CD: Škáŋ – Death crown

Reise in mystische Welten

SKAN_CoverŠkáŋ – ein Wort, das den allermeisten Menschen unbekannt sein dürfte und das mich dafür umso neugieriger auf diese Band gemacht hat. Der Infozettel sagt, dass das Wort aus der Sprache der Lakota und Sioux kommt und unter anderem auf den Geist und die Bewegungen des Himmels verweist. Das könnte also eine Reise in mystische und spirituelle Sphären werden, in die uns das Trio mit Sitz in Texas führen wird. Gegründet wurde die Band im Jahr 2013 von Joseph Merino und besteht im Moment darüber hinaus noch aus David BaxterRob Zim und Ron van Herpen (ex-The Devil’s Blood). Nach zwei EPs ist nun das erste Album der Band erschienen, Death crown. Begeben wir uns auf die Reise.

„Initium“ leitet den Hörer langsam und mystisch an, sphärische Klänge, Rasseln, Trommeln ertönen immer eindringlicher und drängender, steigern sich bis zu den ersten harschen Tönen von „Death wish“, einem noch nicht besonders experimentellen, aber ordentlich schnellen und harten Atmospheric-Black-Metal-Track. Gut für die Nackenmuskulatur und um sich einzugrooven. Das instrumentale „A mort“ – ebenso atmosphärisch wie der Vorgängertrack, aber weniger hart – leitet zum weitaus sperrigeren und damit auch interessanteren „The womb“ über, einem schweren Brecher, der die Wüste atmet, bei dem man – so man von der Lakota-Herkunft des Bandnamens weiß – auch ein wenig Steppe und reitende amerikanische Urbevölkerung heraushören mag. Vor allem aber ist der Song höllisch eindringlich und entführt einen wahrlich in andere Welten. „Au dela“ behält uns dann mit zarten akustischen Gitarrenklängen und Hintergrundgeräuschen gleich dort, vielleicht auf einer staubigen Straße, über die der Wind heult. Bei „Iron & blood“ dürfen die Gitarren wieder sägen und die Haare fliegen, hier zeigt die Band, dass ihr extremer Metal genauso leicht von der Hand geht. Bestimmt wird der Song von langen, extrem abwechslungsreichen Instrumentalpassagen, die von harschem Geknüppel hin zu zarten Tönen reichen, die den Hörer sanft in den nächsten Track „Father Qayin“ hinüberbegleiten, der sich allerdings schon bald von seiner knüppelharten Seite zeigt und einen über sieben Minuten in seinen Bann zieht. Der abschließende Song „For the love of death“ funktioniert nach demselben Muster: zarter, verspielter Anfang, gefolgt von harten Riffs und ausgreifenden Soundwelten.

Death crown ist ein tiefgründiges, abwechslungsreiches Album aus der Welt des Extremmetals geworden, das man sich erst erarbeiten muss, das einem aber nach diversen Durchläufen wirklich andere (metallische) Sphären zeigt. Für mich persönlich hätte es noch einen Tick härter ausfallen können, aber ich werde die Band – und ihre Live-Aktivitäten – auf jeden Fall im Auge behalten.

Anspieltipps: The womb, Father Qayin

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Škáŋ: Death crown
Ván Records/Soulfood, Vö. 13.04.18
Länge: 44 Minuten
Kaufen: € 13,99 bei Ván Records

Tracklist:
1. Initium
2. Death wish
3. A mort
4. The womb
5. Au dela
6. Iron & blood
7. Father Qayin
8. For the love of death

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