Die wirbeln ordentlich Staub auf

Frischer Wind hat sich im September letzten Jahres aus der Mongolei erhoben und in unserer westlichen Rockwelt für Aufsehen gesorgt. Die Platte The Gereg lässt mich seitdem nicht mehr los, und meine Einschätzung dazu will einfach geschrieben werden, selbst nach der langen Zeit der Veröffentlichung. Ihr wisst von wem ich rede, oder? The Hu haben mit ihrem Debüt einen guten Stand in der Szene und vor allem beim Publikum, das haben auch verschiedene Konzerte in Deutschland und im Ausland im letzten Jahr gezeigt.

Die vier Herren von The Hu brachten den Hunnu Rock mit Kehlgesang und Pferdekopfgeigen mit. Sie entführen damit immer wieder in die Steppe und laden uns zu verschiedenen Tänzen ein. Es beginnt unter anderem ganz ruhig mit einer Flöte und geht dann in eine Anfeuerung über mit dem wiederholten „Shoog Shoog“, dazu dieser schnarrende und tiefe Gesang, mal was ganz anderes. Ich versteh natürlich nicht, was mir der Sänger da erzählt, aber ich muss das in diesen Minuten auch nicht und kann mich völlig dem Rhythmus und dem mongolischen Rock ’n‘ Roll hingeben. Besonders beeindruckt bin ich immer wieder von „Wolf Totem“: Zuerst diese Möwe im Wind und dann diese intensiven Einstimmungen durch den Kehlgesang und dieses „Hu hu hu“ – auf was auch immer wir uns da vorbereiten, man könnte meinen, sie haben sich bei der isländischen Fußballnationalmannschaft in der Beziehung was abgeschaut. Für einen großen Bandeinsatz sorgt „Yuve Yuve Yu“, das man auch von verschiedenen Rock-Radiostationen her kennen könnte. Manchmal hört man auch eine Maultrommel durch (zum Beispiel beim Opener), „The great Chinggis Khaan“ spielt auch eine große Rolle. Auch in „Song of woman“ kann man nur fantasieren, um wen es hierbei geht, denn auch hier verwenden The Hu ihre Sprache und fügen einen weiblichen Gesangspart ein.

Die Mongolen haben The Gereg natürlich auch mit Videos promotet, mir sind allerdings die reinen Songs von der CD lieber, dazu kann ich mir mein eigenes Bild im Kopf entstehen lassen. Man versteht die Sprache nicht, aber trotzdem reißt einen die Tracklist immer wieder mit. Nach mehrmaligem Anhören schafft man es zumindest hin und wieder den Refrain mitzusingen. Also alles gute Voraussetzungen für die richtig gute, rockige Unterhaltung. Interessant ist auch immer wieder der Klang der mongolischen Pferdekopfgeige, ein schönes Instrument, was verschiedene Abbildungen wiedergeben. Es ist das wichtigste Musikinstrument der Mongolen und gilt als nationales Symbol in ihrer Heimat, sagt das World Wide Web. Im Fall von The Hu sollen sie von den Bandmitgliedern selbst angefertigt werden. Dazu die traditionellen westlichen Saiteninstrumente und das Schlagzeug, und wir haben überzeugendes Rock-Material. Ihre Musik vereint sozusagen gestern und heute perfekt.
Das Album ist durch die fernöstlichen Kompositionen sehr hörenswert, sie reißen einen mit oder können schon mal eine hypnotisierende Wirkung haben, noch dazu dieser Kehlgesang. Einfach überraschend neu und doch so bekannt in der Wirkung.

Anspieltipp: sucht euch was aus

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch: 

The Hu: The Gereg
Eleven Seven Music (Warner), Vö. 13.09.2019
ab 18,51 € in verschiedenen Formaten

Tracklist:
1 The Gereg
2 Wolf Totem
3 The great Chinggis Khaan
4 The Legend of Mother Swam
5 Shoog shoog
6 The same
7 Yuve yuve yu
8 Shireg shireg
9 The song of women

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