrag bei der Trisol Music Group. Das war ein Meilenstein, denn bei dem Label sind auch ASP, Project Pitchfork und andere unter Vertrag, und so kamen bald tolle Touren mit Ahab und anderen bekannten Gesichtern zustande und das damals neue Album Apokalypse wurde weltweit veröffentlicht.

2013 will er es wieder einmal wissen: Schwarzer Engel schmeißt ein neues Album auf den Markt, dessen Titel In brennenden Himmeln schon ein Vorgeschmack auf die düsteren Texte und dunklen Melodien ist, die man zu hören bekommt. Unverkennbar ist dabei seine tiefe Stimme, die manchmal geradezu brutal ins Mikro schreit und Verachtung zum Ausdruck bringt. „Drachen über Eden“ ist ein Beispiel dafür. Meist aber schmiegt sich die Stimme eher an den Text und dürfte gerade den Hörern gefallen, die auf ASP oder Unheilig stehen und mehr auf den Gesang achten als auf alles andere. Musikalisch lässt sich Dave Jason aber auch nicht lumpen. Ein gutes Mid-Tempo wie beim Titelsong „In brennenden Himmeln“ wechselt sich gerne mit schnellen und härteren Riffs ab, die wiederum bald Programmings weichen müssen, die in eine Electro-Richtung gehen, was sicherlich für Verwirrung sorgen dürfte. „Psycho-Path“ ist eine schnelle Electro-Nummer, die zwischendurch mit ruhigen Parts aufwartet und gleich mit einer bedrohlichen Message beginnt. Für Freunde des Thrills dürfte dieses Lied allerdings herausstechen, der Text ist ein Krimi, eine kurze Psychopathengeschichte, die man literarisch durchaus ausbauen könnte. Die Texte sind gut durchdacht, allesamt dunkel und bedrohlich und zum Titel passend. Hier lohnt es sich, genauer hinzuhören und darauf zu achten, was Dave Jason da zum Besten gibt. Das ein oder andere Lied regt vielleicht sogar zum Nachdenken an.
„Im Schatten des Todes“ ist eine schnellere Nummer, die stellenweise orgelartige Klänge aufweist und dann auch eine Art Chor bringt. Man könnte dies als einen Endzeitkampf ansehen, ein leicht kirchlicher Charakter kommt hier auf – ob’s wirklich gefällt, muss jeder für sich entscheiden.
Illustre Gastmusiker hat sich der Mastermind dieses Mal ins Studio geholt. So unterstützt E Nomine-Goldkehle Johanna von Orleans bei „Schwarze Sonne“ stimmgewaltig den Song. Die Opernarie-Einschübe sind gewaltig und machen Spaß, zeigen das Können der Musikerin und runden das Lied perfekt ab.
Auch der Drummer Stefan Dittrich von Mystic Prophecy und Illuminate und Oomph!-Keyboarder El Friede sind mit von der Partie und unterstützen den Longplayer.

Dave Jason hat ein gutes Album kreiert, das man sich anhören kann und das nicht stagniert. Es ist härter als seine Vorgänger und besticht durch die Abwechslung, die man durch die einzelnen Songs geboten bekommt. Hart und härter wechseln sich dabei ab mit Electro und Metal. Ein bisschen schwer einzuordnen ist die Scheibe schon und vermutlich gefällt die Mischung in ihrer Gesamtheit nur eingefleischten Fans, aber das macht nichts. Ist man kein solcher, findet man trotzdem genug Songs, die man sich anhören kann und die den Kauf dieser Scheibe absolut rechtfertigen.
Live kann man Schwarzer Engel als Support von ASP in Stuttgart sehen, und zwar am 17.10.2013 im Rahmen der Maskenball-Tour.

Anspieltipp: Im Schatten des Todes

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Schwarzer Engel – In brennenden Himmeln
Massacre Records
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Tracklist:
01. In Brennenden Himmeln
02. Der Untergang
03. Auf In Den Kampf
04. Der Fährmann
05. Hymne Für Den Tod
06. Feuer Mit Feuer
07. Psycho-Path
08. Grenzenlos
09. Rache
10. Im Schatten Des Todes
11. Drachen Über Eden
12. Schwarze Sonne
(Feat. Johanna Von Orleans)
13. Krähenzeit
Bonus Track:
14. Verneinen

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