CD: The Foreshadowing – Seven Heads, Ten Horns

Atmosphärische Dichte neu definiert

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Es ist da, der von mir heiß ersehnte Nachfolger ihres Überalbums Second World aus dem Jahre 2012. Das vierte Album der italienischen Gothic/Doom Metal-Institution The Foreshadowing namens Seven Heads, Ten Horns ist erschienen. Gegründet wurde The Foreshadowing im Jahr 2004 in Rom. Bestehend aus sage und schreibe sieben Mitgliedern hat diese Band einen Wandel ähnlich dem von Anathema, weg vom klassischen Doom/Death Metal zu eher Gothic-Doom-Metal-lastigem Material vollzogen. Da ich The Foreshadowing seit je her liebe, möchte ich euch Seven Heads, Ten Horns vorstellen, ein Konzeptalbum, das sich thematisch mit dem Untergang des heutigen Europas auseinandersetzt.

Das 56-minütige Album beginnt mit einem Klassik-Intro namens „Ishtar“, das die musikalische Ausrichtung der folgenden Tracks allein durch die dichte, traurige, nur von klassischen Gitarren und einem sakralen Frauenchor erzeugte Düsternis perfekt skizziert. Durch den direkten Übergang vom Intro zu „Fall of Heroes“ erhält die CD einen schönen organischen Fluss. Majästetisch wäre vielleicht übertrieben, aber die Melodien und der Gesang dieses Epos reichen schon recht nahe an das, was ich Perfektion nennen würde. Epischer, sehr düster dargebotener Gothic/Doom/Progressive Metal vom Feinsten. „Two Horizons“ ist eher etwas rockig angelegt und hat definitiv das Potenzial zum Ohrwurm. Wäre vielleicht auch etwas für einen Metal-basierten FM-Radiosender. „New Babylon“, ein melodisch und sehr technisches Stück, ist einer meiner Faves des Albums. Diese Refrains haben mich schon beim Durchhören für dieses Review nicht mehr losgelassen. „Lost Soldiers“ rockt sich aus den Boxen direkt in den Kopf; musikalisch vielleicht vergleichbar mit einigen älteren Sachen von Paradise Lost. „17“, der sechste Titel, fällt völlig aus dem Rahmen. Progressive Noise Metal, welcher mich etwas überrascht hat, sich jedoch gut in das Gerüst des Albums einfügt. Allgegenwärtige Tristesse und ein Gefühl der Erhabenheit machen sich breit. „Until we Fall“ ist mein persönlicher Favorit. Musikalisch von My Dying Bride beeinflusst, wird alles niedergewalzt, was es wagt, sich in den Weg zu stellen. „Martyrdom“ beginnt mit einer Melodie, die mich automatisch an Begräbnisse denken lässt. Der leichte Hall in der Stimme des Sängers, Marco Benevento, tut sein Übriges, diesen Track zu einer Hymne werden zu lassen. Das abschließende „Nimrod“, nimmt euch mit seinen knapp 14 Minuten Spielzeit nochmal auf eine Gefühlsachterbahn mit. In einem einzigen Stück werden Emotionen wie Trauer, Wehmut und Melancholie perfekt in Szene gesetzt. Fantastisch!

Seven Heads, Ten Horns ist definitiv eines der Alben, das man sich für 2016 und fett auf den Wunschzettel schreiben sollte. Selten habe ich persönlich ein so gut produziertes und Stimmung erzeugendes Album gehört. Dass die Jungs aus dem eher sonnigen Italien kommen erwähnte ich bereits, was sie jedoch nicht daran gehindert hat, eines der besten Gothic/Doom Metal-Alben veröffentlicht zu haben. Kaufpflicht für Fans von Anathema, Draconian, Paradise Lost und My Dying Bride.

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The Foreshadowing – Seven Heads, Ten Horns
Nuclear Blast Mailorder, Vö. 22. April 2016
CD 15,50 €

Tracklist:
1 Ishtar
2 Fall of Heroes
3 Two Horizons
4 New Babylon
5 Lost Soldiers
6 17
7 Until we Fall
8 Martyrdom
9 Nimrod

Band: http://www.theforeshadowing.com/
Facebook: https://www.facebook.com/theforeshadowing/

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