Folkiges aus Deutschland

 

finsterforst-cover-yoloDie Nordmänner von Finsterforst beackern bereits seit 2006 die deutsche Folk/Pagan-Metal-Szene. Von Freiburg (Baden-Württemberg) aus veröffentlichten sie bereits vier sehr gute Releases. Falls ihr euch über die Herkunft wundert, so erging es mir auch beim Hören ihrer neuen EP #YØLØ, da sie recht „trollig“ klingt. Für euch habe ich mir ihre neue Veröffentlichung angehört und es folgen meine Höreindrücke:

Die für eine EP recht lange Spielzeit von 40 Minuten mit satten zehn Songs beginnt im Galopp mit dem Stück „Battle Gods“. Gleich beim Opener werden alle Register gezogen. Heavy Metal Marke Manowar oder Blind Guardian im Mix mit Finntroll-artigen Passagen und zu guter Letzt einem Schuß Alestorm. „Auf die Zwölf“ und „#YØLØ“ stampfen sich Ihren Weg aus der Box und versetzen den genigten Hörer in Banglaune. Folkig und heroisch! „Hangover“ ist mein persönlicher Favorit. Episch wie nebelverhangene Berge in Norwegen und heroisch wie Braveheart, der Refrain macht aus jedem Hörer einen Gröhler! „Wrecking Ball“? Ja, Track Nummer 5 ist tatsächlich eine Coverversion eines Songs von Miley Cyrus, für mich persönlich ein wenig arg gewöhnungsbedürftig. „Beat it“ (Michael Jackson) geht recht gut in die Beine, geradlinig gespielter Metal wie er sein soll. „Der durch die Scheibeboxxxer“ passt meines Erachtens nach nicht in diese EP hinein: langweiliger und nicht so einfach zu ertragender Rap-Metal. Es folgt ein kurzes Intermezzo namens „Flasche leer“. „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“, ebenfalls eine Coverversion diesmal von Die Kassierer: Hier geht sprichwörtlich der Punk ab. Not my Cup of Tea! Das Schlußstück „Wild Rover“ ist eine musikalisch gelungene Hommage an Irland. Vielleicht ein wenig Bierzelt-tauglich, aber doch in Ordnung.

Fazit: Ich denke, diese EP ist mit einem lachendem Smiley entstanden. Die erste Hälfte Metal vom Feinsten und die zweite Hälfte kann leider nicht mithalten. Für Partys gut geeignet, aber für Liebhaber der ersten beiden Alben Weltenkraft und … zum Tode hin schwer verdaulich. Reinhören lohnt sich jedoch.

Finsterforst: #YØLØ (EP)
Napalm Records, Vö. 14. September 2016
€ 14,99 bei Amazon

Tracklist
1 Bottle Gods
2 Auf die Zwölf
3 #YØLØ
4 Hangover
5 Wrecking Ball (Miley Cyrus Cover)
6 Beat It (Michael Jackson Cover)
7 Der durch die Scheibeboxxxer (K.I.Z. Cover)
8 Flasche leer
9 Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist (Die Kassierer Cover)
10 Wild Rover

Band http://www.finsterforst.de/
Facebook http://www.finsterforst.de/

(1631)